Österreich 2025

Unsere nächste Motorradreise geht nach Kärnten, nach Kötschach-Mauthen. Es bietet uns eine einzigartige Naturlandschaft mit glasklaren Badeseen und imposanten Bergen. Kärnten ist bekannt als das “Land der Seen“. Es ist eine Mischung aus alpiner Bergwelt und wunderschönen Dörfern. Hier haben wir eine große Auswahl an schönen Pass- und Panoramastraßen. Von hier aus unternehmen wir Touren nach Slowenien und Italien. Das Friaul liegt als Motorradparadies für die meisten Biker in der Gunst deutlich hinter den hochalpinen Revieren in Südtirol. Es gibt hier gewaltige Motorradstrecken mit deutlich weniger Verkehrsaufkommen, weniger Polizei als in Südtirol. Zusätzlich dazu versprühen Landschaft und kulinarische Genüsse ein angenehmes mediterranes Flair. Das italienische Friaul, Slowenien und die Tauern mit dem Großglockner sind für uns höchstattraktive Motorradziele. Unser Basislager ist in Kötschach-Mauthen auf dem Campingplatz Alpencamp. Der Campingplatz liegt am westlichen Ende des Gratiales, wo das Lesachtal beginnt. Aufgrund der Topographie bildet das Gail-, Gitsch- und Lesachtal, der Weißensee sowie die Karnischen und Gailtaler Alpen ein Eldorado für Bike- Liebhaber.

1.Tourentag: Grotte di Pradis

Der Plöckenpass  1357m war nach einem Felssturz am 2. Dezember 2023 insgesamt 17 Monate lang gesperrt, bis zur Wiedereröffnung am 14. April 2025. Er ist bereits seit Römerzeiten als Übergang zwischen Kärnten und dem Friaul bekannt. Italienisch: Passo di Monte Croce Carnico 1357m. Im Ersten Weltkrieg war die Gegend um den Pass stark umkämpft. Ab Mai 1915 verlagerte sich das Kriegsgeschehen auch in die Alpen und der Plöckenpass wurde zu einem Schauplatz intensiver Auseinandersetzungen zwischen Österreich- Ungarn und Italien. Die Soldaten mussten sich an den steilen Hängen und in der Höhe in komplexen Stellungen verteidigen. Die Kämpfe waren oft zermürbenden und verlustreich, da es darum ging, jeden Stein und jede Position zu erobern und zu halten. Zu sehen im Freilichtmuseum und in einer Gedenkstätte am Plöckenpass. Gott sei Dank sind hier nun friedliche Zeiten und der Plöckenpass  1357m bringt uns hinunter ins Friaul. Auf der italienischen Seite geht es durch Serpentinen mit Tunnel und Galerien hinunter nach Timau und weiter nach Paluzza. Im Valle del But steht auf einem Berg der „Torre Moscarda“ 12. Jahr. Es handelt sich um ein antikes Bollwerk eines komplexen Verteidigung- und Zollsystem, das aus zwei Türmen bestand. (Der Turm am rechten Ufer wurde 1840 zerstört) Die beiden Türme wurden an dieser Stelle errichtet, weil sich das Tal hier verengt und es daher am einfachsten war, die Straße zum Monte Croce Cornica-Pass zu sperren. In langgezogenen Bögen folgt die Straße dem Verlauf des Flusses Tagliamento. Dann erreichen wir Tolmezzo. Hier biegen wir ab Richtung Cavazzo Carico. An den Hängen der Karnischen Alpen gelegen beherbergt das Tal den größten See der Region Friaul- Julisch Venetien, den „Lago di Cavazzo See“ mit seinem türkisfarbenen Wasser. Es ist eine wunderschöne Landschaft und mit ein großes Naherholungsgebiet. Gänzlich unitalienisch scheint hier die Gegend zu sein, wo sich uralte Steinhäuser mit windschiefen Holzbalkonen unter die düster aufragenden Gipfel ducken. Wo sich kaum ein Mensch auf der Straße sehen lässt. Und wenn sieht es nicht nach Italiener aus, Kittelschürze statt Kostüm, Gummistiefel statt Gucci-Pumps und statt des Handy hält man eher einer Heugabel in den Händen – wer eitel ist, hat das Friaul längst verlassen. Kurvenreich windet sich die Straße am „Lago di Cavazzo“ entlang, vorbei am Dorf Trasaghis/Trasagas. Statt Bikes teilen immer mehr Fahrradfahrer und Wanderer unseren Weg zum „Lago di Cornino“. Er ist ein wunderschöner kleiner See mit Karibik- Feeling. Er beeindruckt uns durch seine intensiven, unterschiedlichen Blautönen. Wir befinden uns im „Regionales Naturschutzgebiet Lago di Cornino in Forgaria nel Friuli“. Die engen Serpentinen bringen uns hinunter an den Hügeln von Forgaria durch dichten Lärchenwald. Über einer Brücke überqueren wir den Rio Barquet. Zügig erreichen wir das Dorf Anduins. Der kleine Ort liegt auf 350m Höhe, im Flusstal des Flüsschen Arzino. Hier ist eine alte, verlassene Kuranlage denn früher gab es hier mineralreiches Wasser. Der Weg zu den „Grotten von Pradis“ führt uns über eine enge Bergstraße sowie durch das Dorf Pradis di Sotto/Prades Debas. Hier legen wir einen Stop ein. Schnell habe ich die Grotte „Verdi di Pradis“ erreicht. In dem größten Raum befindet sich eine christliche Kultstätte – Madonna delle Grotte – Die grüne Höhle der Madonna. Einfach überwältigend ist das Farbenspiel in dieser Grotte, wo sich ein mit Kerzen und Blumen geschmückte Altar mit einer Marienstatue, die das Jesuskind im Arm hält befindet. Dieser Ort der Stille und Einkehr zieht seit 1967 Gläubige aus nah und fern an. Eine Legende, die sich auf die Höhle bezieht besagt, dass man nur mit einer „anima pura  – einer reinen Seele“  hineingehen sollte, ansonsten hole einen der Teufel. Der Wildbach Cosa hat hier eine tiefe Schlucht gegraben, der auf dem Grund fließt und der vom Rio Molat gespeist wird, der als Wasserfall  hier hinabstürzt. Mit 207 Stufen geht es hinunter in die tiefer gelegene  Grotta Verde und der Grotta Mainarda, wo auch Besiedlungsspuren aus der Bronzezeit gefunden wurden. Unsere weitere Tour führt uns zur Sella Chianzutan. Das Tal das uns hinauf auf die Sella Chianzutan bringt, hat stellenweise einen schluchtartigen Charakter. Es sind anspruchsvolle Streckenabschnitte und Kehren, die uns viel Fahrspaß bieten. So lässt Harald die BMW 1250 ADV ordentlich laufen. Die Passhöhe auf 950m Höhe ist unspektakulär. Nun fahren wir von dort 12 Km hinunter nach Tolmezzo. Hier sehen wir den ersten Wegweiser nach Austria. Über den Plöckenpass 1357m fahren wir zügig zurück nach Kötschach-Mauthen zum Campingplatz Alpencamp.

2.Tourentag: Turracher Höhe 1760m

Da in Italien noch unbeständiges Wetter ist fahren wir heute im Kärntner Gebiet, auf einsamen Nebenstraßen, durch nahezu unberührter Natur auf dem Weg zur Turracher Höhe 1760m. Wir starten Richtung Osten und fahren Richtung Hermagor. Hier biegen wir ab ins Gitschtal. Der Fluss Gössering begleitet die Fahrbahn und uns durch das Gitschtal nach Weißbriach. Die Flüsse und Bäche im Gitschtal sind eine Quelle der Erholung und des Vergnügens für Einheimische und Besucher gleichermaßen. Landschaftlich geprägt wird die Region vom 2300 Meter hohen Reißkofel, der hoch über allem thront. Wir fahren an Almen, Bauerngehöfte, urigen Bergdörfer mit miniaturhaften Kapellen vorbei. Es ist so richtiges Heidiland. Im Dorf Pobersach biegen wir ab und folgen dem Fluss Drau bis Spittal an der Drau. Die R1 ist eine famose Kurvenstrecke mit unzähligen lang gezogenen Kurven. Mit den Windungen der Fahrbahn im Visier sind wir im Flow. Die Landschaft saust an uns vorbei, uns begegnen nur wenige Verkehrsteilnehmer – ein Traum. Die Nebenstrecke verläuft mal rechts, mal links an der Drau entlang. Das GPS lotst uns über die kleinen abgeschiedenen Wege. Von Spittal an der Drau folgen wir dem Fluss Lieser durch das enge Liesertal. Dort wo das Tal sich weitet erreichen wir Gemünd in Kärnten, dass am Fuße des Nationalparks Hohen Tauern liegt. Etwas oberhalb unserer Tour verläuft die Tauern Autobahn A10, die eine wichtige Nord – Süd Verbindung über die Alpen ist. An der nächsten Gabelung tauchen wir ein nach Krems in Kärnten. Die kleine Gemeinde liegt inmitten der Nockberge. Nun umgibt uns wieder Wald und vereinzelte Weiler. So sausen wir durch das Thomatal. An der Hubertuskapelle halten wir kurz an. Mit einer lebensgroßen Schnitzerei  des Heiligen Hubert mit Hund und einem Hirsch. Die Kapelle steht an der Mündung des Plareitbachs. Es ist eine idyllische Landschaft mit sanften, grünen Hügeln, Almwiesen und leuchtenden Lärchenwäldern – ein wahres Naturparadies. Ein paar Kilometer weiter erreichen wir die Auffahrt zur Turracher Höhe 1760m. Die Straße über die Turracher Höhe quert die Gurktaler Alpen von Nord nach Süd und ist in weiten Teilen gut ausgebaut, besitzt aber mit satten Steigungen auch ihre Herausforderungen. Immerhin fünf echte Spitzkehren sowie ungezählte Kurven führen uns hinauf zum höchsten Punkt des Passes, auf 1760m Höhe inmitten eines alpinen Hochplateaus. Der Pass ist umgeben von drei Bergseen dem Schwarzsee, Grünsee und dem Turrachersee, sowie mit dem größten Zirbelwald – Gebiet Österreichs. Hier oben ist einiges Volk unterwegs, darum machen wir nur einen Fotostop und schwingen uns dann wieder auf die BMW. Es ist ein absolut toller Tag mit herrlichen Natureindrücken und mit vielen unterschiedlichen Landschaften. Die übersichtliche Fahrbahn, mit griffigen Asphalt und herrlichen Kurven wie am Fließband, bringt uns rasch hinunter zum Millstättersee. Der See glänzt durch die Sonne im herrlichsten blau und ist nach dem Wörthersee Kärntens zweitgrößter See. Unsere weitere Fahrt führt uns am See entlang. Viele Fahrradfahrer und Urlauber genießen hier Ihren Urlaub. Von Spittal an der Drau fahren wir über den Gailbergsattel 982m zurück nach Kötschach-Mauthen. Der Gailbergsattel verbindet das Drautal bei Oberdrauburg ( 10% Steigung und 14 Kehren) mit dem Gailtal. Die Straße ist gut ausgebaut, aber durch die LKWs, Wohnmobile und Autos ist sie sehr stark frequentiert, dadurch Vorsicht in den Kehren wegen dem Gegenverkehr. Nach dem obligatorischen Tanker und Einkaufen geht es zurück zu unserem Campingplatz Alpencamp

3.Tourentag: Goldeck Panoramastrasse, Villacher Alpenstrasse

Heute starten wir wieder Richtung Osten und fahren von Hermagor nach St. Stephan der Gail. Gleich nach der Talbrücke biegen wir links ab und fahre hinauf zur Windischen Höhe 1110m. Bei einem Stop haben wir einen herrlichen Blick ins Gailtal. Die Windische Höhe L33 ist die Verbindungsstraße zwischen St. Stefan im Gailtal und Paternion in Drautal. Die wenig befahrene Straße ist teilweise etwas holprig. Die Kurverei  geht wegen der runden Streckenführung leicht und lässig von der Hand. Dazu eine sehenswerte Natur mit viel Wald. An der Kreuzung Richtung Stockenboi biegen wir ab. Das Dorf liegt am Ufer des Weissensees, dem höchstgelegenen Badesee der Alpen. Die Landschaft beeindruckt uns mit Ihren Fels- und Waldflanken, sowie Grün-und Weideflächen. Geboten wird uns ein visuelles Zuckerschlecken: Almen, Bauernhöfe und urige Bergdörfer begleiten unsere Tour. Das Tempo ist eher moderat und so sausen wir am Pöllaner Teich vorbei. Es ist eine abgeschiedene Region und noch heute lassen sich auf den einsame Sträßchen so manche Geheimstrecke entdecken. Wir fahren weiter, denn wir wollen noch höher hinaus. Richtung Zlan-Süd geht unsere Fahrt am Egelsee (780m) vorbei, er ist ein Moorsee. Dann steuern wir die Goldeck Panoramastraße 1900m an. Nach dem bezahlen der Maut am Mauthäuschen (10.- Euro), ist die Auffahrt ein echtes Highlight für jeden Motorradfahrer, der die perfekte Kombination aus Fahrspaß und atemberaubenden Ausblicken sucht. Die Goldeck  Panoramastraße beschert uns sanfte Kehren und steile Abschnitte und sorgt so für eine abwechslungsreiche Fahrt. Besonders beeindruckend sind die Panorama – Ausblicke auf die umliegenden Berge und Täler, die sich hinter jeder Kurve auftun. Die Strecke ist 14,5Km lang, mit einer 10% Steigung  und mit 10 Kehren. Oben auf dem Parkplatz Seetal  1895m angekommen, wird man mit einem atemberaubenden Blick auf die Millstädter Alpen, den Millstättersee, auf die Gailtaler- Alpen und auf die Karawanken belohnt. Wir fahren die Sackgasse wieder zurück Richtung Villach und peilen die Nebenstrecke an der Drau an. Ein Abstecher zur Villacher – Alpenstraße 1732m muß sein. Nach dem Mauthäuschen (16.- Euro) fahren wir durch den Naturpark Dobratsch. Die Villacher -Alpenstraße 1732m ist eine 16,5 Kilometer lange Strecke und eines der schönsten Routen Österreichs. Die gut ausgebaute Strecke führt uns auf den Villacher Hausberg , den Dobratsch. Mit mehr als 116 Kurven und 11 Spitzkehren geht es entlang des 2166m hohen Dobratsch. Am Parkplatz P6 befindet sich die freischwebende Aussichtsplattform „Rote Wand“, dort hat man einen großartigen Blick in 1400m Höhe über den Abgrund. Das Ende der Villacher – Alpenstraße ist der Parkplatz Rossratte. Von hier oben haben wir einen tollen Blick auf die Stadt Villach. Sehenswert ist die Beobachtungsstation Sonnenwege mit verschiedenen interaktiven Elementen . Es sind Tafeln mit Sonnensymbolen wie z.B. Die Mystische Sonne, die prähistorische Sonnenscheibe und Tafeln mit prähistorischen Sonnenbeobachtungen. Verschiedene Stationen zeigen wie unterschiedlich in der Vergangenheit die Uhrzeit und das Datum bzw. der Monat bestimmt wurden.  Wer an dem atemberaubenden Panorama eine Entspannungsmöglichkeit sucht, findet hier bequeme Holzliegen. Von hier oben beginnt der Wanderweg zum Dobratsch Gipfelhaus. Auf dem Gipfel gibt es zwei Kapellen. Die beiden Wallfahrtskirche sind die höchst gelegenen in den Ostalpen. –  Kapelle Maria im Stein und die ältere, etwas tiefer gelegene Kapelle Maria in der Höll -. Dann fahren wir die die Villacher –  Alpenstraße wieder hinunter. Hier geht es hinunter ins landschaftlich schöne Gailtal Richtung Arnoldstein. Auf einem Felsrücken erhebt sich die eindrucksvolle Klosterruine Arnoldstein. Sie ist ein ehemaliges Kloster der Benediktiner 1106 Jahr. Bedingt durch seine Lage an der frequentierten Handelsstraße, wurde das Kloster als Schutz vor Feinden zu einer richtigen Festung ausgebaut. Das Kloster erlebte Ereignisse wie Erdbeben, Pest und Krieg. 1883 vernichtete ein Brand das Kloster. Mit sanften Kurven und wenig Verkehr können wir die Schönheit der Natur erleben. Nach kurzer Fahrt erreichen wir den Abzweig nach St. Stefan an der Gail. Für uns ist es eine typische Alpen- Vorland-Tour, eine Genussfahrt da die Straße gut befahrbar ist und die Landschaft reizvoll . Das Gitschtal mündet bei Hermagor wieder ins Gailtal und die letzten 32km bringen uns zurück nach Kötschach-Mauthen zum Campingplatz Alpencamp.

4.Tourentag: Großglocknerhochalpenstraße

Wenn der Ausdruck Bilderbuchtor hier zutrifft, dann auf diesem Tagesausflug zum Großglockner 3798m. Wir tauchen ein in hochalpine Erlebniswelten. Von Kötschach-Mauthen fahren wir über den 982m hohen Gailbergsattel nach Oberdrauburg . Trotz seiner geringen Länge von 15 Kilometern bietet er uns erstaunlich viel Fahrspaß. Die Straße ist im besten Zustand, zum Teil gut ausgebaut, bei moderaten Steigungen von bis zu 10%. Der Verlauf der Straße führt uns durch ein waldreiches Gebiet. Vorsicht sollte man bei den Kehren auf der Nordrampe des  Gailbergsattel walten lassen. Über die Draubrücke fahren wir links nach  Dölsach. Das Dorf Dölsach ist geprägt von der Landwirtschaft. Die Felder und Hänge liegen am Lienzer Talboden. Imposante, bizarre Berge und in spektakulären Felsformationen Türmen sich die Lienzer Dolomiten auf. Hier können wir gleich in der Ortschaft an der Kreuzung die Abzweigung nach rechts durch den Ort zum Iselbergpass 1209m nehmen. Die langgezogenen Kurven laden zum schnellen fahren ein, die 70er Beschränkungen sollten aber eingehalten werden. Der Igelbergpass 1209m verbindet das Drautal mit dem Mölltal in Kärnten. Die Anfahrt von Lienz ist länger aber weniger steil und die Abfahrt zieht das Motorrad lässig durch die übersichtlichen Kurven. Eingerahmt von den Gipfeln der Schladminger Tauern, darunter der Hochgolling mit 2863m der höchste Berg des Lungaus. Serpentinen geht es hinunter vorbei an den Mölltaler Gletscherbahnen. Der Mölltaler Gletscher ist ein beliebtes Skigebiet mit langen Pisten und atemberaubenden Aussichten. Nun folgen wir der aus Ausschilderung Heiligenblut. An einem Berg rauscht der Wasserfall Jungfernsprung hinunter in den Zopenitzenbach. Die herrlichen Kurven bringen uns durch typisches Bauernland mit Äckern und Feldern die bis zum Horizont reichen. So kommen wir nach Heiligenblut. Es ist ein bildschönes Alpendorf mit einer Kirche, deren Turm sich bleistiftdünn in den Himmel spitzt. Im Hintergrund erhebt sich die mit ewigen Eis bedeckte Flanke des Großglockners. Die Kirche ist dem Heiligen Vinzenz von Saragossa geweiht 1253 Jahr. In langgezogenen Bögen folgt die Straße dem Lauf des Flusses Möll durch das Mölltal. Natürlich gibt es in den Alpen höre Gipfel als den Großglockner. Aber mit seinen 3798m ist er immerhin der höchste Berg Österreichs. Der interessantere Teil ist die Großglockner Hochalpentstraße. Hinter Heiligenblut steigen wir mit fantastischen Kurven und Kehren zu unserem motorradfahrerischen Höhepunkt hinauf. An der Mautstation bezahlen wir 32.-Euro, doch der gebotene Fahrspaß und die herrliche Bergwelt entschädigen einen dafür. Wir wollen hinauf bis zur Edelweißspitze. Bis dahin zeigt sich das Massiv sowohl fahrerisch als auch landschaftlich von seiner einzigartigen Seite. Sind die Kurven im ersten Drittel erst einmal eher noch verhalten, wird es weiter oben mit engen und weiten Radien gerade so richtig abwechslungsreich. Eingerahmt von Felsen, Wasser, grünen Hängen und verschneiten Berggipfeln genießen wir die herrliche Auffahrt. Wir dürfen nur 70 km/h fahren dies wird mit stationären und mobilen Blitzern kontrolliert. Seine Majestät Kaiser Franz Joseph wanderte 1856 zu jener Stelle die seither „ Kaiser- Franz- Josefs Höhe“ heißt. Hier angekommen stehen wir auf 2369m Höhe direkt vor dem Großglockner 3798m, mit Blick auf den Gletscher Pasterze, der durch den Klimawandel auch einiges an Eis verloren hat. Einige mutige Murmeltiere kann ich ausmachen. Nach dem Stop fahren wir hinauf zur Edelweißspitze 2571m. Nahe des Fuscher Törls geht es über die historische Stichstraße hinauf zur Edelweißspitze 2571m. Das besondere der Straße ist der Kopfsteinpflasterbelag, was bei Nässe oder Regen rutschig werden kann. (erbaut 1935) Auf dieser 1,6 Kilometer kurzen, steilen Strecke mit bis zu 14% Steigung kommen wir zu dem höchsten befahrbaren Punkt der Großglockner-Hochalpenstraße. Hier oben haben wir einen tollen Blick auf die schneebedeckten Gipfel der Dreitausender mit einem 360-Grad- Panorama. Noch ein letztes Foto, dann fahren wir die Edelweiß- Panoramastraße wieder hinunter. Nun steuern wir den Felber -tauerntunnel an. Die Strecke dorthin führt uns durch eine imposante Landschaft des Nationalparks Hohe Tauern mit  Blick auf die Venediger- und Granatspitzgruppe. Die gut ausgebauten Kurven und weiten Radien bietet uns ein entspanntes Cruisen. Gott sei Dank ist nicht so viel Verkehr. Am Mauthäuschen bezahlen wir 12.- Euro für die Einzelfahrt. (36 km lang) Nach der langen Tunnelfahrt geht es schwungvoll mit herrlichen Serpentinen hinunter ins Tal Richtung Matrei in Osttirol. Vor den Toren von Matrei  in Osttirol erhebt sich das Schloss Weißenstein 1160 Jahr. Sie ist eine historische Burg auf einem Kalkfelsen, die ursprünglich eine mittelalterliche Festung war. Sie diente einst zur Bewachung des Tauernpasses. Der Ort Matrei liegt im Matreier Talkessel. Hier fließt der Tauernbach als Zubringer in den Fluss Isel. Durch das sehenswerte Dorf bringt uns unsere Tour weiter nach Lienz und das alles unter den majestätischen Panorama der Lienzer Dolomiten. Lienz ist der Hauptort der Region mit einem historischen Kern, dem gewaltigen Schloss Bruck und der an der ehemaligen „Via Julia Augusta“ liegenden römischen Siedlung „Aguntum“. Schloss Bruck 1252 Jahr. ist auf einer Hügelkuppe erbaut, die sich an den Lienzer Hausberg Hochstein schmiegt. Kleines Highlight hier ist der Kreuzungspunkt des Drau-, Puster- und Iseltals. Denn mit dem Fluss Isel schwillt die Drau gewaltig an. Ostwärts weitet sich dann das Tal. Das GPS lotst uns Richtung Kötschach-Mauthen. Kurz, dafür aber knackig präsentiert sich für uns wieder der gut 1000m hohe Gailbergsattel, als verkehrsarme Verbindung zwischen dem Drautal und dem Plöckenpass. Ganze 14 Spitzkehren sind von uns auf der 14km langen Verbindungstrecke nach Kötschach-Mauthen zu überwinden, das Ganze bei teilweise ordentlicher Steigung und höchst erlebenswerten Landschaften. Nach unserem Einkauf und Tanken geht es wieder zurück zum Campingplatz Alpencamp.

5.Tourentag: Italien und Slowenien

Heute geht unsere Tour nach Italien und Slowenien.

Plöckenpass 1357m – Natur und Abenteuer in Österreich, Italien und Slowenien. Der Plöckenpass 1357m verbindet Österreich mit Italien. Neben einem atemberaubenden Bergpanorama hat der Plöckenpass 1357m auch eine geschichtliche Bedeutung. Er wurde als Übergangs schon von den Römern rege benutzt. Auf der österreichischen Seite wurde er von 1902 bis 1910 vom Militär ausgebaut. Er war im erste Weltkrieg stark umkämpft. Das Freilichtmuseum und die freigelegten Schützengräben erinnern an diese Zeit. – Passo di Monte Croco Carnico. 1357m – Auf der italienischen Seite fahren wir durch enge Kehren mit gleich 4 Kehrentunneln, die teilweise sehr eng sind. Die Strecke bringt uns hinunter ins Dorf Treppo. Was gibt es Beruhigenderes als am plätschernden Wasser des Flusses La Pontalbe entlangzufahren. Nun genießen wir bei unserer Weiterfahrt in vollen Zügen, die langen Wechselkurven auf rauem Asphalt. Das Ganze geht zügig von der Hand, flott laufen die Kilometer durch. Ab und zu tauchen Spitzkehren auf und sorgen kurzzeitig für erhöhten Pulsschlag. Wir erreichen das Dorf Ligosulio, es ist das letzte Dorf des Pontaiba- Tals. Weitab aller Hauptverbindungsrouten, führt uns die Etappe der Marke abgelegen, auf einem schmalen Sträßchen durch diese hübsche Wald- und Wiesenlandschaft Richtung Paularo (648m). Viele grüne Hügel und teils schroffe Berge umgeben Paularo. (Paularo 18.Jahr. erbaute Pfarrkirche Chiesa die Santi Vito) Die einspurige Straße über den Passo del Cason di Lanza 1552m verbindet Paularo im Tal d` Incaroio mit dem Dorf Pontebba an der Karnischen Dolomitenstraße. Die einspurige Westrampe steigt am Ortsausgang von Paularo mit einer 18% Steigung an. Wenn einem Fahrzeuge entgegenkommen gibt es kaum Ausweichstellen und man muß zurücksetzen. Der Zustand der Pass-Straße gleicht überwiegend einer rissigen Schlaglochpiste mit Geröll, Versandungen, querenden Wasserrinnen und verrosteten und beschädigten Weiderosten. Die seitliche Randsicherung besteht – wenn vorhanden – aus nicht vertrauenserweckend aussehenden, rostigen Geländer. Vorbei geht es an schroffen und teilweise in die Fahrbahn ragenden Felsen. Zum Glück kommen uns nur ein paar Motorradfahrer entgegen. Das Highlight der Strecke ist ein enger, dunkler und gekrümmter Tunnel. Also aufgepasst, kaum aus dem Tunnel raus, kommt uns ein Wohnmobil entgegen. Alle Achtung, der Fahrer hat Nerven und muss genau wissen, wie breit sein Wohnmobil ist um ohne Kratzer durch den Tunnel zu kommen. Mehrere Hinweisschilder warnen uns vor Steinschlag und trotz der Sicherungsnetze, liegen einige Steine auf der Fahrbahn. Beim Erreichen der Casera Ramaz kommen wir durch offenes Wiesengelände, trotzdem bleibt die weitere Pass-Straße eng und führt mit nicht einsehbaren Windungen weiterhin steil bergan. Dann überqueren wir auf schmalen Brücken kleine Gebirgsbäche um dann wieder offenes Gelände zu erreichen, wo das „Refugio Casera Cason di Lanza“ eine bewirtschafte Almhütte steht. Hier oben steht das –  „Rifugio 8 Rgt. Alpini“ – . Der Name des Schutzhauses erinnert an die während der Afghanistan – Mission gefallenen italienischen Gebirgsjäger des achten Regiments. Die Ostrampe des Passo del Cason di Lanza 1552m nach Pontebba im Kanatal ist mit Betonblöcke abgesperrt, weil die weitere Strecke abgerutscht ist und dadurch tiefe Krater auf dieser  entstanden sind . ( Die Fahrbahn ist unterspült) Da bleibt uns nichts anderes übrig als, über die schmale Westrampe zurück nach Paularo zu fahren. Die Provinz- Julisch Venetien hat ihren eigenen Reiz, so locken im Hinterland kleine Straßen uns durch Wald, Weingärten und Obstplantagen. Nun fahren wir Richtung Chiusaforte um über die Sella Nevea 1190m zu fahren. Es ist landschaftlich einer reizvollen Motorradstrecke mit wenig Verkehr. Die Strecke hinauf zum Neveasattel ist eine schmale, gut ausgebaute, aber teilweise anspruchsvolle Straße. Besonders die Auffahrt ab Chiusaforte die mit mehreren Kehren und Tunnel gespickt ist. Zigfach gekrümmt schlängelt sich das Sträßchen in den Wald hinein. Dabei fahren wir durchs Raccolanatal und immer entlang des Bachbettes, dass die Natur weiß mit Kalkstein und türkis mit Wasser angemalt hat, bis wir die Passhöhe auf 1190m erreicht haben. Wir halten uns an die Beschilderung nach Slowenien und dem Passo di Perdil 1156m. Hier dominieren langgezogene, schnelle Kurven. Landschaftlich ist diese Tour reizvoll und die perfekte Verbindung über den Passo di Predil 1156m nach Slowenien zu kommen, um dort den Vrsic-Pass 1611m zu fahren. Wir kommen am Fort Predil  vorbei. Hier leisteten österreichische Soldaten 1809 napoleonischen Soldaten Widerstand. Drei Tage lang. Dann brannte das Fort, die österreichischen Soldaten flohen, fast alle starben. Ein Heldendenkmal mit einem sterbenden Löwen erinnert daran. Der Passo di Predil  1156m mit seinen sanften Kehren und Kurven und der wunderschönen Umgebung, bietet uns ein fantastisches Fahrerlebnis. Schattige Baumreihen säumen den griffigen Asphalt, der von Gewässern und Berge umgeben ist. Die Sonnenstrahlen spielen mit den Blättern und erzeugen so wechselnde Lichtspiele. Sobald sich die Baumreihen öffnen, breitet sich vor uns die beeindruckende Berglandschaft aus. Über die Predelbrücke überqueren wir die Socca. Wir passieren das Dorf Strmec. Alle Männer dieses Dorfes wurden 1943 von der SS ermordet . Sie deportierten Frauen und Kinder, weil Partisanen den Zug im nahegelegenen Bergwerken unbrauchbar gemacht hatten. Auf dem Weg nach Bovec kommen wir an der Festung Trdnjava Kluze vorbei. Sie war auch ein strategischer Verteidigungspunkt  gegen die türkische Invasion, Napoleon und im Ersten Weltkrieg. Schnell erreichen wir Bovec das umgeben ist vom Teil der Julischen Alpen, mit dem bekannten Gipfel wie den Mangart 2055m, den Bavski Grintavec  2347m und dem Triglav 2864m, dem höchsten Berg Sloweniens. Nun wird unsere Tour unterbrochen, da der Vrsic- Pass 1611m wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Durch die massiven Regenfällen in Italien und Slowenien wurden durch Steinschlag und Moorenabgänge etliche Pässe beschädigt. Schade, so geht es weiter Richtung Italien nach Cave del Predil. Das Dorf liegt wunderschön entlang des  Rio del Lago-Tal. Auf einer großausgeschilderten Abzweigung biegen wir ab zum Nassfeldpass 1530m – Passo di Pramollo 1530m -. Er bietet uns eine landschaftlich reizvolle Strecke um von Italien nach Österreich zurückzukommen. Die Südrampe in Italien ist enger als die Nordrampe in Österreich. Viele Kurven und Kehren, insbesondere auf der engen Südrampe, sowie einen Tunnel mit einer sehr engen Kehre und starkem Gefälle fahren wir hinauf zur Passhöhe. Auf der Passhöhe an der Grenze steht ein Kirchlein. Es erinnert an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, der in der Region der Karnischen Alpen besonders heftig tobte. Der Nassfeld-Pass liegt auf einem weiten, sonnenverwöhnten Hochplateau mit einem wunderschön gelegenen Bergsee – Lago di Pramollo -, den man auf einem Holzsteg bequem umrunden kann. Nun geht es zügig zurück nach Kötschach-Mauthen zum Campingplatz Alpencamp.

6.Tourentag: Lago di Sauris, Passo Monte Zoncolan 1750m

Schon früh am Morgen, bei herrlichstem Sonnenschein wollen wir wieder alpine Gipfel erklimmen. Von Kötschach-Mauthen steuern wir den Naßfeldpass 1530m an. Auf der österreichischen Seite ist der Pass hervorragend ausgebaut und lädt zu Schräglagen ein. Einige Motorradfahrer, aber auch konditionstarke Fahrradfahrer genießen mit uns den Naßfeldpass1530m. Auf der Passhöhe kommen wir am Lago di Promollo, einem kleinen Stausee und an einem Kirchlein vorbei, daß an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs erinnert. Die italienischen Seite zeichnet sich durch enge Kurven und nicht beleuchtete Tunnels aus. Hier sollte man sein Bike schon beherrschen. So fahren wir hinunter ins idyllische Pontebba, dass im Kanatal liegt. Man hält sich am besten an die Wegweiser nach Moggio, um zur Sella di Cereschiatis 1006m zu kommen. Die Sella di Cereschiatis 1066m bei einer 18% Steigung liegt größtenteils im Wald. Fahrerisch fließt das Asphaltsband jedoch ruhig und entspannt, neben einem kurzen Tunnel, einigen Kehren öffnet sich dann die Bewaldung und wir haben einen schönen Blick hinüber zum Monte Cavallo / Rosskopf 2240m. Unten im Dörfchen Moggio di Sotto wo Pepe der weiße Schäferhund, in der Sonne döst und sich auch nicht durch uns aus der Ruhe bringen lässt, fahren wir weiter. Auf der breiten Fahrbahn lässt es sich wirklich schön Gas geben auf den lang gezogenen Kurven. Gebremst werden wir nur von den Links- Rechts- Passagen, die sich aber auch zügig fahren lassen. So sausen wir entlang des Rio Tagliamento, der durch den Kalk der Berge fast karibisches aussieht nach Ampezzo. Wir suchen den Wegweiser zum Passo del Pura 1428m, der in der Lumieischlucht liegt. Da der Passo del Pura 1428mTeil des Giro d`Italia war, ist seine Piste gut asphaltiert. Die Straße steigt steil an und in den meisten Kehren sollte man hupen, um den Gegenverkehr auf sich aufmerksam zu machen. Das einzige Manko: sehr viel Wald und wenige Ausblicke auf die Landschaft prägen die Piste. So zieht sich die schmale Strada del Monte Pura den Pass hinauf. Auf der Passhöhe 1428m machen wir eine Kaffeepause. Von dort oben bietet sich uns ein Ausblick weit in das Tal hinein. Vorbei an den Almhütten fahren wir das enge Sträßchen hinunter zum Lago di Sauris. Das absolute Highlight ist der Tunnel, der erst an der Staumauer endet. Die sehr imposante 136 Meter hohe Staumauer thront über den Lago di Sauris-Stausee. Beim Anblick des Stausees der smaragdgrün schimmernd und idyllisch eingebettet zwischen den Bergen liegt, vermutet man nicht, dass hier in den 40er Jahren ein ganzer Ortsteil geflutet und die Bewohner umgesiedelt wurden. Wir nehmen unsere Tour wieder auf und fahren kurvenreich am See entlang, Richtung Sauris di Sopra. Ein weiteres fahrerisches und optisches Schmankerl folgt. Zerstreut liegen die Häuser am grünen Hang und so steuern wir die Sella di Rioda 1800m an. Auf 13% Steigung sind 8 Kehren zu bewältigen. Da schlagen Bikerherzen höher – die Strecke bietet wirklich alles: enge Serpentinen, weite lang gezogenen Kurven und kurze Geraden. Kurz nach der Passhöhe der Sella di Rioda 1800m, lohnt sich ein Abstecher hinauf zum Forcella Lavardet 1542m zu machen. Mittlerweile ist die Piste leider gesperrt ob sie wiederhergestellt wird ist fraglich. Vor Jahren ( 2005) war es für uns noch möglich den Pass zu befahren. Da haben sich die Straßenbauer an der Forcella Laverdet 1542m ausgetobt wie sonst ist es zu erklären, dass nach etlichen Kilometer auf dem grob geschotterten Weg – plötzlich 14 Kehren mit makellosem Asphalt auftauchen-. Verschlungen wie ein Knoten in Mamas Spaghettitopf. Es war damals ein herrliches Erlebnis. Es nützt nichts, wir können dem Pass nicht befahren. So fahren wir weiter Richtung Ovaro um über den Monte Zoncolan 1740m zu fahren. Ovaro liegt im weiten und sonnigen Deganotal und wird auch als Perle Karniens bezeichnet. Es gehört zu den authentischen Dörfern Italiens. Der Ort liegt auf 525m Höhe eingebettet von hohen Bergen. Der Aufstieg zum Monte Zoncolan 1750m von Ovaro aus, ist eine der schwierigsten Motorradstrecken der Alpen. Dem Sträßchen haben sie wegen dem Giro d`Ialia zwar die geschotterte Oberfläche, keineswegs aber den Abenteuercharakter genommen. Sie ist eine 10 Kilometer lange Steigung, die nicht nachlässt und deren Steigungen stets über 10% – 22% liegt und uns mit Haarnadelkurven erwartet. Am Heftigsten ist die Strecke von Liariis bis unterhalb der Pozof Alm: gut 6 Kilometer bei durchschnittlich 14% -!8% Steigung. Es ist ein Muss für Radsportler den „Kaiser“ (so wird der Monte Zoncolan von den Radsportlern genannt) zu überwinden. Athleten und Amateur aus Italien und  dem Ausland kann man beobachten, wie sie diesen harten Anstieg auf Rennrädern bewältigen. So geht es durch die nun mittlerweile beleuchteten drei Tunnel. Bei unserer ersten Fahrt über den Monte Zoncolan waren die Tunnel nicht beleuchtet und nicht asphaltiert.(2005) Der Anstieg ragt in den Karnischen Alpen am östlichen Rand der Dolomiten wie eine Faust nach oben. Die Mühen werden mit einem unvergesslichen Bergpanorama belohnt. Hier oben ist viel los, also fahren wir zügig hinunter. Vorbei an einem kleinen See geht es bei einem 18% Gefälle auf der schmalen Straße, mit engen Kehren den Monte Zoncolan 1750m wieder hinunter. Durch die vielen Skilifte wurde die Straßen im unteren  Teil des Passes großzügig verbreitert. Unsere weitere Tour bringt uns zurück nach Paluzza, das tief im Tal unter uns liegt. Von hier aus sind es noch ein paar ruhige Kilometer bis zum Plöckenpass/Passo di Monte Croce Carnico 1357m. Vom 1. Auf den 2. Dezember 2023 verschüttete ein riesiger Felssturz auf der italienischen Seite den Pass. Teilweise wurde die gesamte Fahrbahn weggerissen. Bis zu 20 Tonnen schwere Felsen blieben auf der Straße liegen. Auch die Tunnels wurden schwer beschädigt. Gott sei Dank ist er wieder offen und so bringt uns der Pass über 12 Kehren und 4 Kehrentunnel zurück nach Kötschach-Mauthen und zum Campingplatz Alpencamp.

7.Tourentag: Passo di Misurina 1757m, Passo Tre Croci 1809m, Passo di Falzaredo 2105m, Passo Pordoi 2239m, Passo Sella 2218m, Passo di Gardena  2121m, Passo Furcia 1789m.

Bei bei unserer heutigen Tour fahren wir von Kötschach-Mauthen in die Dolomiten. Auf dieser Route durchfahren wir die beiden Ost- Westschneisen des Gebirges , nämlich das Pustertal und das Grödnertal .Bis zur Kärntner Landesgrenze erstreckt sich das Lesachtal, welches zu den landschaftlich reizvollsten Tälern im Ostalpenraum ist. Wir fahren geländebedingt von einer Kurve in die andere. Leitplanken gibt es an allen gefährlichen Streckenabschnitten. Die maximale Steigung beträgt ca. 12%. Beeindruckend sind die Ausblicke in die südlichen Täler und auf die Berge. Die Straße tastet die Konturen der Bergflanken ab. Ein ständiges Links-Rechts, Rauf-Runter machen unsere Fahrt abwechslungsreich. Von Birnbaum über Liesing und St. Lorenzen bis hin zum bedeutenden Wallfahrtsort Maria Luggau, reihen sich die Ortschaften entlang des wilden Flusses Gail. Blitzsauber sind die Dörfer und die Höfe bezaubern mit üppigem Blumenschmuck. Es gibt keine Balkone von dem nicht ein fröhlicher, bunter Blumenkasten prangt. Die Kühe stehen noch auf den Almwiesen und die Bauern fahren mit ihren Traktoren das Heu ein. Es ist für uns ein Stück reines Naturerlebnis. Wir erreichen im Osttiroler Pustertal das Panzendorf. Oberhalb vom Panzendorf bei Sillian auf einem Berghügel thront die imposante Burganlage Heinfels 13.Jahr. Unsere kurverei geht weiter, von Innichen Richtung Auronzo di Cadore. Die Strecke geht uns wegen der runden Straßenführung leicht und lässig von der Hand und strengt nicht übermäßig an. Kein miserabler Straßenbelag, keine Hundekurven nur auf die Blitzer vor und in den Dörfern sollte man achten. Oben am Kreuzbergpass 1636m ( Passo di Croce di Comelico), der Fahrtechnisch für uns keine Herausforderung war, war selbst die Aussicht auf die Landschaft kein Highlight. Auch bergab ist das befahren des Passes kein Erlebnis. Es ist ein Übergang vom südtiroler  Sextental ins venezianische Val Parola. (Berge: Kreuzhöhe 1796m und das Roteck 2390m) Unsere weitere Tour führt uns über den hohen Sant`Angelo-Pass 1489m auch bekannt als Passo di Misurina. Nun geht es zum Abzweig  Passo Tre Croci 1809m. Der Pass verbindet die Orte  Auronzo di Cadore mit Cortina d`Ampezzo.  Die 8 km lange Auffahrt zum Scheitelpunkt ist recht knackig gehalten . Acht kurz ausgeführte  Kehren führen uns zum Abzweig, von wo wir zum  Misurina See kommen. Der Gebirgspass schlängelt sich in schönen Kurven und Kehren entlang eines Bilderbuchpanoramas, (darunter die „Drei Zinnen“ 2999m) hinauf zum Lago di Misurina, der sich wie ein Juwel in die weite Hochebene auf 1754m in die Natur schmiegt. In seinem klaren, blauen Wasser bei dem herrlichen Sonnenschein spiegeln sich die Berggipfel des Punta Sorapiss 3205m, der Monte Cristallo 3221m und die berühmten Drei Zinnen 2999m. Hier oben ist die Hölle los, alle Parkplätze sind voll Autos und Bussen und auf der Straße kommt man vor lauter Wanderer kaum weiter. Direkt am Missourinasee liegt am Ufer das“ Gelbe Haus“. Hier entstand 1910 das große Sanatorium, das später in ein Kinderheim für Asthmapatienten umgewandelt wurde. Diese Einrichtung machte Misurina berühmt. Sie wurde auch als “Perle der Alpenluft“ bekannt. Also nichts wie schnell weg von hier, so schön wie es hier auch ist. Die kurvenreiche Strecke führt uns nun hauptsächlich durch ein waldreiches Gebiet. Die Ausblicke auf die Berge verbessern sich erst, je näher wir nach Cortina d`Ampezzo kommen. Cortina d`Ampezzo wird auch die „Perle der Dolomiten“ genannt. Der Ort ist eingebettet auf 1224m Höhe, ist ein luxuriöser Urlaubsort, beliebt bei Bergsteigern, Wanderern und Wintersportler. Er war der Austragungsort der Olympischen Winterspiele 1956 und wird es auch im Jahr 2026 sein. Hier wurden auch weltbekannte Kinoklassiker gedreht wie z,B. „The Pink Panther“ mit David Niven und Peter Sellers, oder die James Bond Episode „ In tödlicher Mission“ mit Roger Moore. Von Cortina d`Ampezzo aus geht es auf die SR48 Richtung Passo di Falzarego 2105m. Eng schmiegt sich die Straße an den Berg um sich dann abwechslungsreich durch einen Lärchenwald zu winden. Nach ca. 5 km auf der ansteigenden Strecke erreichen wir den Ort Pocol. Von dort steigen wir in den Passo di Falzarego 2105m ein. Zwischen den Kehren bei einer 11% Steigung liegen längere Geraden, auf denen man ordentlich Schwung holen kann. Das macht die Strecke durchaus anspruchsvoll, denn der nächste Bremspunkt kommt bestimmt. Die Passhöhe wird von den Felstürmen des „Kleinen Lagazuoi“ 2778m überragt, dessen Felswände im Ersten Weltkrieg Schauplatz des Gebirgskrieges zwischen Österreich und Italien waren. Die Österreicher hatten in den oberen Bereichen der Felswand Stellungen angelegt, während die Italiener darunter Stollen in den Berg trieben und somit die österreichischen Stellungen sprengten. Auf der Passhöhe befindet sich heute ein Denkmal dafür. Eine Hand voll flotter Bögen führen uns den Berg hinab es zum handgehauenen, kurzen Tunnel. Dort quält sich ein Bus durch die enge Passage und hält nicht nur uns auf. Hinter uns hat sich eine lange PKW- Schlange gebildet, also brauchen wir alle etwas Geduld. Nach der Lawinengalerie können wir den Bus endlich überholen. Der weitere Abschnitt ist sowohl fahrerisch als auch optisch eine abwechslungsreiche und runde Sache. Straße: ordentlicher Zustand. Streckenverlauf: harmonisch. Landschaftlich: sehr romantisch. Wir fahren Richtung Canazei. Die Spuren der Geschichte sieht man noch an vielen Orten. So kommen wir an der Burg Andraz vorbei, sie ist eine Festung aus dem 11.Jahr. Das Dorf Andraz liegt an den Hängen des Col di Lana und ist von typischen Belluneser Bauernhäusern umgeben. Bei den letzten Kilometer erleben wir hinauf zum Passo Pordi 2339m ein Kurvenkarussell, Serpentinen gehen nahtlos ineinander über, nur kurze gerade Abschnitte erlauben uns das Sich- Sammeln für den nächsten Tanz durch griffige Kehren. Der Wind in den Haaren, das Motorrad flitzt und der Fahrradfahrer kämpft sich den Passo Pordoi 2330m empor. Hier auf dem Pordoijoch 2339m werden sich die Wolken fast berühren. An der Seilbahn drängen sich die Menschen um hinauf zum Sass Pordoi 2240m-2950m zu gelangen. Viele Cafés, bunte Andenkenläden und die beste Aussicht zu den Türmen des Langkofel 3181m hat man auf der Passhöhe. Nicht weniger berauschend ist die Abfahrt, mit einer überaus gelungenen Kombination aus Kehren und Kurven. Nun steuern wir das Sellamassiv an, dass wie eine Insel im Meer aus dem Grün der Täler herausragt. (Höchster Gipfel der Gruppe ist der Piz Boe mit 3152m) Die Umrundung der Sellarunde zählt zu den beeindruckensten Motorradstrecken in den Alpen. Das Sellajoch verbindet das Val die Fassa mit dem Grödnertal. Bereits bei der Auffahrt haben wir einen einzigartigen Blick auf die Dolomiten. Direkt unter den Felswänden führt die Straße mit unzähligen Kehren hinauf zum Pass. Je höher wir kommen desto gewaltiger erheben sich die Berge der Sella-Gruppe.

Der Sella-Stock: In den Talschlüssen ragen bleichen Felsnadeln schroff in den Himmel. Am Gipfel angekommen biegen wir an der Kreuzung rechts ab, um zum Grödner Joch 2136m zu fahre. Die Abfahrt nach Corvara hat es wieder in sich. Mittlerweile stehen viele Schilder mit 60 Km/h, daran sollte man sich halten. Und tatsächlich sehen wir bei unserer Fahrt nach Corvara eine Polizeikontrolle, also immer schön Piano. Die Fahrt über das Grödner Joch gehört zu der berühmtesten Strecken der Sellarunde und bietet eine Streckenphysik, die uns Motorradfahrer zum jubilieren bringen. Voraussetzung ist natürlich, die Straße ist nicht überfüllt. Nach einer kurzen Pause geht unsere Tour weiter zum Passo di Furcia 1789m/Furkelpass. Die Straße ist recht schmal, aber verkehrsarm und in gutem Zustand. So geht es vorbei an Wiesen, Feldern und entlang eines Waldgebiets. Auf der 1789 Meter hohen Passhöhe des Furkelpass liegt ein künstlich angelegter See. Er dient wohl zur Produktion von Kunstschnee im Winter. Die Bundesstraße bringt uns zurück nach Toblach. Vorbei an den kleinen italienischen Dörfern, wo klapprige Fiats knatternd durch die Gassen fahren und von den massiven Steinhäusern die Farbe abblättert. Aus den Fenstern duftet das leckere Essen von Mama, was für ein idyllisches aber hartes Leben. Nach Innichen bringt uns die Strecke zügig zurück nach Österreich ins Lesachtal. Nun sind es nur noch einige Kilometer bis zum Campingplatz Alpencamp in Kötschach-Mauthen.

8.Touretag: Panaromica delle Vette 1982m

Bei herrlichstem Sonnenschein fahren wir heute von Kötschach-Mauthen zur Panoramica delle Vette 1982m. Der Plöckenpass 1357m bringt uns wieder hinunter ins italienische Friaul nach Paluzza. Wir fahren durch die Ortschaft und neben den Abzweig  Sutrio/Ravascletto ins Val di Cadore. Die Straße führt uns am Flussbett entlang durch das Tal. Kurz nach Ravascletto beginnt die Panaromica delle Vette 1982m. Die steil rückwärtsgewandte Rechtsabbiegung ist gut ausgeschildert. Das Abenteuer Panoramica delle Vette 1982m kann beginnen. Die wir schon zweimal wegen Schneefelder nicht ganz durchfahren konnten. Also versuchen wir es zum dritten Mal. Sie ist ein fantastische, friulinisches Bergland- Highlight. Es ist kein Pass, sondern eine Höhenstrecke. In einem großen Bogen führt sie von Ravascletto durch die Karnischen Alpen nach Comeglians. Dabei erreicht der oft sehr schmale Fahrweg, der nur zum Teil geteert ist, fast die 2000-Metermarke. Auf dem schmalen, sehr brüchigen Asphaltsband fahren wir über unzählige Kurven und Serpentinen (  circa 8%-14% Steigungen) hinauf auf den Berg. Durch die Südflanke des Gebirgszuges Monte Crostis zieht sich die aussichtsreiche Bergstraße. Der höchste Punkt der Strecke ist lediglich 1982m hoch, danach ist sie eine größtenteils flache Kammstraße, jedoch nur geschottert. Die geschotterte Passage ohne Randsicherung der Hochgebirgsstraße ist 7 Km lang. Einige Kurven sind schlecht einsehbar, aber auch für Straßenmaschinen ohne Stollenreifen mit Sozia ist die Strecke machbar. Die Strecke verlangt Erfahrung und eine gute Vorbereitung .Wir haben keinen Gegenverkehr nur einige Fahrradfahrer teilen mit uns diese Piste. Die Panoramica delle Vette 1982m (heißt so viel wie Ausblick über die Gipfel) war im Ersten Weltkrieg eine strategisch wichtige Frontlinie und wurde als Kriegsstraße angelegt, was mit viel Leid verbunden war. Die Umgebung besticht durch eine beeindruckende Bergkulisse und mit fantastischen Panoramablicke über das Tal von Comeglians und auf die umliegenden Bergriesen. An den Hängen des Berges Crostis schmiegt sich das Rifugio Chiadinas. Nach dieser tollen Schotterfahrt hat uns der Asphalt wieder. Schmal und steil, bremsbelag- und reifenfressend geht es wieder auf Asphalt hinunter ins Tal Richtung Comeglians. Viele gefällte Baumstämme liegen am Waldweg. Von oben sehe ich das ein schwerer LKW mit Auflieger die Serpentine hinaufkommt. Wir stoppen unsere Fahrt an einer Ausweichsstelle, denn in der Serpentinen wären wir am LKW nicht vorbeigekommen. Der Fahrer bedankt sich freundlich und wir fahren weiter durch den Wald ins Val di Gorto hinunter. In Comeglians fahren wir wieder den gleichen Weg wie bei der Anfahrt, so kommen wir zurück nach Paluzza und über den Plöckenpass 1357m nach Kötschach-Mauthen zum Campingplatz Alpencamp.

9.Tourentag: Sella Chianzutan, Tramonti di Sopra

Zum Warmfahren gibt es gleich den Plöckenpass 1357m mit seinen tollen Spitzkehren und Tunnels. Er führt uns wie so oft hinunter ins italienische Friaul. Ruck-Zuck sind wir durch  Paluzza durch und biegen in Richtung Sutrio-Ravascletto rechts ab. Es lassen sich auf den einsamen Sträßchen dieses Gebietes mancher Geheimtip entdecken. Von Sutrio führt uns die Straße direkt über die Kuppe des Monte Zoncolan 1750m. Während die Westrampe knapp zweispurig ist ( oben am Pass nur einspurig) und uns durch die drei engen Tunnel führt, geht es bei einem Gefälle runter vom Pass bei bis zu 20%. Die Ostrampe wurde als Zufahrt für das große Skigebiet oberhalb von Sutrio großzügig ausgebaut. Die Steigungen erreichen hier maximal 8% und die Kehren sind sehr gut zu fahren. Einige Kilometer weiter kommen wir zügig ins Tal zum Dörfchen Liaris, wobei uns innerorts ein Opa in Superzeitlupe in seinem klapprigen Auto die Vorfahrt nimmt. Er hat wohl seine Brille vergessen, oder kann wegen Athritis den Kopf nicht mehr drehen und dann huscht auch noch eine streuende Katze an uns vorbei, hoffe es ist kein schlechtes Omen. In dieser herben und entlegenen Gebirgsregion haben wir das kleine Sträßchen fast immer für uns alleine. Wir steuern die Sella di Chianzutan an, dabei fahren wir am Lago di Tramonti vorbei. Der Pass der zwischen den Städten Tolmezzo und San Francesco verläuft, bietet uns nicht nur spektakuläre Ausblicke auf die herrliche Berglandschaft des Friaultals, sondern auch  eine Streckenführung das Bikerherzen anzieht. Mit seinen beeindruckenden Kurven und anspruchsvollen Anstiegen, die den Nervenkitzel des Motorradfahrers suchen. Die Strecke windet sich durch die malerische Umgebung – eine waschechte Bergrennstrecke mit super Asphalt und süchtig machenden Kurven -.  Mit erstaunlich wenig Verkehr rollen wir durch das landschaftlich tolle Val d`Arzino. Hinunter fährt man Kehre um Kehre dem Talboden zu, nach Tramonti di Sopra. Bis dorthin verläuft ein haarsträubendes, enges Sträßchen auf uraltem, buckeligem Belag in einen Wald hinein. Es ist eine Waldpartie die uns unterschiedliche Kurven vors Vorderrad wirft. Oft liegt Dreck und Laub auf der feuchten Fahrbahn. Da gibt es nur eins: Dieses Sträßchen muß in die Schublade mit den Geheimtips. Tramonti di Sopra liegt im oberen Tramontina-Tal, in der Provinz Pordenone , mit der Pfarrkirche San Floriano 17.Jahr. und den umliegenden Überresten einer antiken Burg. Die umliegenden Felsformationen, wie der Aquila del Frascola sind schon beeindruckend. Dann queren wir den Fluß Chiarzo. Immer wieder kringelt sich das schmale Sträßchen durch eine bewaldete  Schlucht. Die ist mal eng, mal weit, aber immer faszinierend. Senkrecht steigen moosbewachsene Felsen in den Himmel. Im Dorf Meduno nehmen wir den Abzweig zum Forcola di Mont Rest 1052m. Dort steht ein Hinweisschild, das die Auffahrt zu fahren ist, aber die Abfahrt nach Mediis ins Lumiei-Tal gesperrt ist. Der Pass ist ideal für Motorradfahrer, die Fahrspaß in waldreicher Umgebung suchen. Seine Rampen sind eng, manchmal kaum mehr als Lenkerbreit, kurvig und steil. Die engen Kurven der Strecke schlängeln sich durch eine malerische Landschaft aus bewaldeten Hängen und tiefen Tälern. Die einspurige Straße erlaubt keine allzu hohen Geschwindigkeiten. Sie erfordert vor allem in den engen Kehren erhöhte Aufmerksamkeit. Kurz gesagt: der Pass Mont Rest  1052m ist eine hervorragende Wahl für eine genussvolle Motorradtour mit vielen Kurven abseits des großen Trubels. Oben auf der Passhöhe steht eine kleine Kapelle.( Kapelle = Chiesetta degli Alpinia Forcella Rest= )  Sie gedenkt allen die im Krieg ums Leben gekommenen Alpini, ( gebaut 1980) durch die Alpini- Gruppe des Tramontina-Tal. Da wir nicht nach Mediis fahren können, geht es zurück zum Ort Meduno. Im Tal verläuft die Straße ohne viele Kurven über Tramonti di Sopra bis zum Beginn des großen Stausees Lago di Tramonti. Der Stausee liegt wie ein grünes Juwel in der spektakulären Landschaft. 1952 wurde das Dörfchen Movada für den Stausee geflutet. Die folgende Strecke kann als märchenhaft bezeichnet werden. Dichte Buchenwälder und weiße Kalksteine bestimmen die Landschaft. Unsere Route bringt uns Richtung des Dorfes Valeriano/ Valerian. Der Ort ist reich an Geschichte und Tradition. Hier verschmelzen Natur und Landwirtschaft miteinander. Eine der Kuriositäten ist das sein Namen von einem römischen „Zenturio  Valerius“ stammt, was auf eine antike Herkunft des Ortes hinweist. Auf dem fruchtbaren friaulischen Boden werden verschiedene Rebsorten wie z.B. Piculit Neri und Ucelut angebaut. Bei der nächsten Kreuzung ist schon Tolmezzo ausgeschrieben und wir biegen ab. Hier treffen wir auf den ersten Wegweiser nach Austria, wo wir über den Plöckenpass 1357m zurück nach Kötschach-Mauthen kommen und zum Campingplatz Alpencamp.

Tolmezzo – Das kleine Bergdorf hat eine interessante Geschichte zu bieten. Es ist eine deutsche Sprachinsel und Jahrhunderte lang lebten dort Bergbauern sehr abgeschieden. Die Minderheit der Zimbren stellen in ihrer Gemeinde ihrer Kulturen und ihre Tradition da.

10.Tourentag:  Nassfeldpass 1530m, Passo die Tanamea 870m, Log pod Mangartom  Passo di Predil 1156m, Sella Nevea 1190m

 Von Kötschach-Mauthen kommen führt uns die B111, bekannt als Gaital Bundesstraße zum Anstieg des Nassfeldpass/ Passo di Pramollo 1530m. Auf der österreichischen Seite ist die Pass-Straße wegen dem großen Skigebiet sehr gut ausgebaut. Kurvenreich fahren wir hinauf zur 1530m hohen Passhöhe. Nach ereichen der italienischen Grenze fahren wir am Lago di Pramollo, dem kleinen Bergsee vorbei. Er ist von Bergen und Wäldern umgeben. Die Südrampe des Passo di Pramollo 1530m auf der italienischen Seite ist anspruchsvoller, gespickt mit engen Kehren. Die Straße wurde im Ersten Weltkrieg angelegt und überwindet etwa 900 Höhenmeter. Der mittlere Teil des Passes führt uns durch eine wilde Schlucht. Die Besonderheit ist der durch den Fels getriebene Tunnel. Der etwa 200 m lange Tunnel hat eine sehr enge 180-Grad Kehre mit starkem Gefälle, die für manch einen Motorradfahrer eine fahrerische Herausforderung ist.  So erreichen wir Gemona del Friuli. Das Dorf erhebt sich auf einem Felsrücken über dem Tal des Flusses Taliamento. Die günstige Lage des Dorfes war im Mittelalter ein bedeutender Knotenpunkt für Handel und Handwerk. Vorbei an weiten, kargen Wiesen die gesäumt von Hecken, Bäumen und Schwarzkiefernwäldern sind fahren wir weiter. Die gesamte Gegend ist von einer Vielzahl kleiner und kleinster Bergsträßchen durchzogen. Sie alle sind einigermaßen gut ausgebaut, gespickt mit sauberen Kurven. So kommen wir durch die vielen kleinen Orte in der italienischen Provinz Friaul-Julisch-Venetien flott voran. In kleinen Kneipen und Cafés sitzen die Alten bei Cappuccino, Expresso oder bei einem Glas Wein zusammen. Einige Serpentinen bringen uns hinauf ins Dorf Maniaglia/Manial. Dabei überwinden wir die ersten Höhenmeter mittels Schräglagentechnik. Nur ein paar wenige Dörfer weiter fahren wir durch tiefen, dunklen Wald. So erreichen wir Lusevera, dass im wunderschönen Parco naturale delle Prealpi Giulie nah an der slowenischen Grenze liegt. Nach einigen weiteren Kehren kommen wir zum Ort Pradielis, die einen alleinstehenden Kirchturm hat. Die Kirche von Pradielis wurde 1976 durch das Friaul- Erdbeben so schwer beschädigt, dass sie abgerissen werden musste. Der schlanke Glockenturm überstand das Beben und wurde in Folge restauriert, die zerstörte Kirche aber nicht mehr aufgebaut. Dann überqueren wir auf einer Brücke den Fluss TorrenteTorre. Am anderen Ufer bringt uns die Bergstraße in den Westhang des 1060m hohen Monte Sorochiplas getriebenen Tunnel. Wir kurven durch das bewaldete Tal des Torrente Mea. Dann geht es hinauf Richtung Passo di Tanamea 870m. Es lässt sich hier wirklich super durch die langgezogenen Kurven fahren . Gebremst werden wir nur von den  Links-Rechts-Passagen , die sich aber auch zügig fahren lassen .Der Passo di Tanamea 870m ist einer reizvollen Strecke, aber nicht überall im besten Zustand. Er ist eine grenzüberschreitende Pass-Straße zwischen dem Friaul und dem slowenischen Soca-Tal. Er verbindet das Tal des Mea-Stroms mit dem Tal des Rio Bianco. Beschwingt fahren wir durch die reizvolle Landschaft des Resia-Tal. Von schroffen Felswänden flankiert bringt uns die Strada Provinciale N646 zum verwaisten italienischen Grenzübergang.  Langsam fahren wir hindurch. Über eine Brücke überqueren wir das Flüsschen Ucja, dass sich tief ins Tal gegraben hat. Knapp 1 km weiter taucht vor uns das unbesetzte slowenische Grenzgebäude auf. Dort passieren wir den nicht ausgeschilderten Scheitel des Uccea-Pass 709m. Die Pass-Straße verläuft durch eine natürliche Senke zwischen den Bergen Monte Guarda 1720m und dem Monte Zaiaur 1816m. Nach drei langgezogenen Kurven folgen zwei enge Kehren, mit gut 8% Gefälle um den etwa 150 Höhenmeter unterhalb der Straße gelegenen Talboden des Flüsschen Ucja zu folgen. Die Talseite der Fahrbahn ist zum Teil mit Leitplanken versehen und im weiteren Verlauf sichern massive Betonmauern die Straße gegen Felssturz. So erreichen wir das idyllische Bovec, das mitten im Triglav- Nationalpark liegt. Wir fahren weiter zum Passo di Predil 1156m an und kommen an der Festung Trdnjava Kluze vorbei, die oberhalb der Koritnica-Schlucht steht. Bei der weiteren Fahrt erreichen wir die Auffahrt zum Mangart- Sattel 2055m. Der Mangart-Pass2055m ist eine Sackgasse und die Zufahrt kostet mittlerweile 10.-Euro. Viele Motorrad- und Radfahrer warten um hinaufzufahren, da die Zufahrt reglementiert ist. Heute kann man nur noch bis zur letzen Serpentinen fahren und muss, um zum höchsten Punkt zu kommen, zu Fuß laufen. In den 2000ern Jahren sind wir zum Mangart 2679m noch über Schotter und ohne Bezahlung bis zur Mangart- Hütte hochgefahren. Darum lassen wir die Mangartstraße links liegen. Nach einem kurzen Ritt durch die Wälder bergauf stehen wir auf der Passhöhe des  1156m hohen Passo di Predil, ( vorbei am Fort Hermann ) der die Grenze zu  Italien ist. Bei der Abfahrt hinab auf die italienische Seite haben wir einen traumhaften Ausblick auf den Lago di Predil. Er ist ein grüngefärbter  See, umsäumt von Wäldern mit einer riesigen Sandbank am Zulauf. Wir planen unserer Rückfahrt wieder über die Sella Nevea 1190m. Nach der Ortschaft Cave di Predil zweigt die Straße nach rechts ab Richtung Sella Nevea 1190m. Es geht leicht ansteigend hoch zu diesem Wintersportort. Die nächsten 18 km bieten uns einfach alles: Lange Kurven, kurze Geraden zum Beschleunigen und immer entlang des Bachbettes, dass die Natur weiß mit Kalkstein und türkis mit Wasser angemalt hat. In vielen wilden Kehren geht es steil bergab, die teilweise in Form von Tunnels in den Berg geschlagen sind. Die Sicht in den Tunnelkehren ist schlecht. Durch viele kleine Dörfer sind wir heute gefahren, mit liebevoll angelegten Gärten vor und hinter dem Haus, in denen jede Menge Blumen blühen. Rentner sitzen am Straßenrand, unterhalten sich und winkten uns freundlich zu, wenn wir vorbeifuhren. Unser letzter Anstieg für heute bringt uns zurück zum Nassfeldpass/ Passo di Pramollo 1530m. Eng und kehrenreich, mit einem Felstunnel samt innenliegender Kehre (mittlerweile mit einer spärlichen Beleuchtung) kommen wir hinauf auf das weite, sonnenverwöhnte Hochplateau  des Nassfeldpasses 1530m mit einem eisig, kalten Bergsee. Die Abfahrt vom Pass lädt nochmal zum flotten Fahren ein. Eine breite Straße mit einsehbaren Kehren lassen uns die Schräglagenfreiheit noch mal voll ausnutzen. Rasch erreichen wir Kötschach-Mauthen und unseren Campingplatz Alpencamp.

11.Tourentag:  Lesachtal – Maria Luggau

Ein schöner, warmer Spätsommertag, eine schöne Landschaft, der vorletzte Urlaubstag, dann starten wir unsere letzte Tour hier in Kärnten. Nach einem gemütlichen Frühstück geht‘s gleich hinauf ins Lesachtal. Dieses Tal gehört zu den schönsten Österreichs. Die Ortschaften sind auf Plateaus angelegt, weil am Talboden nur Platz für das Flüsschen Gail ist. Er fließt durch Schluchten hinunter nach Kötschach. So ist die Straße bis Sankt Jakob sehr kurvenreich, stellenweise durch die senkrechten Felsen, recht eng. Uns erwarten Kurven, Kurven, Kurven. Von weitem kann man eine schöne Dorfkirche ausmachen. Sie steht auf einer kleinen Anhöhe und ist weithin sichtbar. Südlich des Lesachtals erstrecken sich die Karnischen Alpen. Bei unserer Fahrt haben wir zahlreiche schöne Ausblicke in die Seitentäler, auf die Wiesen mit den verstreut liegenden Gehöften und Weiler. Fast an der Grenze zwischen Kärnten und Osttirol liegt der Wallfahrtsort „Maria Luggau“. Zentrum ist das  Servitenkloster mit der um 1520 entstandenen Pfarrkirche Mariä Schnee. Die Geschichte des Klosters geht auf das Jahr 1513 zurück, als die Bäuerin Helena einen Traum hatte, indem ihr aufgetragen wurde eine Kirche zu bauen. Die Luggenauer Madonna, das Gnadenbild, ist ebenfalls ein zentrales Element dieser Geschichte. Maria Luggau wurde zum religiösen Zentrum des Lesachtals und ein bekannter Wallfahrtsort. 1591 gründeten die Franziskaner in Maria Luggau eine Niederlassung. 1593 wurde der Grundstein gelegt.1628 wurden die Franziskaner aus Maria Luggau abberufen. Die Geschichte ist eng mit der Klosteranlage verbunden, die von den Serviten geführt wird. Es beherbergt heute ein Bildung- und Exerzitienhaus. Wir betreten den Eingang zum Kloster und kommen zu einem wunderschönen, duftenden Kräutergarten mit den 4 Elementen der abendländischen Medizin. Bei einer Führung bekommt man einen tiefen Einblick in die Kräuterheilkunde der Klostermedizin. In besonderer Weise ist er auch ein Ort der spirituellen Einkehr. Sehenswert ist die schöne barocke Basilika. Herzstück des Wallfahrtsortes ist das etwa 35 Zentimeter hohe Gnadenbild – eine Pieta auf einem prächtigen schwarz-gold-silbernen  Tabernakel -. Der Hochaltar stammt aus dem 1749 Jahrhundert. Die vielen Mirakelberichte und Votivtafeln im Klostergang wurden untersucht. Sie berichten von vielen Gefahrenabwendungen und Wunderheilungen im Laufe der Jahrhunderte. Im Kloster stehen für die Wallfahrer ca. 70 Betten zur Verfügung und man bekommt Essen im Refektorium. Das Tal der hundert Mühlen…. so wird das Lesachtal auch heute noch genannt. Zu seiner Hochblüte klapperten hier an die 200 Mühlen am rauschenden Bach. Die Bauern nutzen die Kraft des Wasser nicht nur zum Malen des Getreides, sondern auch zum Betreiben von Pflügen und Aufzügen, Drehmaschinen und Sägewerken. Durch die Industrialisierung verschwanden mehrere Mühlen. Doch in Maria Luggau gibt es noch fünf alte, gut erhaltener Wassermühlen, in denen das Lesachtaler Korn für das Brot gemahlen wird. Wir schauen uns die gut erhaltener Strajacher Mühle an. Dann fahren wir zum Campingplatz Alpencamp in Kötschach-Mauthen zurück. Die BMW1250ADV verladen wir auf den Hänger, denn unser Urlaub neigt sich dem Ende.

12.Tourentag: Das Gailtaler Käsefest

Nach einem gemütlichen Frühstück laufen wir zum Gailtaler Käsefest.

Das Kärntner Gailtal steht jedes Jahr am letzten Septemberwochenende ganz im Zeichen des Käses. Dieses Fest findet seit 25 Jahren in Kötschach-Mauthen am Festgelände rund um das Rathaus statt. Das Käsefest ist eines der größten Genussfeste Kärntens und eine landwirtschaftliche Leistungsschau. Aussteller aus Italien, Deutschland, der Schweiz und Österreich präsentieren hier mit stolz ihre Milch und Käseprodukte. Das Fest beginnt traditionell mit einem Brauchtumsumzug . Einige Blaskapellen sorgen für viel Stimmung. Geschmückte Traktoren, mit festlich gekleideten Bauern und Bäuerinnen in schmucken Dirndeln, Kinder mit Blumen, örtlicheTurnvereine, Kinder- Volkstanzgruppen aus verschiedenen Orten, Pferdewagen toll geschmückt, sowie die Brauchtumsgruppen: wie z.B. die Scwarzen Teufel begleiten den Umzug.  Die Schwarzen Teufel sind Teil der Tradition der Perchtenläufer, die vor allem in den Rauhnächten stattfindet um böse Geister zu vertreiben, mit gruseligen Masken und riesigen Glocken auf dem Rücken, die sie mit hüpfen zum Läuten bringen. Es war ein herrlicher Umzug ,nun gehen wir zum Campingplatz Alpencamp zurück um alles einzupacken, denn morgen fahren wir zurück nach Hause.