Apulien 2026

Am Stiefelabsatz Italiens, wo die Adria auf den Ionischen Golf trifft, liegt Apulien –  Italiens verborgenes Juwel – eine Reise voller Sonne, Olivenhaine und türkisfarbenen Meer.

Studiosus : eine Reise intensiv zu erleben

Unsere Studiosusreise nach Apulien beginnt am 15.03.2026 am Flughafen Düsseldorf. Die Swiss LX 1017 bringt uns mit einem Zwischenstopp nach Zürich. Nach einem kurzen Aufenthalt fliegen wir mit der Swiss LX 1722 Richtung Brindisi. Nach unserer Ankunft um 14.40 Uhr bringt uns ein Shuttlebus zum Hotel „Relais Porta del Sud“. Spät am Abend trudeln noch weitere Teilnehmer dieser Reise an. Nach einem Willkommenstrunk lernten wir unsere Reiseleiterin Lucia Bianco kennen, die uns die nächsten Tage mit viel Sachverstand ihre apulische Heimat näher bringt. Nach einem gemeinsamen Abendessen, lassen wir den Abend mit einem kühlen Bier ausklingen.

1. Tag: Benevenuti ad Alberobello – Trullihäuser

Nach dem gemeinsamen Frühstück starten wir mit unserem Busfahrer Angelo unsere Tour nach Alberobello. Schier endlose Olivenhaine begleiten uns auf der Fahrt dorthin. Seit 2013 ereilt den Olivenbäume Apuliens allerdings ein trauriges Schicksal. Seither befällt nämlich ein Bakterium (Xylella fastidiosa) in Apulien die Olivenbäume. Es blockiert den Wasser – und Nährstofftransport innerhalb des Baums und lässt ihn regelrecht verdursten. Für die Region ist es eine Tragödie. Die Olivenbauer können teilweise nur dabei zu sehen, wie Ihre uralten Bäume zugrunde gehen – und mit ihnen ihre Lebensgrundlage.

Alberobello: das UNESCO – Weltkulturerbe in Apulien, verzaubert uns mit seinen ca. 1500 weißen, kegelförmigen „Trullihäusern“, die mit ihren Dächern an Zipfelmützen erinnern. Sie sind aus Naturstein gebaut, mit dicken Wänden und nur kleinen Fenster, damit die Menschen vor der Sommerhitze geschützt sind. Die Kegelförmigen Dächer der Trulli sind mit symbolischen Zeichen verziert, die sowohl religiöse als auch magische Bedeutung haben. Sie stammen aus dem 14. / 15. Jahr. und waren als einfache  Behausung für Hirten und Bauern gedacht. Um Abgaben an die Krone für die Steinhäuser zu vermeiden, verlangten die Grafen von den Landarbeitern ihre Behausung nur aus lose Steine zu errichten, ohne dabei Zement oder Mörtel zu verwenden. Wir laufen zum Stadtteil Rione Monti, es ist das Herz der Trulli – Stadt. Dabei geht es durch enge Gassen mit dicht gedrängten Trullis. Unser absolutes Highlight ist die „Piazza del Popolo“. Von hier haben wir einen atemberaubenden Blick über die Dächer der Zipfelmützenhäuser. Heute werden viele Rundbauten als Hotels, Souvenirläden, Bars und Restaurants genutzt. Man merkt das es noch früh im Jahr ist, darum können wir unbeschwert hier herumlaufen. Es gibt eine römische Sprichwort, dass die italienische Lebensart treffend beschreibt:  mangiabene, ridi spesso, ama molto – gut essen, viel lachen, vielen lieben. Die Italiener leben nicht nur, sie sind Meister im Genießen. Sie lieben gutes Essen, gute Produkte und Geselligkeit mit  – ma Familia -. Nach einem guten Expresso und einer apulischen Köstlichkeit bewundern wir die liebevollen Dekoration in den Gassen. Dann bekommen wir die Möglichkeit ein noch bewohntes Trullihaus zu besichtigen. Es ist größer als man denkt. Hell und freundlich, in den vereinzelten runden Nischen befindet sich die Küche, ein Schlafzimmer und ein Esstisch. Der aus dem Dach herausragende Sims ist so konstruiert, dass er das Regenwasser in speziellen Tanks sammelt, während die innere Holztreppe es ermöglichte, die Kegel von oben mit Stroh und Weizen zu bedecken. Hier schliefen die Kinder. Am Abend bringt uns Angelo nach Ostuni, wo wir in einer Trattoria verführerische Leckereien bekommen.

Ostuni:  bekannt als „Citta Bianca“ – die weiße Stadt.

Auf drei Hügeln ist die Altstadt erbaut worden mit weiß gekalkten Häusern, engen Gassen und einer aragonischen Stadtmauer. Der Hauptzugang zur Altstadt geht über die „Via Cattedrale“. Hier tauchen wir in das Labyrinth der Altstadt ein, bereit, uns von Ostunis Charme verzaubern zu lassen. Das Essen müssen wir uns erst verdienen, denn wir laufen durch steile Gassen , entlang enger Wege, steilen Treppen und weißen Häusern mit blumengeschmückten Fassaden. Wir erreichen die Kathedrale von Ostuni „Santa Maria Assunta“ aus dem 14./15. Jahr. Die Kathedrale ist der Himmelfahrt Mariens geweiht .Sie ist eine spätgotische Kathedrale und steht am höchsten Punkt der Stadt, sehenswert ist das große Rosettenfenster. Die reich verzierte Rosette besteht aus drei konzentrischen Kreisen, die mit Blumenmotiven und Figuren der zwölf Apostel verziert ist. Den Mittelpunkt schmückt eine von sieben Engeln flankierte Christusfigur. Es ist eine dreischiffige Basilika. Unser weiterer Weg führt uns durch den malerischen Bogen „Arco Scoppa 15.Jahr. Der Bogen verbindet den Bischofspalast mit der Kathedrale. Er wurde erbaut, um die Stadt vor Angriffen zu schützen. Dann erreichen wir das kleine „Ostuni michelin star restaurant“. Hier werden wir mit apulischen Köstlichkeiten und aperitivo Weinen verwöhnt. Anschließend geht es zurück zu unserem Hotel „Relais Porta del Sud“.

2. Tag: Castel del Monte – Trani

Nach einem hervorragenden Frühstück, fahren wir zu unserem Höhepunkt der Reise dem – Castel del Monte – die Krone Apuliens.

Schon von weitem gut sichtbar, liegt das „Castel del Monte“ auf einem Hügel oberhalb der Murgia – Landschaft. Weit und breit ist keine Siedlung zu sehen, nur sanfte Hügel und vereinzelte Bäume säumen den Horizont. Seit 1996 gehört es zum UNESCO – Weltkulturerbe. Der Staufer Friedrich II., Kaiser des deutsch – römischen Reichs, ließ das „Castel del Monte“ im Kernland Apuliens um das Jahr 1240 errichten. Wir folgen dem Pfad, der sich den Hügel hinaufschlängelt. Dann erhebt sich vor uns eine majestätische Burg. Viele Sagen und Geschichten beflügeln seit Jahrhunderten den achteckigen Bau. Es ist bis heute nicht geklärt, als was das imposante Gebäude seit dem Bau um 1240 diente. Sie war kein Verteidigungsbau und auch nicht Sitz des Hofes, sie war nicht besonders strategisch gelegen, aber eignete sich optimal für die Falkenjagd……. So steht es im Reiseführer. Forscher glauben, dass das Schloss als eine Art Tempel des Wissens ist, ein Ausdruck der Faszination Friedrich II. für die Wissenschaft, insbesondere die der Astronomie. Aufgebaut in zwei Etagen kommt immer wieder die Zahl 8 ins Spiel – Der achteckige Grundriss, 8 Türme und jeweils acht gleichartige trapezförmige Räume in beiden Stockwerken. Die Formen, die Harmonie und die Verschmelzung von Kulturelementen aus Nordeuropa, der moslemischen Welt und der klassischen Antike machen das „Castel del Monte“ einzigartig. Es spiegelt die Weltanschauung seines Gründers, des Hohenstaufers Friedrich II. wieder. Wir sind alle sehr beeindruckt von dem schönen Innenhof. Die Magie im Achteck. Manche munkeln sogar vom Heiligen Gral, der in den Tiefen des „Castel del Monte“ verborgen sein soll. Nun setzen wir unsere Fahrt fort. Es geht zurück an die Küste und erreichen die Hafenstadt Trani. Die Sonne verwöhnt uns als wir am Hafen von Trani stehen. Die Boote schaukeln auf dem türkisblauen Meer, Fischer bringen ihren frischen Fang in die Restaurants. Der Geruch von Salz, Fisch und Olivenöl liegt in der Luft. Die beeindruckende Kathedrale „San Nicola Pellegrino“ (11.-13.Jahr.), ist das bekannteste Bauwerk Tranis und ist einer Normannenkirche. Sie steht direkt am Wasser und wird auch „ der weiße Dom am Meer “genannt. Ein Meisterwerk der apulischen Romanik und ist die Königin der Kathedralen. Der Bau ist eine Doppelkirche mit Krypta. Die Kathedrale wurde einem griechischen Wunderheiler namens Nicola geweiht, der hier 1094 verstarb. Im Inneren der Kathedrale steht das kunstvolle Bronzeportal des Bildhauers Barisano da Trani aus dem 12.Jahr. Es zeigt 32 detaillierte Reliefkassetten mit biblischen Szenen und Fabelwesen. Uns beeindruckt die wunderschöne Holzdecke. Unter der Oberkirche, die dem Heiligen Pilger Nicola geweiht ist, befindet sich die Unterkirche „Santa Maria della Scala“ und die Hallenkrypta. Hier liegen die Reliquien des Heiligen Nicola. Wunderschöne Wandbilder können wir bestaunen. Hier befindet sich auch eine Tafel mit einer Inschrift, die an dem Besuch des deutschen Kaisers Wilhelm II. anlässlich seiner Orient- reise erinnert. Einmalig gelegen liegt das beeindruckende „Castello Servo di Trani“ direkt am Meer.(Schwabenschloss) Sie ist eine beeindruckende Küstenfestung aus dem 13.Jahr. Erbaut unter der Herrschaft von Kaiser Friedrich II. direkt am Meer, an der Bucht der Hafenstadt Trani. Nun neigt sich unsere Tour dem Ende und es geht zurück zum Hotel Relais Porta del Sud.

3. Tag: Das Barocke Lecce, die Perle des Salento in Apulien – Römische Wurzeln und mittelalterliche Mauern

Vorhang auf für eine der schönsten Städte des Stiefels: Lecce, dass “Florenz des Südens“. Wir sind begeistert von der verkehrsberuhigten Altstadt mit ihren schönen Palazzi, gesäumten Straßen und Gassen.

Am „Obelisco di Terra d`Otranto, der 1822-1825 zu Ehren von Ferdinand I. von Bourbon, König von Sizilien errichtet wurde, steigen wir aus dem Bus aus. Der Obelisk ist aus dem typischen Lecce-Stein gehauen, verziert mit Basreliefs und Symbolen der vier historischen Bezirke von Terra d`Otranto. Ein Hauch Ägypten mit Wappen und lateinischer Gravur, mit vier Tiermotiven – darunter Skorpion und Huhn. Nun laufen wir zum Stadttor – Porta Napoli – das frei auf einem kleinem Platz steht und schöne Verzierungen auf der Außenseite trägt. Es ist ein im 16.Jahr. errichteter Triumphbogen am Eingang zur Altstadt von Lecce. Der einzigartige Rundbogen wird von zwei korinthischen Säulen auf jeder Seite flankiert, die einen dreieckigen Giebel tragen, in dessen Zentrum sich das Habsburger Reichswappen von Charles V. befindet, mit Kanonendarstellungen und Rüstung. Unter dem Giebel lobt einer Inschrift den König Karl V., der im Zusammenhang mit seiner militärischen Hilfe, seinen Besitz in Terra d`Otranto gegen türkische Einfälle geleistet hatte. Im Herzen der Altstadt kommen wir am Teatro Paisiello vorbei. Es ist eines der ältesten Theater der Stadt und bietet Platz für Konzerte und Theaterstücke. Vorbei an lebendige Plätze und versteckte Gassen , erreichen wir das barocke Herzstück der Piazza Duomo, die „Lecce-Cattedrale  Santissima Maria Assunta e Sant`Oronzo“  (12.Jahr.)mit ihrem Glockenturm ( 17.Jahr.). Die Kathedrale befindet sich an einem der schönsten Plätze Italiens, die von weiteren historischen Gebäuden, wie dem prächtigen Bischofspalast gesäumt wird. Die Piazza del Duomo ist eine Welt für sich, ein harmonisches Ensemble aus Stein, Geschichte und stiller Eleganz. Die „Cattedrale di Santissima Maria Assunta e Sant`Oronzo“ hat zwei Fassaden: eine schlichte zur Hauptstraße und eine reich mit üppigen barocken Verzierungen zum Domplatz hin. Sie ist die Mutterkirche von Lecce und Sitz des Bischofs. Im Innenraum der Kathedrale warten zahllose Gemälde und reich verzierte Seitenaltäre auf uns und on top eine beeindruckende Krypta, die“ Santa Maria della Scala“ aus dem 16.Jahr. mit Ihren 92 Säulen. Beeindruckend ist die vergoldete Kassettendecke und die ruhige Atmosphäre hier drinnen. Wir schlendern zur Piazza Sant`Oronzo. Auf dem Platz steht eine 29 Meter hohe Säule – Colonna dio Sant Oronzo -, die von einer Bronzestatue des Heiligen Oronzo  gekrönt wird, der die Stadt segnet. Die Säule wurde aus Teilen antiker römischer Säulen gefertigt, die einst das Ende der „Via Appia in Brindisi“ markierten. Oronzo war der erste Bischof von Lecce und lebte im 1.Jahr.n.Chr. Er soll zusammen mit seinem Neffen Fortunatus unter Kaiser Nero den Märtyrertod durch Enthauptung erlitten haben.

Das Wunder: Im Jahr 1656 wütete die Pest im Königreich Neapel. Die Bürger von Lecce riefen den Heiligen Oronzo an und der Überlieferung nach verschonte er die Stadt vor der Epidemie. Die Piazza Sant`Oronzo ist von Cafés, Geschäfte und Büros umgeben. Auf dem Platz befindet sich das Mosaik mit dem Wappen der Stadt: die Wölfin unter einem Leccio – Baum und die Krone mit fünf Türmen. Hier befindet sich auch das Castello Carlo V.Es ist ein imposantes Festung aus dem 16.Jahr. Erbaut im Auftrag von Karl V. als Verteidigungsanlage. Sie war ursprünglich normannische und wurde von Gian Giacomo dell`Acaya für Kar lV. gegen türkische Angriffe umgebaut. Ihre wirtschaftliche und künstlerische Blütezeit erlebte die Stadt zwischen 1550 und 1750. Unser Blick fällt auf den Sedile 16Jahr. Dieser Renaissancepalast war der Ort, an dem sich die Adeligen versammelten, um die Stadt zu verwalten. Nun haben wir uns eine Kaffeepause in einem Café von Lecce verdient. Neben dem Lecce – Stein( Pietra Leccese)gibt es in Lecce noch ein zweites großes Kunsthandwerk: Cartapesta, die traditionelle Kunst des Pappmasche. Sie entstand im 17.Jahr.,als es für die Kirchen zu teuer war, schwere Skulpturen aus Marmor oder Holz herstellen zu lassen. Die Technik ist ebenso kunstvoll wie raffiniert: Zunächst wird ein Drahtgerüst geformt, dass dann mit in Leim getränkten Papierstücken umwickelt wird. Nach dem Trocknen werden Gesichter, Hände und Füße aus Gips oder Holz modelliert, bevor die gesamte Figur in feinen Farbschichten bemalt wird. Dann tauchen  vor uns in der Via del Tetro antike Ruinen auf. Es ist das Amphitheater aus dem 1.-2.Jahr.n.Chr. als Lecce als Lupial bekannt war. Es ist nur teilweise ausgegraben. Es diente hauptsächlich für Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen,  ( „Teatro Romano“) zur Unterhaltung der römischen Garnisonen. Durch die Gassen weht der Duft von frisch gebackenen Pasticciotti und irgendwo erklingt eine Mandoline. In der Via Umberto befindet sich der imposante Bau der „Basilica di Santa Croce“ 14.Jahr. Die Außenfassade ist atemberaubend. Sie gilt als Meisterwerk des Lecceser Barocks und  bietet eine Fassade voller Symbolik: Fabelwesen, Engelsfiguren, Girlanden, Wasserspeicher und Blumenornamente schmücken das reich verzierte Portal. Säulen und Simse sind voll mit menschlichen Figuren und fantastischen Bestien. Der Anblick ist unglaublich. Die seitlichen Türen tragen die Wappen von Apulien und des Celestinerordens. Das zentrale Portal zeigt die Insignien von Philipp III. von Spanien, Maria von Enghien und Gualterio VI. Das Innere der  „Basilica di Santa Croce“  bildet die Form eines lateinischen Kreuzes, das in fünf Schiffe unterteilt ist. Die Schiffe werden von zwei Säulenreihen getragen, insgesamt 16 und von einer prächtigen Kassettendecke aus Walnussholz, die mit vergoldeten Teilen bedeckt ist. Das rechte Seitenschiff enthält sechs Kapellen mit Altären, die der Erscheinung des Heiligsten Herzen Jesu, gegenüber der Heiligen Maria Alacoque, dem Heiligen Ornzo, dem Heiligen Philipp Neri, dem Erzengel Michael, der Geburt Christi und dem Heiligen Antonius von Padua gewidmet sind. Die Orgel der Basilika verleiht ihr eine majestätische Atmosphäre. Nun fahren wir weiter zu einer Masseria, einem für Apulien charakteristischen Landgut. Dort treffen wir auf die Tochter von Paola, die uns ihre Plantage mit den Olivenbäumen zeigt, sowie die Herstellung für das edle Produkt des Olivenöls. Nach einer Kostprobe verschiedener Olivenöle verabschieden wir uns von Paolas Tochter und fahren zurück zu unserem Hotel

4.Tag: Bari und die Meeresbrise – avanti ins bezaubernde Bari

Bari: Nikolaus von Myra, Altstadt Bari Vecchia

Vespas knattern durch die Altstadtgassen, wo Markisen wie Sahnehäubchen über Balkone gespannt sind. Bari Vecchia ist der älteste Teil der Stadt. Bis in die Antike reicht die Geschichte des Viertels zurück. Sie ist eine der ältesten Städte der Welt und  war bedeutsam für den Handel mit dem Orient, sowie im 11.Jahr. für die Kreuzritter. So diente sie als strategischer Ausgangspunkt für die Einschiffung ins Heilige Land. Ihre Ursprünge reichen bis auf 3500 Jahre vor der Bronzezeit zurück. Der zentrale Treffpunkt in Bari Vecchia und eine der schönsten Plätze der Stadt ist die „Piazza Mercantile“. Sie liegt in der Nähe der Hafenpromenade, von weiten können wir das „Teatro Margherita“ ausmachen. Das Theater wurde auf Pfählen im Wasser gebaut. Dann kommen wir an der Säule der Schande vorbei – Colonna della Infamia -Die Säule wird von einem steinernen Löwen bewacht. Sie diente früher dazu, Schuldner öffentlich zur Schau zu stellen. Unser Weg führt uns vorbei an der „Chiesa di Sant Anna“. In einer kleinen Nische entlang der Strada Palazzo di Citta steht die Kirche im historischen Kern Baris aus dem 11.Jahr. Sie wird von einem kleinen Glockenturm im klassischen Stil flankiert. Das Portal scheint aus dem Barock zu stammen, während das darüber liegende Rosettenfenster ein unterteiltest Glasfenster ist. Das interessanteste Element der Fassade sind jedoch die zahlreichen romanischen Reliefs: Figuren aus realer und fantastischer Tiere, Friese und Symbole. Es geht unter Torbögen ,vorbei an alten Häusern wo oft Wäsche über der Straße hängt und noch das ursprüngliche italienische Leben zu finden ist. Der mittelalterliche Stadtkern von Bari ist ein Labyrinth aus engen, gepflasterten Gassen. Wir lassen uns treiben und kommen so an Cafés, Restaurants und kleine Läden vorbei. Hier spielt ein Musiker auf seinem Akkordeon „Tango Argentina“. In der Strada Arco Basso dreht sich alles um die für die Region typische „ Pasta- Art Orecchiette“, die mit ihrer Form an kleine Ohrmuscheln erinnert. Hier produzieren Nonnas (Omas) mit geschickten Händen spezielle apulische Nudeln. Vor den Häusern reihen sich Holzstiche aneinander. Neben den Nudeln finden wir hier auch einige nette Obst- und Gemüseläden. Wir beobachten typische italienische Straßenzenen, Rentner die auf einem Stuhl vor ihrem Haus sitzen und sich lautstark unterhalten. Es gibt nichts besseres, als sich durch die engen Straßen treiben zu lassen. Die Steinbrücke „Arco Meraviglia“ erzählt eine liebevolle Geschichte. Es erinnert ein wenig an Romeo und Julia. Auch hier waren zwei Verliebte voneinander getrennt, weil die Familien des Mädchen nichts für die Liebe des jungen Paares übrig hatten. Angeblich soll der Vater des jungen Mannes in einer Nacht eine kleine steinerne Brücke gebaut haben. So waren die jungen Liebenden ab sofort miteinander verbunden. Dann erreichen wir die „Basilika San Nicola“ 11.-12.Jahr. Wie eine imposante Festung thront die romanische Basilika inmitten der historischen Altstadt. Sie beherbergt die Reliquien des Heiligen Nikolaus – Nikolaus von Myra, Santa Claus und Väterchen Frost -. Die „Basilika San Nicola“ ist eines der bedeutendsten Heiligtümer des Christentums und ein zentrales Pilgerziel, das katholische und orthodoxe Traditionen vereint. San Nicola war der Schutzpatron der Seeleute, diese haben seine Gebeine aus seiner Heimatstadt Myra im Süden Anatolien vor 1000 Jahren nach Bari gebracht. Die Basilika ist von außen schlicht, innen reich an atemberaubenden Schätzen. Während der Eingang der Nordseite von zwei majestätischen Löwen bewacht wird, tragen zwei Ochsen die Bögen des Hauptportals. Verziert ist das Portal mit arabischen, byzantinischen und klassischen Elementen. In dem dreischiffigen Innenraum der Basilika thront hinter dem Altar das Meisterwerk eines Steinmetzes, sowie ein prunkvoller, barocker Bischofstuhl der von kunstvollen, romanischen Skulpturen getragen wird. Daneben ruht die „Bona Sforza in einem marmornen Sarg. Wir richten unseren Blick nach oben auf die wundervolle, geschnitzte und vergoldete Holzdecke. Sie ruht auf Marmorsäulen mit romanischen Kapitellen . Lohnend ist auch der Weg hinab in die mit einem Mosaikboden geschmückten Krypta. Die Krypta wird von 26 Marmorsäulen getragen deren Kapitelle byzantinische und romanische Einflüsse zeigen . Wir kommen vorbei am Sarkophag des Benediktinerbischofs Elias. Unter dem Altar befinden sich die Reliquien des Nikolaus. Es hatte wohl vorher einen orthodoxen Gottesdienst gegeben, denn es roch noch sehr nach Weihrauch und einige orthodoxe Gläubige saßen noch in den Kirchenbänken. Kostbare silberne und goldene Reliefs können wir bewundern.

Nikolaus: Glanz des Volkes oder der Sieger aus dem Volk. In der griechischen Kirche wurde er im Kalender der Vollendeten gleich nach der Jungfer Maria genannt.

Auf der Piazza Frederico dominiert ganz im Westen das „Castello Normanno-Svevo“. Die wuchtige Burg wurde im 11.Jahr. in normannische Gotik erbaut. Nach dem Machtwechsel verzierten sie die Staufer von Friedrich II. mit orientalischen Elementen. In dem Castello gibt es einen Innenhof und vier Ecktürme. Der Süd- Ostturm beherbergte im 19.Jahr. das Gefängnis. Wir laufen zum namhaftesten Strand von Bari, dem Lama Monachile. Besonders ist die Lage in einer tief eingeschnittenen Felsmulde, die von oben ebenso markant wirkt wie vom Wasser aus. Die Bucht ist eng mit der Altstadt verbunden und liegt zwischen hohen Kalksteinfelsen. Nun geht es zurück zum Bus und zurück zum Hotel.

5.Tag: Otranto das Tor zum Orient und die Steilküste – Otranto borghi piu belli di Italia

Der erste Blick an diesem Morgen war ein wunderschöner Sonnenaufgang. Schon früh brachte uns Angelo mit dem Bus nach Otranto.

Otranto: die charmante Hafenstadt an der Küste des Salento in Apulien, bezaubert uns durch Ihre fantastische Lage an der Adria. Türkisblaues Wasser und feiner Sand prägen die Küste. Nur 80 km entfernt am östlichen Ufer der Adria liegt Albanien und sinnieren über den Namen „Kanal der Tränen“, den sich die Meerenge bitter verdient hat. Angelo lässt uns in der Nähe des Hafens aus dem Bus. Wir kommen am Denkmal des griechischen Bildhauer Costas Varotos vorbei. Es ist das Schiff Kateri  i Rades. Die Tragödie von Otranto ereignete sich im März 1997, als das albanische Schiff Kateri  i Rades bei einer Kollision mit dem italienischen Marineschiff Sibilla in der Straße von Otranto sank und 57 Albaner ihr Leben verloren. Zur Zeit der Normannen und der Kreuzritter war Otranto ein bedeutender Hafen, der das Abendland mit dem Morgenland verband. Beeindruckend ist das große „ Castello di Otranto“ 15.Jahr. mit seinen dicken Mauern , Türmen und einem tiefen Burggraben , über die eine Zugbrücke führt . Oben befindet sich das Wappen von Kaiser Karl V, (sie ist eine aragonische Festung) es erinnert daran, daß  Otranto und das Salento im 15.Jahr. Schauplatz der türkischen Invasion nach Italien war. 1480 eroberten die Truppen des osmanischen Sultan Mehmet II. Otranto und Teile des Salentos. Mit Blick auf die Adria erinnert die „Heroische Italia“ an die Märtyrer des Sacco di Otranto. Über Stufen geht es hinauf zur byzantinischen Kreuzkuppelkirche „Chiesa di San Pietro“. Laut unserer Reiseleitung soll San Pietro schon im 9. oder  10.Jahr. errichtet worden sein. Sie ist ein kleines Juwel, denn damals wurde Apulien von Konstantinopel aus regiert. Der kleine Innenraum wird von vier mächtigen Säulen, die eine Kuppel tragen gegliedert. Wunderschöne Fresken 12.-13.Jahr. zeigen uns die Erschaffung der Welt. Sowie das letzte Abendmahl, die Taufe von Jesus im Jordan, Adam und Eva mit der Schlange und weitere Geschichten aus dem Neuen Testament. Unser nächstes Ziel ist die normannische „Kathedrale Santa Maria Assunta“. Das schlichte  Kirchenschiff wird  von mächtigen Granitsäulen gegliedert, die wahrscheinlich von einem viel älteren römischen Gebäude stammen. Vor allem die großen Dimensionen machen einen gewaltigen Eindruck. Ein echter Hingucker in der Kathedrale von Otranto ist das große Fußbodenmosaik – der Lebensbaum -. Der Legende nach hat dies ein einziger Mensch geschaffen namens „Pantaleone“ im 12.Jahr. aus dem nahe gelegenen Kloster „San Nicola di Casole“  und das in nur 2 Jahren. Das Bodenmosaik der Kathedrale von Otranto gibt bis heute Rätsel auf, weil es eine einzigartige Mischung aus religiösen, mythologischen, astrologischen und weltlichen Symbolen zeigt. Erkennen lässt sich immerhin das Motiv des Lebensbaums. Er lastet auf den starken Schultern zweier Elefanten, seine weit ausladenden Äste gliedern den Fußboden in einzelne Abschnitte, es wimmelt von kämpferischen Amazonen, sündigen  Kentauern, magische Bestien und streitbaren Gladiatoren. Gigantische Drachen verschlingen mächtigeLöwen, die wiederum teuflische Ziegenböcke zerfleischen. Außerdem fahren Alexander der Große und König Artus in den Himmel hinauf. Zu sehen ist König Salomon, Adam und Eva mit dem Sündenfall, dem Turmbau zu Babel und die Arche Noah. Vor dem Altar erschlägt der Bauer Kain seinen Bruder Abel, man sieht Darstellungen der zwölf Monate die den Ablauf des Jahres anhand der bäuerlichen Arbeit zeigen. Pantaleone stellt den Kampf zwischen Gut und Böse dar und dient als mittelalterlichen Wissen, dass er die Erlösung durch Christus betont.

In der „Capella dei Martiri“ sehen wir in die Geschichte Otrantos. 800 Einwohner Otrantos sollen damals enthauptet worden sein, als die Türken 1480 die Stadt überfielen, da sie sich geweigert hatten ihren christlichen Glauben abzulegen. Daraufhin ließ Ferdinand I. die „Capella dei Martiri“ als Gedenkort für die Märtyrer errichten. Hier befinden sich die Gebeine der Opfer und unter dem Altar befindet sich der Richtblock, auf dem sie angeblich geköpft wurden. Die Krypta der Kathedrale „Santa Maria Annunziata ist ein faszinierendes unterirdisches Bauwerk aus dem 11.Jahr: Sie besticht durch eine mystische Atmosphäre, ein Labyrinth aus 42 gänzlich unterschiedlich geformten Säulen, mit teils byzantinisch anmutende Fresken. Die kunstvollen Kapitelle stammen aus verschiedenen Epochen, meist von zerstörten, römischen oder griechischen Gebäude. Die Wände der Krypta sind mit zum Teil gut erhaltenen, mittelalterlichen Fresken verziert. Diese zeigen biblische Szenen und Zeugen vom byzantinischen Einfluss in dieser Region. Wir sehen die Jungfrau mit dem Kind, den heiligen Franziskus, sowie die Fußwaschung und das letzte Abendmahl. Nun gönnen wir uns eine Auszeit und genießen in einem kleinen Cafe ,mit Blick auf die Adria unseren Imbiss, Cappuccino und natürlich ein leckeres italienisches Eis. Nach dem Verlassen von Otranto fährt Angelo mit uns an der Adria entlang, über die herrliche Panoramastraße. Wir genießen die spektakulären Ausblicke auf das türkisblaue Adriatisches Meer. So kommen wir nach Santa Cesarea Terme. Die bunte Villa Sticci beeindruckt mit ihrer roten Kuppel, bunten Wänden, Verzierungen und Arabesken. Erbaut wurde sie zwischen 1894 und 1900. Ab und an sehen wir historische Wachtürme, die zur Verteidigung gegen die Türken und Sarazenen dienten. Nun geht es zurück zum Hotel.

6.Tag: Felsenkirchen und Höhlenwohnungen in Matera

Matera ist eine der ältesten bewohnten Felsenstädte der Welt. Sie beeindruckt durch Ihr Labyrinth aus in Tuffstein gegraben antiken Höhlenwohnungen – Sassi -, engen Gassen und Felsenkirchen. Die ersten Siedler haben ihre Häuser vor 9000 Jahren in den Fels gehauen. Lange Zeit galt Matera als „Schande Italiens“, als Stadt der Armut, in der die Menschen unter erbärmlichsten Bedingungen in dunklen Höhlen lebten. Wer Matera besichtigen will, muss gut zu Fuß und trittsicher sein, da das Kopfsteinpflaster und die Treppen sehr glatt sind. Schon beim Nähern wirkt Matera wie eine lebendige Filmkulisse. Unzählige kleine, labyrinthartige Gassen, Treppen und wunderschöne Aussichtspunkte prägen das Bild. Die historischen Höhlenviertel „Sasso Barisano und Sasso Caveoso“ bilden das Herzstück der Stadt. Im Film „Die Passion Christi“ dienten Mel Gibsen die Sassi di Matera als Kulisse der Kreuzigungsszene. Sowie dem Blockbuster : James Bond – Keine Zeit zu sterben – mit Daniel Craig und die Neuverfilmung von Ben Hur. Die Höhlenwohnungen waren bis 1950 bewohnt, erst dann wurden die Bewohner in neue Häuser umgesiedelt. Wir streifen fasziniert durch die menschenleeren Gassen der Altstadt, die im Moment nur durch ein paar wehenden Wäscheleinen und Kätzchen belebt scheinen. Im „Sasso Barisano“ erleben wir den lebendigeren Teil der Altstadt. Hier reihen sich liebevoll restaurierte Wohnhöhlen an kleine Geschäfte, in denen Kunsthandwerker, Künstler und Designer die Geschichte Materas neu interpretieren. Manche Wege enden in jähen Abgründen, andere führen uns zu versteckten Innenhöfen, von denen sich plötzlich ein atemberaubender Blick auf die Schlucht der „Gravina di Matera“ eröffnet. Die Schlucht der Gravina ist der tiefste und der markanteste, die weiße Turmspitze der Kathedrale von Matera ist der höchste Punkt der Sassi. Wir haben die Möglichkeit die „Casa Grotta di Vico Solitario“ zu besichtigen. Dieses bietet uns einen authentischen Einblick in das Leben der Höhlenbewohner bis in die 1950 Jahre. Die Familie lebt auf engsten Raum mit ihren Tieren zusammen. Die Höhle ist mit den ursprünglichen Möbeln, Werkzeugen und Utensilien ausgestattet, die das karge bäuerliche Leben widerspiegeln. Bis zu zehn Menschen lebten hier mit ihrem Vieh auf engstem Raum. Dann bestaunen wir die „Gravina di Matera“. Sie ist eine beeindruckende Kalksteinschlucht, die direkt an die Höhlenstadt Matera grenzt. Der Canyon wurde über Jahrtausenden von dem Fluss Gravina in den Fels gegraben. In den gegenüberliegenden Steilwänden befinden sich laut unsere Reiseleiterin Lucia über 150 Felsenkirchen und antike Höhlensiedlungen, die teilweise bis in das Altpaläolithikum zurückreichen. Von hier oben sehen wir die Fußgängerbrücke, womit man den Fluss Gravina überwinden kann, um auf die gegenüberliegende Seite des Canyons zu gelangen. Am Aussichtspunkt  „Chiesa di San Pietro Caveoso“ haben wir einen gigantischen Blick auf die historischen Gebäude, schroffen Felsen und auf die tiefen Schluchten. Einige Teilnehmer gönnen sich einen Cappuccino, während wir die Treppen zur Felsenkirche „Santa Maria de Idris und die benachbarte Krypta San Giovanni in Monterrone“ (14.-15.Jahr.)erklimmen. Es sind die ikonischen in den Fels gehauene Kirchen im „Sasso Caveoso. Sie stehen auf dem Monterrone – Felsen und von hier oben haben wir einen atemberaubenden Panoramablick auf Matera. Der Name der Kirche Santa Maria de Idris leitet sich vom griechischen Odigitria ab, was: „Die den Weg weist“ bedeutet. Es ist ein Bezeichnung für die Jungfrau Maria. Die Kirche ist eine Doppel – Höhlenkirche, die nicht gebaut sondern aus dem Fels gehauen und mit dem Fels verwachsen zu sein scheint. Wir gehen durch eine kleine Tuffsteinfassade, in der sich ein direkt in den Fels gehauener Raum verbirgt. Am Eingang ist ein Altar mit einem Tempera – Gemälde der Madonna mit dem Kind 17.Jahr., sowie rechts eine Figur des Heiligen Eustachius. Die angrenzende Krypta „San Giovanni in Moterrone“  wurde bereits im 11.Jahr. geweiht und enthält byzantinische Fresken aus dem 12. Bis 17.Jahr. Mit Christus Pantorkrator, Apostel Petrus und Apostel Jakobus, Szenen der Verkündung , Fresken der Heiligen  Lucia, daneben ist ein mit der Franziskanerkutte bekleideter heiliger Mönsch, der Erzengel Michael, der Heilige Nikolaus, die Taufe Jesu im Fluss Jordan, der Heilige Andreas sowie Johannes den Täufer. Auch wenn einige Fresken durch Feuchtigkeit beschädigt wurden, ist es ein stiller, spiritueller Ort der uns einen Einblick in das Leben der Mönche und Einsiedler bietet. Nun laufen wir zum Bus zurück und Angelo  fährt uns zum Hotel. Nach dem Abendessen heißt es für uns Koffer packen, denn morgen geht es zurück nach Hause.

7.Tag: Flug von Brindisi – Zürich, Zürich – Düsseldorf

Wir erlebten in Apulien wunderschöne barocke – mittelalterliche Städte. Dolce Vita, Pizza, Pasta, Gelato, Aperitivo! Siper favore. Arrivederci  Apulien. Es war ein faszinierender Roadtrip zum Stiefelabsatz Italiens.

Von Brindisi bringt uns die Swiss zurück nach Zürich. Nur von Zürich zurück nach Düsseldorf brauchten wir wegen Verspätung der Germanwings etwas Geduld.