Pilgerfahrt nach Andalusien Oktober 2024
Vom 1.Oktober bis 8.Oktober organisiert von Biblischen Reisen mit Pastor Koltermann
Am Dienstag den 1. Oktober treffen sich 15 Teilnehmer aus den Dekanaten Dormagen Nord und Süd gemeinsam mit Pastor Koltermann am Flughafen Köln/Bonn, um mit dem Flugzeug nach Andalusien zu fliegen. Spät am Abend landeten wir in Malaga, wo wir im Hotel Don Curro unsere Zimmer für drei Nächte erhielten.
Mittwoch den 2. Oktober : Besichtigung der Stadt Malaga
Unser Reiseleiter holte uns vom Hotel ab und wir gingen zur Burg „Alcazaba“, eines der bedeutendsten Baudenkmäler der Stadt Malaga. Am Eingang erwartete uns die Fremdenführerin Ana, eine temperamentvolle Frau, die uns mit viel Emotionen und Wissen auf die 400 Meter hohe Burg führte.
Alcazaba – Arabisch al-qasba -Zitadelle
Die „Alcazaba“ von Malaga ist eine Erweiterung der Burg von „Gibralfaro“, die sich auf dem Hügel befindet und deren Ursprünge auf die Zeit der Phönizier zurückgeht. Mit ihren acht Innenhöfen und zwei Mauerlinien diente sie als Schutzmauer für die Stadt Malaga. Während der arabischen Besatzung 1340 Jahr. plante Yusuf I. eine Erweiterung der Burg und errichtete auf dem unteren Burghügel eine Zitadelle. Nach der siegreichen Belagerung durch die katholischen Könige, die am 19. August 1487 endete, entstand die „Alcazaba“ von Malaga wie sie heute ist. Auf der Nordseite befindet sich das alte römische Theater. Von innen haben wir den Nasridenpalast, den Christusturm der Zugang zum Innenhof ist und das Tor „Puerto de la Boveda Vaida“ besichtigt.
In der Mittagspause schlenderten wir durch die Altstadt und genossen auf dem Geheimtipp von Ana ein schmackhaftes Eis. Am Nachmittag besuchten wir die prunkvolle Kathedrale „Santa Iglesia Catedral Basilica de la Encarnacion“ . Sie ist im Volksmund auch als La Manquita – die kleine Einarmige bekannt. Sie wurde am ehemaligen Standort einer Moschee-Mauernviertel im 16./17. Jahr. direkt über der Mezquita Mayor (die Große Moschee) erbaut. Der Grundriss der Kathedrale ist in Form eines lateinischen Kreuzes gehalten. Faszinierend sind die hölzernen Chorgestühle. Besonders erhaben ist der 1541 Jahr. erschaffene, halbrunde Altar, das prachtvoll verzierte Gewölbe und die gewaltigen Säulen. Danach ging es zum Picasso Museum. Es befindet sich seit 2003 im „Palacio de Buenavista“ und ist eines der bedeutendsten Museen in Malaga. Am 25. Oktober 1881 wurde Pablo Picasso hier in Malaga geboren. Circa 200 Werke sind in der Dauerausstellung des Museums und gab uns Einblicke in die verschiedenen Perioden seines Schaffens.
Donnerstag den 3. Oktober: Fahrt und Besichtigung der Stadt Granada
An der Küste Tropical entlang fahren wir zur Stadt Granada. Zuerst erkundigen wir zu Fuß das älteste Viertel der Stadt Granada : „Das arabische Albaicin.“ Das arabische Viertel ist ein Labyrinth aus engen, weißgetünchten Gassen mit wunderschönen Kopfsteinpflaster. Am „Mirador de San Nicolas“ haben wir einen fantastischen Panoramablick auf die gegenüberliegende „Alhambra“. Zuerst schauen wir uns die „Iglesia de San Nicolas“ an. Sie wurde 1525 Jahr. im Mudejar- Stil erbaut mit gotischen Elementen. Dann schlendern wir zum Placeta de S. Gregoria. Wir kommen an viele Geschäfte, Cafés und Restaurants vorbei , einige Damen schauten sich die traditionellen Stoffe und arabisches Kunsthandwerk an. ( Hoffe, dass es nicht Made in China ist) Unterdessen schauen die Anderen sich die Kirche „Convento de San Gregorio Betico“ an. Sie stammt aus dem 16. Jahr. und hat ihren Ursprung als Einsiedelei, die von den Katholischen Königen in Auftrag gegeben wurde, um die Franziskanermönche Juan de Cetina und Pedro de Duenas zu ehren, die 1397 Jahr. den Märtyrertod erlitten. Kirche und Kloster werden seit 1950er Jahren von der Gemeinschaft der Klarissenschwestern bewohnt, Novizinnen in Weiß. Danach machen wir uns auf dem Weg zur „Alhambra“. Sie war die Palastanlage der Nasariden- Sultane. Die „Alhambra“ ist eine Stadtburg auf dem Sabika Hügel. Hier werden wir vom Fremdenführer Manuel erwartet. Mit viel Sachverstand und voller Stolz führt er uns durch das riesige Areal. Zuerst laufen wir durch die paradiesischen Gärten des „Generalife“.
Generalife: Der Sommerpalast mit seinen berühmten Gärten, die ein Paradies der Ruhe mit Wasserspielen, Rosen und Zypressen darstellen, wie z.B. der „Patio de la Acequia“-Hof des Wasserkanals. Überall finden wir hier Kanäle, Brunnen und Becken, die die maurische Ingenieurkunst zeigt und sie somit eine kühle, beruhigende Atmosphäre geschaffen haben.
Die „Alhambra“ besteht aus drei Teilen, aus dem Palast des Mexnar, der Palast Comares mit Blumen und dem Myrtenhöfen, sowie dem Nasridenpalast. Sie sind Zeugnisse maurische Baukunst.
Nasridenpalast: Das Herzstück der „Alhambra“, mit filigraner Stuckverzierung an Wänden und Decken, Wände mit Kalligraphien und geometrischen Kacheln, (Zellig) die symbolische Bedeutung haben. Der bekannteste Platz ist der „Löwenhof“, ( Platio de los Leones) mit seinen 128 Säulen und seinem Löwenbrunnen. Wir tauchen ein in ein Märchen aus 1001 Nacht. Bei unserer weiteren Tour kommen wir am Renaissance- Palast von Karl V. vorbei. Diesen Palast hat Karl V. im 16. Jahr. in Auftrag gegeben, er wurde nie fertig gestellt. Er hat einen kreisförmigen Innenhof mit dorischen Säulen . Der Palast sollte den Trumpf über das maurische Erbe demonstrieren. Nun laufen wir in Granada zur Kirche „Capilla Real“.
Königliche Kapelle: Sie ist ein bedeutendes Mausoleum in dem die katholischen Könige Isabella und Ferdinand, ihre Tochter Johanna und ihr Gemahl Philipp der Schöne bestattet sind. Die Kapelle wurde auf dem Gelände der ehemaligen Hauptmoschee erbaut, direkt neben dem heutigen Kathedralenbau. Am Vorplatz der Kathedrale wurde im Jahr 1492, durch den maurischen König Muhammad XII. ( genannt Boabdil ) die Schlüssel der Stadt Granada an Königin Isabella und König Ferdinand übergeben. Es markierte das Ende der muslimischen Herrschaft in Spanien. Im Herzen der Altstadt liegt die Kathedrale „ Santa Maria de la Encarnacion de Granada“. Sie zählt zu den ältesten Kathedralen des christlichen Abendlandes. Von der Plaza de las Pasiegas bewundern wir die Hauptfassade. Es ist ein rechteckiger Kirchenbau mit Hauptschiff und zwei Seitenschiffen, an die ein halbrunder Chor anschließt. Sie ist eine sehr hohe und sehr helle Kirche, die von mächtigen Säulen gegliedert wird. Die Gestaltung der Decke ist mit wunderschönen Ornamenten verziert. Die vielen Seitenkapellen sind mit kostbaren Kunstwerke ( 17. Und 18. Jahr.) geschmückt. Mitten unter der Sternenkuppel steht der glänzende Altar mit seinem Kuppeldach. Beeindruckend sind die beiden Orgeln aus der Zeit um 1745 Jahr. die reich verziert sind. Sie stehen parallel zueinander. Nun geht es zurück zu unserem Hotel Don Curro.
Freitag den 4.Oktober: Ronda und Sevilla
Nun hieß es erst mal Koffer packen. Nach unserem gemeinschaftlichen Frühstück brachte uns der Fahrer Mauro mit dem Bus nach Ronda. Die Araber nannten die Stadt „Izna Rand Onda“. Einst war Ronda ein Schmugglernest. Unser erster Weg führt uns zu der ikonischen Brücke „Puente Nuevo“. Die Stadt liegt hoch auf einem Felsenplateau über der 180 Meter tiefen Tajo- Schlucht mit dem Rio Guadalevin. Die monumentale Brücke trennt dabei die historische Altstadt La Ciudad vom jüngeren Teil El Mercadillo. Die Mauern von Ronda stammen aus der muslimischen Zeit. Nun laufen wir durch die Altstadt mit ihren weißen Häusern und blumengeschmückten Gärten. Wir bewundern die „Iglesia de Nuestra Senora de la Paz“ 16. Jahr. Diese Kirche ist der Jungfrau des Friedens gewidmet, der Schutzpatronin der Stadt Ronda. Das Gebäude diente einst als eine Einsiedelei und Feldlazarett . Selbst weltbekannte Schriftsteller wie Ernest Hemingway und Rainer Maria Rilke waren hin und weg von dieser Stadt .Nun kommen wir am Plaza de Toros an der Stierkampfarena vorbei, die wir 2005 kostenlos besichtigt haben, heute bezahlt man dafür Eintritt. Unser nächstes Ziel war das Museum „Don Bosco“. Das „Don Bosco“ Haus gehörte dem Ehepaar Don Francisco Granadino Perez und seiner Frau Dona Dolores Gomez Martinez. Beide starben Kinderlos (1932 bzw. 1938) und schenkten das Haus der örtlichen katholischen Salesianerkongregation. Das Haus sollte zu einem Ort der Ruhe, der Heilung und Genesung werden, sowohl für junge und ältere Menschen. Vom Garten des „Don Bosco“ Haus, haben wir einen tollen Blick auf das Tal und die Brücke „ Puente Nuevo“. Weiter ging es an diesem Tag durch die herrliche Landschaft Andalusiens, die geprägt ist von vielfältiger Landwirtschaft und hohen Bergen. So fuhren wir weiter nach Sevilla, die berühmt ist als „Wiege des Flamenco“, hauptsächlich im Viertel Triana. Wir sind begeistert von Sevilla. Die Kombination von moderner Architektur und historischen Gebäuden ist schon sehr beeindruckend. Die meist fotografierte Sehenswürdigkeit ist der berühmte „Plaza de Espana“. Der „Plaza de Espana“ in Sevilla: der Halbkreis des Platzes ist eine Umarmung der südamerikanischen Kolonien durch Spanien. So bewundern wir die Türme, bunt gekachelten Brücken, die 48 Nischen mit den verschiedenen Provinzen Spaniens, die verziert sind mit ihren Wappen, historischen Szenen und mit Azulejoskacheln. Er ist eine Mischung aus Renaissance, Barock und Mudejar-Stil, mit viel Keramik und Ziegeln. Zwei markante Türmen rahmen den Platz ein. Unter der Aragon- Brücke fließt ein kleiner Kanal, auf den man mit Ruderbooten fahren kann. Der Platz wurde 1929 im Rahmen der Iberoamerikanischen Ausstellung errichtet. Nun laufen wir zum „Parque de Maria Luisa“, er ist eine grüne Oase, mit schattigen Wegen, exotischen Pflanzen und dem Löwenbrunnen. Am „Plaza America“ kommen wir an den Expo- Pavillons vorbei. Damals gab es 117 Gebäude für die Expo 1929, die für diesen Anlaß gebaut wurden, heute sind nur noch 25 erhalten geblieben. Es sind ehemalige Pavillons von Ländern wie Peru, Uruguay, Chile, Portugal, Mexiko, Argentinien und Kolumbien, die an die Ausstellung 1929 erinnern. Diese Gebäude werden heute z.B. als Universität genutzt, als Haus der Wissenschaft, der Kunst, als Tanzkonservatorium oder als Konsulat . Der „Plaza de Amerika“ diente mehrfach als Kulisse für große Kinofilme. Ob „Laurence von Arabien“ oder „Star Wars, Episode II“ – keine Geringeren als diese Blockbuster wurden zum Teil in dem Park Sevillas gedreht. Viel zu kurz war die Zeit an diesem herrlichen Platz. So geht unsere Tour weiter zur Kirche „Macarena“. Die Basilika „la Macarena“ ist ein neobarockes Kirchengebäude. Erbaut 1943 zu Ehren der Jungfrau „Virgin de la Esperanza Macarena“. Die Statue der Jungfrau trägt eine prächtige Robe, eine goldene Krone und Diamanten als Tränen. Sie ist die berühmteste Prozessionsfigur Sevillas. Die Fresken und Gemälde an den Wänden und Decken sind überwältigend. Da zurzeit eine Messe gefeiert wird halten wir andächtig inne und verlassen leise die Basilika. Neben der Basilika befindet sich der „Arco de la Macarena“. Dieser Bogen ist ein Überbleibsel der Festungsmauer aus der Zeit der Almohaden- Dynastie aus dem 12,Jahr. und war zu dieser Zeit das Stadttor des Königs zum königlichen Palast von Sevilla. Nun bringt uns unser Fahrer Mauro zurück zum Hotel, was leider außerhalb der Stadt lag.
Samstag den 5. Oktober: 2.Tag in Sevilla
Unsere heutige Besichtigungstour in Sevilla beginnt am „Torre del Oro Tower“ 1221 Jahr. Seit 800 Jahren ist er steinerner Zeuge der Geschichte am Guadalquivir- Fluss . Er steht in Sevilla, der einstmals wichtigsten Hafenstadt Andalusiens. Eine schwere Kette die unter Wasser auf die andere Seite des Flusses Guadalquivir geführt wurde, sollte verhindern das stromaufwärts fahrende Schiffe bzw. Kriegsschiffe in Sevilla unerlaubt eindringen konnten. Der Bau des „Torre del Oro Tower“ wurde im Auftrag den in Marrakesch (Marokko )1220 Jahr. residierenden Almohaden eingesetzten Gouverneurs Abul-Ula errichtet werden. Am Plaza del Triunfo – Platz des Triumphes – laufen wir zum „Real Alcazar Mudejar Palast von Pedro I.“ – auch genannt Peter der Grausame. Das „Real Alcazar“ ist ein Märchenschloss, dass uns mit filigraner Mudejar- Architektur, kunstvollen Mosaiken, Hufeisenbögen und üppigen Gärten verzaubert – ein beeindruckendes Beispiel für maurischer und christlicher Kunst. Die Gärten dienten als Kulisse „für die Wassergärten von Dorne, in der Serie Game of Thrones“. Der „König Pedro I.“ Palast stammt aus dem 14. Jahr. Besonders beeindruckt hat uns der Botschaftersaal – Salon de Embajadores – , mit seiner goldenen Kuppel. Er ist der älteste Königspalast Europas und wenn die spanische Königsfamilie in Sevilla ist, residiert sie im Alcazar. Wir machen eine kurze Pause in den weitläufigen Gärten des „Real Alcazar“. Was für eine Pracht und Schönheit mit den Orangenbäumen, Pfauen, Zypressen, Teichen und Springbrunnen. Sie bieten uns eine Oase der Ruhe. Nach einem kurzen Snack machen wir uns auf dem Weg die prachtvolle Kathedrale in Sevilla zu besichtigen, in der sich das Grab von Christoph Kolumbus befindet. Was als erstes uns beeindruckte war der Glockenturm „Giralda“, der früher ein Minarett war. Schon wieder eine gigantisch große Kirche, ( erbaut 1401/1519) die größte gotische Kathedrale und die drittgrößte Kirche der Welt. Wir bestaunen den Hauptaltar, der leider hinter Gitter ist – Retablo Mayor -. Es ist ein flämisches Schnitzretable aus Blattgold, mit 44 biblischen Reliefs und mit mehr als 200 Figuren, mit Szenen des Alten Testaments und Heiligenfiguren. Es ist der größte Altar der Christenheit 23×20 Meter . Auch das Chorgestühl ist ein beeindruckendes Kunstwerk ( 1478 Jahr.) und befindet sich am Querschiff mit wunderschönen Schnitzereien unzähliger Figuren. Das prachtvolle Gestühl (spanisch : coro) verschmelzt die maurische und christliche Kultur. Die Kathedrale besteht aus fünf Schiffen mit wunderschönen, verzierten kleinen Altare. Zu den Merkmalen der Kathedrale gehören die Glasfenster und die hohen Gewölbe. Über dem „Portal de los Palos“ ähnelt das Gesicht des Heiligen den Gesichtszügen Kaisers Karl V. Die Kathedrale hat eine wunderbare Gemäldesammlung mit Werken von Murillo, Goya und Zurbarau. Das Grabmal von Christoph Kolumbus befindet sich imposant im Zentrum der Kathedrale von Sevilla, getragen von vier Allergorien, die die historischen Königreiche Spaniens – Kastilien, Leon, Aragon, Navarra – repräsentieren . Die Figuren symbolisieren die Macht und Autorität der Region, die im Mittelpunkt von Kolumbus- Leben und Vermächtnis stehen. Danach bewundern wir die „Giralda“ den berühmten Glockenturm der Kathedrale von Sevilla, ursprünglich das Minarett der großen Almohaden- Moschee aus dem 12.Jahr. und mit 100 Meter Höhe damals der höchste Turm der Welt. Auch der Orangenhof, der „Patio de los Naranjos“ mit einer westgotischen Brunnenschale und das Tor des Vergebens- „Puerta del Perdon- sind ein Überbleibsel der Moschee. Der Renaissance- Stuck weißt kufische Almohaden- Inschriften auf. Wir laufen die 35 Rampen der „Giralda“ hinauf. Oben angekommen haben wir einen tollen Ausblick auf die Kathedrale, auf die Stierkampfarena und auf Sevilla. Grund für diese Rampe im inneren der „Giralda“ war die Mithilfe von Pferden und Maultieren während der Bauzeit. Die Tiere trugen die Baumaterialien über die Rampe nach oben. Erzählungen zufolge soll der Muezzin auf einem Pferd nach oben geritten sein, um die Gläubigen vom Minarett aus zum Gebet zu rufen. Der Name „Giralda“ leitet sich von der Bronze- Figur „Giraldillo“ab, die den Sieg über die Mauren darstellt und auf der Spitze des Turmes thront. Nach soviel geschichtlicher und anschaulicher Information brauchen wir eine Pause. Wir schlendern vorbei an den vielen Souvenirshops und Bars . So kommen wir am Plaza de la Encancion zum „Metropol Parasol“ auch „Las Setas ( die Pilze) genannt vorbei. Es beherbergt einen Markt, ein Restaurant und ein archäologisches Museum. Hier auf dem Platz ist einiges los, mit Musik und Tanz, was für ein fröhliches Intermezzo. Am späten Nachmittag haben wir die Möglichkeit, eine authentische Flamenco- Show im „Museo del Baile“ zu genießen. Es war eine Live-Performance von erfahrenen Tänzer und Sänger, die von der berühmten Tänzerin und Choreografin Chritina Hoyos trainiert wurden. Danach hatten wir die Möglichkeit das Museum zu besuchen, wo wir mehr über die Geschichte und Kultur des Flamenco in Spanien erfahren konnten. Nun sind wir alle geschafft und froh, daß unser Fahrer Mauro uns zurück zum Hotel bringt. So geht ein ereignisreicher Tag zu Ende.
Sonntag den 6. Oktober: Cordoba
Unsere Bildungsreise bringt uns weiter durch die andalusische Landschaft zu der Stadt Cordoba. Nach unserer Ankunft erwartet uns unsere Reiseleiterin Claudia. Unsere erste Station in der Altstadt war das „Casa de Sefarad“ aus dem 14. Jahr., das im Inneren die Reste der renovierten alten Synagoge beinhaltete. Es ist ein authentisches Haus und zeigt uns, wie die sephardischen Juden von Cordoba zu dieser Zeit lebten, mit Kleidung die sie trugen, Schmuck, Fotos usw. Auch alle Ungerechtigkeiten die ihnen angetan wurden ist hier dargestellt. Es gibt 6 Säale: Hier wird die Musik und Sprache der Sepharden erklärt. Es sind Gegenstände ausgestellt die sie für ihre religiösen Feste brauchten. Das Haus bewahrt das Gedächtnis der spanisch- jüdischen Kultur. Anschließend wurden jüdische und armenische Lieder von einem Sänger vorgetragen. Reiseleiterin Claudia brachte uns danach zum jüdischen Viertel-Juderia. Wir blieben stehen an der Bronzestatue von dem Gelehrten „Moses Meimonides“ , der auf der „Plaza de Tiberiades“ im Herzen des jüdischen Viertels steht. Er war ein Universalgelehrter, der bedeutende Beiträge zur Medizin, zum Recht, zur Philosophie und zum jüdischen, religiösen Denken leistete. Seine philosophische Abhandlung „Guide fort he Perplexed“, in der er die aristotelische Philosophie mit der hebräischen Schrift verbannt, ist auch heute noch einflussreich. Er hat es mit seinem großen Wissen bis zum höchsten Sultan Saladin in Kairo geschafft. Bei unserem weiteren Rundgang in Cordoba, bewundern wir die schönen, blumengeschmückten Innenhöfen. Eine der schönsten Straße ist die „Calle de las Flores“, die zu beiden Seiten mit einer bunten Blumenpracht gesäumt ist. Nun steuern wir das „Museo Vivo de- al-Andalus“ im „Torre La Calahorra“ an. Dabei schlendern wir über die alte römische Brücke ( Puente Romano aus dem frühen 1. Jahr. v. Chr.) die den Fluss Guadalquivir mit 16 Bögen überspannt. Die in jüngerer Zeit als „Game of Thrones- Kulisse,“ kommt die römische Brücke in mehreren Staffeln als lange Brücke von Volantis vor. Der „Torre La Calahorra“ ist ein Festungsturm islamischen Ursprungs 14. Jahr. – arabisch Qual at al-hurriya – bedeutet freie Festung , erbaut von den Almohaden. Das Museum beherbergt die friedliche Koexistenz von Muslimen, Juden und Christen im mittelalterlichen Cordoba. In acht Räumen erleben wir einen historischen Überblick in die Architektur, Musik, Wissenschaft und das Zusammenleben der jüdischen und muslimischen Religionen. Christliche Herrscher, europäische Gesandte oder nordafrikanische Emire kamen damals, um den ersten Kalifen „Abdal-Rahman III.“ zu huldigen. Ein Modell der „Aljama- Moschee“ in Cordoba in seiner Blütezeit des 10. Jahr. erzählt ein Audio- Guide von der Geschichte des Bauwerks. Fünfmal täglich mit Blick auf Mekka musste der Muslime das rituelle Gebet verrichten und Freitags in einer Moschee. Zwischen schlichten Mauern, gestuften Zinnen und Pfeilern wurde die „Aljama- Moschee“, zum ultimativen Pilgerort für Reisende aus verschiedenen Teilen des Mittelmeerraums. Der Cadi – oberster Richter von Cordoba – leitete das Gebet. Sie war nicht nur Gotteshaus sondern auch der Ort, an dem der Cadi oder Richter sitzend Recht sprach. Dies alles wird in Miniaturform hier ausgestellt. Sie zeigen uns das Leben der Menschen in wunderschönen Szenen da, es spielte sich draußen im „Patio“ ab. Mit Zitronen- und Orangenbäumen sowie Blumenbeeten, waren die Innenhöfe des damaligen Cordoba ein kleines Paradies. Nun steigen wir zur oberen Etage des „Museo Vivo de-al-Andalus hinauf zur Aussichtsplattform. Von der oben haben wir einen fantastischen Panoramablick auf die römische Brücke – Puente Romano- , die Altstadt – Juderia und auf die „Mezquita-Catedrale. Nun bummeln wir weiter zur „Mezquita-Catedral. Man betritt durch den Orangenhof „Patio de los Naranjos“ die Catedrale. Der rechteckige Hof mit Orangenbäumen, Brunnen und schattigen Wegen diente den muslimischen Gläubigen einst für ihre rituellen Waschungen. Zur Zeit des Römischen Reiches befand sich genau an dieser Stelle ein Tempel. Später wurde daraus eine westgotische Kirche, die dem heiligen Vinzenz von Saragossa geweiht war. Nach der islamischen Herrschaft in Spanien gab Emir Abdal-Rahman I. im Jahre 784 den Auftrag zum Bau der großen Moschee und ließ das christliche Gotteshaus niederreißen. Was daraufhin entstand war ein Meisterwerk islamischer Architektur. Der gigantische Gebetsraum ist geprägt von einem Meer aus Säulen und Hufeisenbögen. Über 850 Säulen aus Jaspis, Onyx, Marmor und Granit tragen das Dach. Die Säulen beeindrucken uns mit einem Spiel aus Licht und Schatten und man hat das Gefühl, in einer endlosen Halle zu stehen. Durch endlose Säulen kommen wir zum „ Mihrab“, dem Juwel der Moschee. Durch ein Gittertor sieht man die Gebetsnische, die die Gebetsrichtung ( Qibla) nach Mekka markiert. Wir bewundern feinste byzantinische Mosaike in Blau, Smaragd und Rubinrot, dazwischen glitzert Blattgold. Die Nische öffnet sich achteckig, überragt von einer sternförmigen Kuppel. Hier verschmilzt islamische Architektur mit byzantinischer Mosaikkunst zu einem Meisterwerk. Die Moschee war ein Pilgerziel spanischer Muslime. Atemlos bestaunen wir das „Mihrab“. Mitten in diesem maurischen Bauwerk erhebt sich eine barocke Kathedrale. Nach der Eroberung Cordoba 1236 Jahr. lies der kastilische König Ferdinand III. das Minarett mit einem Kreuz versehen und weihte die Moschee der Jungfrau Maria. Im 16. Jahr. ließ der Bischof trotz Proteste ein gotisches Kirchenschiff mitten in die Moschee bauen. Selbst Kaiser Karl V. soll später gesagt haben :“ Ihr habt zerstört, was einzigartig in der Welt war.“
Mequita-Catedrale: Hohe Gewölbe, farbige Glasfenster, barocke Altäre und geschnitzte Chorstühle schaffen einen starken Kontrast zur filigranen maurischen Ornamentik. Die Kathedrale ist vom Säulenwald kaum zu erahnen – erst wenn man davor steht, ist man von der Wucht überrascht. Kultvolle Altäre, Stuckarbeiten und eine reich verzierte Kanzel. Im Chor reihen sich dunkle, reich geschnitzte Sitze, durchzogen von biblischen Szenen aneinander – was für ein Prunk. Links und rechts thronen mächtige Orgeln, deren Pfeifen wie silberne Türme in den Raum ragen. Der Hauptaltar erstrahlt in Gold, flankiert von barocken Heiligenfiguren, die mit ernsten Blicken auf uns herabschauen. Es sind zwei Welten die wie es scheint manchmal in Harmonie, manchmal in stiller Konkurrenz zueinander stehen. Es sind 1.200 Jahre Geschichte und der Besuch der „Mequita-Catedrale“ von Cordoba gehört für mich zum eindrucksvollsten Erlebnis der Stadt und von Andalusien. Nun geht es zurück zu unserem Hotel.
Montag den 7. Oktober: Jerez de la Fontera und Cadiz
Unser heutiger Ausflug bringt uns nach Jerez de la Fontera und Cadiz. Bekannt und berühmt wurde Jerez de la Fontera durch die Produktion von Sherry. Zahlreiche Weinkellereien wie z. B. der bekannte Sherry- Produzent Tio Pepe bieten Führungen an. Wir unternehmen zunächst ein Spaziergang durch das Zentrum rund um den Plaza del Arenal. So kommen wir zur Haupt- Attraktion der Stadt zur „Alcazar de Jerez“. Es ist eine maurische Festung aus dem 11. Jahr. mit einem achteckigen Turm im Almohaden- Stil und ist somit das älteste Bauwerk in der Stadt. Mit baulichen Überresten eines Palast- Gebäudes, einer Moschee, Gartenanlagen sowie mit arabischen Bäder. Vom Alcazar aus laufen wird zur Kathedrale der Stadt. Auf den Fundamenten der einst größten maurischen Moschee wurde Ende des 17. Jahr. dieses Kirchenbauwerk errichtet.
Kathedrale von Jerez de la Fontera: Besticht durch unterschiedlichen Stilarten von der Gotik, über den Barock bis zur Neoklassik. Der freistehende Turm neben der Kirche mag einmal ein Minarett gewesen sein.
Sehenswert in der Stadt sind die vielen Plätze: Der Plaza del Arroyo, der Plaza Peones oder auch der Plaza Vargas. Dort sehen wir nicht nur schöne Brunnen sondern auch zahlreiche historische Gebäude, wie das alte Rathaus von Jerez in der Calle Consistorio. Bekannt ist hier die Königliche Reitschule sowie der Flamenco de Jerez. Nachdem wir die Bodega Tio Pepe erreicht haben, empfängt uns eine Dame in einem altwürdigen Herrenhaus. Sie informiert uns wie aufwendig die Herstellung des Sherrys ist. Entlang der schönen Gartenanlage kommen wir in dem Betrieb rein, wo der Sherry in riesigen Weinfässern lagert. Die Phönizier brachten die Rebstöcke des Sherrys hier nach Andalusien und machten dadurch Jerez de la Fontera zu einer der ältesten Weinregion der Welt. Sir Francis Drake brachte durch den Überfall auf Cadiz 1587 eine große Menge Sherry nach England, was diesen Wein über Nacht bei Hofe beliebt machte. Er wurde dadurch zum Grundstein für den bis heute andauernden, starken Handel zwischen Großbritannien und der Sherry- Region Jerez. Nach dem bestaunen des Gestüt mit seinen Stallungen, Pferden und Kutschen wurden uns eine Verköstigung verschiedenen Sherry- Sorten bei Brot, Käse, Schinken und Oliven serviert. Mit einer Bootsfahrt ging es für uns weiter in die Hafenstadt Cadiz. Die Überfahrt dauerte etwa eine halbe Stunde, es war kalt und windig. Vom weiten sehen wir die riesige Schrägseilbrücke „Puente de la Constitucion“. Cadiz ist die älteste Stadt Europas und liegt auf einer Landzunge, in der Bucht von Cadiz. Nach der Entdeckung Amerikas wurde die Stadt reich. Hier landeten die mit Gold und Silber beladenen Gallonen aus der neuen Welt, bevor es über den Fluss Guadalquivir nach Sevilla ging. Die prachtvolle Geschichte der Stadt ist geprägt vom gaditanischem Handel mit „Hinterindien“. Aus jener Zeit stammen die meisten alten Gebäude. Die alte Stadtmauer schützte Cadiz einst vor Piraten und schützt sie noch immer vor dem Atlantik. Wir laufen zum Plaza de San Antonio mit der gleichnamigen Kirche. Nicht weit davon kommen wir zur palmengesäumten Plaza Fragela. Dort bewundern wir das „Gran Teatro Falla“ aus dem Jahr 1884, benannt nach Manuel de Falla, einem Sohn der Stadt der ein bedeutender Komponist war. Erbaut wurde das Theater im so genannten Neomudejar- Stil. Beeindruckend ist die Kathedrale von Cadiz, die wir vom Boot aus schon vom weiten sehen konnten.
Kathedrale von Cadiz: Catedral de Santa Cruz sobrelas Aguas 1722 Jahr. (bedeutet Heiligen Kreuzes über dem Wasser)
Sie liegt direkt am Meer und im historischen Zentrum an der Plaza de la Catedral. Das Äußere von der Kathedrale ist geprägt von der goldenen Kuppel, mit einer barocken Fassade und besteht überwiegend aus weißem Stein. Das lichte Helle setzt sich im Innenraum der Kathedrale fort, daß weit und großzügig wirkt und von korintherinnen Marmorsäulen strukturiert ist. In den Seitenkapellen befinden sich zahlreiche Gemälde und Relikte aus der alten Kathedrale und aus spanischen Klöstern, sowie die aus massiven Silber gefertigte“ Monstranz del Millon“ 17. Jahr. In der Krypta befindet sich die Ruhestätte des Komponisten Manuel de Falla. ( 1876-1946)Die Straße von Cadiz in der Altstadt sind schmal und dunkel und die Häuser links und rechts sind sehr hoch. Auf den ersten Blick hat man einen leicht beklemmenden Eindruck. Unser weiterer Weg führt uns in die Calle Marques del Real Tesoro, zum „Torre Tavira“ 18. Jahr. Der „Torre Tavira“ ist der höchste Punkt der Altstadt und ein historischer Wachturm mit fantastischem Panoramablick, berühmt für seine „Camera Obscura“. Es ist ein optisches System aus Spiegeln und Linsen. Die „Camera Obscura“ projiziert das Geschehen der Stadt in Echtzeit und Nahaufnahmen, ohne dass dabei etwas von der Schärfe der Kamera verloren geht. Danach haben wir die Möglichkeit auf eigene Faust Cadiz kennen zu lernen. Wir entscheiden uns für einen Strandbummel am Atlantik. An der äußersten Spitze der Landzunge laufen wir zur Playa de la Caleta, sie liegt genau zwischen zwei alten Festungen – dem Castillo de San Sebastian und dem Castillo Santa Catalina – Der Höhepunkt des Strandes ist das aus Holz erbaute „pseudo- maurisches Balneario“, eine Art Seebad aus dem Jahr 1926. Es ist ein ehemaliges Kurbad auf Stelzen, mit kleinen Türmen, Terrassen und einer Promenade, die heute allerdings nicht mehr genutzt wird.
Der Strand Playa de la Caleta : Havanna lässt grüßen. Hier und nicht in Havanna stieg Halle Berry im James Bond Film : Stirb an einem anderen Tag, mit Pierce Brosnan aus dem Meer. Vor uns liegt rundherum vom Meer umgeben und nur durch eine lange Promenade mit der Stadt verbunden, auf einer kleinen Felseninsel das Castillo de San Sebastian. Die Burg war einst Teil der Festungsanlagen, die die Stadt Cadiz vor feindlichen Übergriffen schützen sollte 1706 Jahr. 1457 wurde auf der vorgelagerten Insel zu Ehren des San Sebastian eine Kapelle gebaut. Die Kapelle wurde von der Besatzung eines Schiffes aus Venedig erbaut, von Seeleuten die an der Pest litten und sich auf der Felseninsel von der schweren Krankheit erholen sollten. Wir laufen zurück zum Plaza de la Catedral, er ist das pulsierende Herz des historischen Zentrums von Cadiz, umgeben von charmanten Cafés und Bars. Hier warten wir auf die anderen Teilnehmer unserer Biblischen Reise. Mehrere Musikkapellen schließen sich zusammen um eine Fiesta Local zu zelebrieren. So werden wir mit viel Musik von der Stadt Cadiz verabschiedet. Nach einem plötzlichem Wolkenbruch sind wir alle froh, als unser Busfahrer Mauro uns abholte und zum Hotel zurückbrachte.
Dienstag den 8. Oktober : Malaga / Flughafen Köln/Bonn
Heute Morgen heißt es Abschied nehmen von Sevilla. Es geht mit dem Bus zurück nach Malaga. Vor unserem Rückflug nach Köln/Bonn haben wir noch 5 Stunden Zeit durch Malaga zu bummeln. Abends fliegt uns die Eurowings 535 von Malaga zum Flughafen Köln/Bonn. Es war wieder eine abwechslungsreiche Pilgerreise zu den Höhepunkten Andalusiens, (Malaga, Granada, Ronda, Sevilla, Cordoba, Jerez de la Fontera und Cadiz) hin zur lebhaften Kultur in den Städten. Wir erlebten einen einzigartigen Mix aus orientalischem Flair und mediterraner Lebenslust.