Get Adobe Flash player
Suchen
Artikel

Ardeche 2017

Ardeche 2017 :

Die nahezu unberührte Landschaft des Departement Ardeche, mit ihren großen Kastanienwäldern, flachen Flüssen und schönen Weinbergen, bietet uns eine Vielfalt von Motorradtouren. Ein endloses Kurvengebiet über Berge und Täler und Relikte aus der Vergangenheit werden uns fesseln. So fahren wir durch reizvolle Schluchten an endlosen Korn – und Lavendelfeldern, sowie eindrucksvollen Städten vorbei.

Die blau – violetten Lavendelfelder sind die Merkmale der Provence. Ihr Duft liegt schwer in der Luft, so ist der Lavendel die “Seele der Provence“.

 

  1. Tourentag: Gorges de l`Ardeche 180 km

Die Sonne treibt uns früh am Morgen aus den Federn. Von „Ruoms“ geht es zügig auf die D 579, von „Vallon – Pont d` Arc zur „Gorges de l`Ardeche. Der kleine Ort „Vallon – Pont d`Arc ist Mittelpunkt der Kanu – und des Kajaktourismus. Die Schlucht zieht sich durch eine zauberhafte Flusslandschaft, mit Stromschnellen, Höhlen, Kies – und Sandstränden bzw. Felsplateaus. Am natürlichen Felsentor „Pont d`Arc“ wird das obligatorische Foto gemacht. Es ist eine Naturbrücke, die sich in schwindelnder Höhe über den Fluss spannt. Im Fluss tummeln sich unzählige Kanus flussabwärts und mutige Klippenspringer stürzen sich in den Fluss. Die gut ausgebaute, griffige und herrlich kurvenreiche Straße, führt uns direkt oberhalb der Felswand entlang und liefert uns fantastische Panoramablicke über die Klippen und Felsvorsprüngen dieser Schlucht. (Cirque Chams, Belvedere du Serre Tourre, Aven de Marzal , Belvedere de la Haute Corniche, Belvedere du Ranc – Pointu) . Im Canyon befindet sich die bekannte Grotte „Chauvet“. Es ist eine Kalksteinhöhle mit altsteinzeitlichen Höhlenmalereien. Einst war die Grotte „des Tunnels“ an der „Route du Pont d`Arc“, Zuflucht verfolgter Protestanten.  Sie ist durch ein Restaurant für jedermann zugänglich. Ganz in der Nähe am „Chemin Mezelet“ ist die “Grotte des Huguenots“ ebenfalls zu besichtigen.

So kurven wir an der Hangkante entlang und der Blick fällt unentwegt hinunter, in die 300m tiefe Schlucht und dem Verlauf des Flusses. In Aigueze nehmen wir die D 180 bis Saint –Laurent –de Carnols unter die Räder. Auf der D 980 kommen wir zur „Gorges de la Ceze“. Sie ist eine herbe Garriguelandschaft und eine liebliche Schlucht. Die wilde, mediterrane Vegetation des Waldes begleitet uns auf unserem Weg, dabei geht es vorbei am malerischen Ufer der Schlucht mit dem ruhigen Fluss „Ceze“. Die „Gorges de la Ceze“ liegt zwischen den Flusstälern der Flüsse Ardeche und Gardon. (Wasserfall Cascade de Sautadet). Auf der D 167 sausen wir durch den Wald „Bois de Goudargues“  bis nach „Mejannes -le –Clap“. Dann biegen wir ab auf die D 979, die sich in atemberaubenden Windungen hinauf nach „St. Jean –de-Maruejols – et-Avejan schlängelt. Entlang des Flusses „La Ceze“ erreichen wir auf der D 51 St.-Ambroix. So führt uns die Tour weiter Landeinwärts bis nach Les Mages, um den abzuzweigen auf die kleine D 59 (St.-Jean-de-Valerische). Dann bringen wir die D 162 unter unsere Räder und mit viel Schwung geht es über den kleinen „Col de Trelis“ (415m). Die Auffahrt liegt komplett im Wald  und der Pass folgt zuerst kleinen Bächen, deren Täler uns auf engen Kurven daran entlang führt. Der Pass verbindet die beiden kleinen Flüsse „l`Auzonnet und Ceze“. So erreichen wir Le Buis. Auf den Straßen D 51 / D 216 sausen wir hinauf zum Dorf Malbosc, um dann auf der D 257 das Dorf „Banne“ anzusteuern. Das mittelalterliche „Banne“, das auf einer steilen Anhöhe mit terrassenförmig bebauten Hängen liegt, gehört zu den vielen „Villages perches“ (Wehrdörfer) der Ardeche. Im 16. Jahrhundert ließ ein lokaler Adeliger eine riesige Festung erbauen, die während der „Französischen Revolution“ zerstört wurde. Nach einer wohlverdienten Kaffeepause fahren wir auf der D 901 durch den „Bois de Paiolive“(der verwunschene Wald). Umgeben vom Steineichenwald, liegen wie von einer Riesenhand  verstreut, riesige Felsblöcke in der Landschaft, die sich in der Sonne weiß vom blauen Himmel und dem Grün des Waldes abheben.  An den Bäumen wachsen Flechten und ein würziger Duft liegt in der Luft. Überall liegen verwitterte, von der Erosion zu Skulpturen geformte Felsblöcke herum. Wie z. B. einen Elefanten , einen Affen , eine Schildkröte , drei Richter oder drei Herren , sowie große Gesteinsformationen „Der Bär und der Löwe“. Es sind Fabeltiere aus Stein. Entlang der D 252 erreichen wir  Casteljou, mit Blick auf die gegenüberliegende  „Chassezac – Abbruchkante“ und einer großen Flussschleife. Die winzigen kleinen Tupfen auf dem Wasser in der Tiefe, sind Badende und Kajakfahrer. Über den Fluss  „Chassezac“ geht es zurück auf die D 111 nach Ruoms.

 

  1. Tourentag: Gorges de la Bourne 395 km

Heute geht unsere Etappe zur “Gorges de la Bourne“, das im Vercors liegt.

Der „Vercors“ ist ein verwinkelter und von Schluchten geprägter Gebirgsstock, mit Straßen die spektakulär in die Felsen gehauen wurden. Galerien wurden in senkrechte Felswände gesprengt, umso den wilden Gebirgsstock des „Vercors“, mit seinen rund 2350 hohen Gipfeln und schroffen Tälern, befahrbar zu machen. Von Ruoms aus geht es Richtung Aubenas. In „Pont d`Aubenas“, der Unterstadt am Fluss, ( Ardeche ) sorgten einst Mühlen, Textilbetriebe und Papiermanufakturen für Wohlstand. (auch der Seidenhandel ) Die Oberstadt liegt auf einem Felsplateau. Von hier oben blickt man über Berge und Hügel, sowie auf das „Chateau d`Aubenas“. (12. – 17. Jahr.) Heute ist das Rathaus hier untergebracht. Auf der D104 sausen wir bei sanften Kurven, mit viel Übersicht, zügig über den „Col de I`Escrinet“ ( 787m ). Schräg zum Hang schlängelt sich die Fahrbahn bergauf ins „Massiv Central“. Schräglage an Schräglage, Kurve an Kurve geht es den nächsten Col hinauf. Auf 682m Höhe liegt die Bergkuppe des „Col de I`Arenier“, der zwischen Aubenas und Privas liegt. So genießen wir die wunderschönen Aussichten. Privas ist die Hauptstadt des Departements Ardeche und nennt sich Welthauptstadt der kandierten Kastanie. Die Stadt liegt auf einem Felsplateau oberhalb des Flusses „Quveze“. Privas war im 16. Jahr. eine protestantische Hochburg, 1629 auf Befehl  Ludwigs XIII. belagert und niedergebrannt. Die Landschaft verändert sich allmählich, so fahren wir auf der D86 an der „Rhone“ entlang, Richtung Valence. Bunte Blumen und üppige Büsche flankieren den Weg. Uns zieht es weiter auf die D 532, vorbei an Romans-sur-Isere, Richtung Villard de Lans. Entlang der Kalkfelsen fahren wir durchs „Isere-Tal“ nach „Pont-en-Royens“.  Der Ort stammt aus dem 16. Jahr. sowie die steinerne Brücke. Vielleicht sind es die Felsüberhänge, die die Menschen dazu veranlasst haben, ihre Häuser in schwindelnder Höhe an den überhängenden Felswänden, über den Fluss “Bourne“ zu bauen. Zum Teil geht die Straße direkt durch Felswände hindurch. Steil fällt sie ab in die „Gorges de la Bourne“. Es ist ein tiefer und langer Schlund der uns durchs „Vercors“ bringt. Hoch über das “Bourne – Flüsschen windet sich die Straße unter senkrechten Felswänden hindurch, verschwindet in kleinen Tunnels oder unter Überhängen und um kurvt Felsnasen. So steuern wir „Villard-de-Lans“ an. Nach einer Kaffeepause folgen wir der Strecke ein Stück über den „Col de Rousset“ (1254 m), um dann auf den “Col de St. Alexis“ (1222 m) abzubiegen. Er liegt westlich oberhalb des kleinen“ Weiler Rousset“. Dann geht es kurvig hinauf zum „Col de Chau“ (1337 m) an. Oben angekommen umgibt uns eine stille Bergeinsamkeit. Ein ergreifendes“ Memorial“ des Widerstands (Resistance) ist hier oben errichtet worden. Auf der aussichtsreichen Höhenstraße fahren wir zunächst weiter über den „Col de la Portette“ (1175 m) mit seinem Belvedere bis zum „Col de la Bataille“ (1313 m). Dann sind wir oben, mit hervorragenden Ausblicken, auf Berge, Täler und auf den Stausee von „Bouvante“. Gleich nach dem Pass geht es durch einen Tunnel. Die gut ausgebaute Straß  führt  in einigen Kurven talwärts zum romantischen Zisterzienserkloster von Leoncel. Kurvenreich wollen wir nun den „Col des Limouches“ (1086 m) bezwingen. In abwechslungsreicher Landschaft fügen sich die kleinen Ortschaften malerisch in die Umgebung ein. Dann erreichen wir den Ort „Chabeuil“. So kommen wir beim Abstieg noch in den Genuss des Marktes, mit frischen regionalen Produkten, wie Oliven, Salami, Käse, Obst und Gemüse. Das sieht alles sehr appetitlich aus, so dass wir einiges probieren (Käse mhh !!! ) und einkaufen. Von Crest aus geht es über  Py-Saint-Martin nach Montelimar, Le Teil zurück nach Ruoms.

  1. Tourentag: Mont Ventoux 252 km

Die felsigen Schluchten gleich hinter  Ruoms werden auch als “Defile“ bezeichnet. Im Bereich der Fels über hänge ist die D 4 in „Vallon Pont d`Arc“ so schmal, dass die Fahrbahn per Ampelregelung jeweils nur in einer Richtung freigegeben wird. So schwingen wir über die kurvige Landstraße durch die hügelige Landschaft nach Saint- Remeze und Bourg-Saint-Andeol. Ein bisschen behäbig. Ein bisschen behäbig wirkt der Ort Bourg-Saint-Andeol im Rhone-Tal. Von der Citroën- Werkstatt bis zur Platanenallee prägt Wein hier die Landschaft. Auf der D 59 kommen wir nach „Saint-Paul-Trois-Chateaux“. Der Ort wurde durch einen gallischen Stamm gegründet. Im Rahmen des römischen Reiches von Augustus, brachte sie der Stadt Aufschwung und  hieß damals „Augusta-Tricastinorum“. Nach der Kaffeepause folgen fahrerische Highlights und so genießen wir die wärmenden Sonnenstrahlen, sowie den Wechsel der Landschaft. Es geht durch malerische Weinanbaugebiete mit viel Kurvenspaß. Das milde Klima begünstigt hier den Oliven – und Weinanbau. Von Souze-la-Rousse, Tulette, Buisson kommen wir nach „Vaison-la-Romaine“, mit seiner mittelalterlichen Altstadt und ihren galloromanischen Überresten. Die römischen Ausgrabungen sind sehr sehenswert. Ein paar Kilometer weiter (D938) geht es auf schmalen  Wegen durch die wilde Hügellandschaft nach Malaucenne. Im Schatten der Bäume hat sich hier eine rüstige Rentnercrew eingefunden, um große, schwere Kugeln in der Nähe einer kleinen zu platzieren. Die alten Männer sind so in ihrem „Boule-Spiel“ versunken, dass uns kaum bemerken. Von Malaucenne biegen wir ab auf die D 974. Die  landschaftlich schöne Straße bringt uns durch einen Steineichenwald und entlang von    Aprikosenhaine.Die letzten Kilometer auf dem Weg zur „Antenne des Mont Ventoux“, sehen wir auf dem Marktplatz am letzten Dorf Bedoin, wo die Platanen Schatten spenden jede Menge Fahrräder  und Fahrradfahrer. Die alten Dorfbewohner, die gemütlich ihren Pastis trinken, schauen sich dieses Schauspiel an. Es sind wohl alles Hobbyfahrer, also nichts wie weg, sonst haben wir Sie bei der Kurvenhatz alle vor uns. Durch seine exponierte Lage ist der Bergrücken des „Mont-Ventoux“ ( 1909m ) schutzlos dem heftigen Mistral ausgesetzt, dadurch weist jedoch kaum Vegetation auf.  „Der Berg der Winde“ gleicht am Gipfel eher einer Mondlandschaft aus riesigen Schutt- und Geröllhalden aus hellem Kalkstein .Die Kelten verehrten ihn als heiligen Berg. Er ist der höchste Berg in der Provence. Neben einer riesigen Antenne und einem Militärgebäude mit Hubschrauberlandeplatz, wuseln Radfahrer mit Handys für Selfies umher! Die „Tour de France“ führt regelmäßig über den Berg. Tom Simpson viel 1967 tot vom Rad bei der Tour, vollgepumpt mit Amphetamine. Seine Töchter ließen an den Monument für ihn eingravieren: „ No mountain to high daddy“. Viele Radler halten kurz hier inne, oder machen ein Foto. Dann geht es den „Mont Ventoux“ hinunter. Übersichtliche Abschnitte wechseln mit großzügig angelegten Serpentinen ab. (Gefälle 13%) Die D 974 bringt uns dadurch zügig nach Saint-Colombe, Beoin und Le Barroux. Le Barroux wird dominiert vom imposanten Renaissanceschloss „Chateau du Barroux“. Ihre exponierte Lage erlaubt uns den Blick auf die Berge „ Monts de Vaucluse, Dentelles de Montmirail und dem Mont Ventoux“. Die Stadt liegt in der Provence und bezaubert uns mit ihrem feudalen Schloss. (Erbaut 12. Jahr. von den Herren von Baux). Das Hotel “ Dieu de Barroux“ aus dem 16. Jahr. war von 1775 bis 1903 ein Krankenhaushospiz. Auf dem Sturz der Eingangstür ist noch die verblasste Inschrift „Hotel Dieu – Hotel Gottes“zu lesen. Neben dem Hotel befand sich das ehemalige Rathaus, indem 1792 im Keller eine Ölmühle ihren Betrieb aufnahm. Nach so viel Geschichte nehmen wir unsere Tour wieder auf und fahren über Vacqueyras, Cairanne, Saint-Paul-Trois-Chateaux, dann auf der D 4 zurück nach Ruoms.

 

  1. Tourentag: Tarn – und Jonteschlucht 334 km

Unser heutiges Ziel sind die Berge, Hügel  und Plateaus der „Cevennen, am Südrand des französischen Zentralmassiv. Abrupt steigen die dicht bewaldeten, geheimnisvollen „Cevennen“ aus der Ebene auf. Ihre zerklüftete Landschaftsstruktur macht die abgelegene Region zu einem idealen Motorradrevier. Auf schönen, oft kurvigen Nebenstrecken machen wir uns auf dem Weg Richtung Berrias-et-Casteljau. ( D 202 )Dort zweigen wir ab auf die D 901 nach Les Vans. Der Ort ist in einer Senke angelegt, die der Fluss „Chassezac“ ausgewaschen hat. Hinauf in die Berge breiten sich Kastanien -, Kiefern – und Buchenwälder aus. Von Les Vans aus geht es zügig über den „Col du Mas de I`Ayre“ (846m). Die Passhöhe liegt inmitten des Weilers „Mas de I`Ayre“, der de facto aber nur aus zwei Häuser besteht. Wir bewegen uns in dem recht großen Waldgebiet „Foret Domanial du Mas de I`Ayre“. Luft und Fahrtwind  befreien Körper und Geist, also geht  unsere Fahrt weiter. Über Villefort geht es auf der D906 Richtung Genolhac. Auf schmalen Wegen fahren wir durch eine wilde Hügellandschaft und passieren auf der D 998 den „Col de Valoussiere“ (501m). So bietet uns die kurvenreiche Strecke puren Fahrspaß auf unserem kräftigen motorisierten Reisegerät. Der „Col de la Craix de Berthel“ ( 1088m ) bringt uns durch den“Bois des Rouvieres“. In „Le Pont-de-Montvert“ erwartet uns das einzige Café mit vielen Ausflüglern. Es wird gegessen, getrunken, Kinder spielen zwischen Tische und Stühle. Die schmalen,  hohen  Granithäuser des Ortes zwängen sich zu beiden Seiten des „Tarn“ ins enge Tal, über das eine alte“ Eselsrücken – Brücke führt. Der „Tarn“ entspringt unweit des Ortes an einem Berghang des „Mont Lozere“ .Der „Tarn“ ist fortan unser Begleiter. An den steilen Hängen der Täler ducken sich Schutzsuchend die verschachtelten, aus Granit erbauten Häuser.  Das zauberhafte Dorf „Sainte-Enimie“ liegt im Herzen der bemerkenswerten Schlucht des „Tarn“. Die malerischen Pflastersteingassen mit ihren Wohnhäusern aus Kalkgestein und Gewölbenpassagen faszinieren uns. Es ist eine spektakuläre Landschaft, die gespickt ist mit bemerkenswerten Naturstätten und atemberaubenden Aussichtspunkten, aber auch mit Burgen, romanische Kirchen, sowie typische Weiler und Dörfern.  Nun heißt es Kopf einziehen, denn die anspruchsvolle Straße begleitet den Fluss. Felsüberhänge wölben sich bedrohlich über die Fahrbahn. In „La Malene“, der mittelalterlichen Furt wechseln wir die Seiten, denn ein abenteuerliches Sträßchen windet sich in engen Kehren hinauf zur kargen Hochebene. Es ist die“Causse Mejean,“ ( D 43 ) die auf dem winzigen Sträßchen durchstreift wird. Von hier oben haben wir einen fantastischen Panoramablick auf die Schlucht und dem Dörfchen „La Malene“. Tief hat sich der „Tarn“ in das Kalkgestein der Causses eingegraben, bis zu  500m hoch ragen die steilen Felswände mancherorts auf. Tosend schäumt der Fluß über Stromschnellen, fließt durch Engstellen um an weiteren Talabschnitten sanft zu plätschern. Noch einmal geht es an den „Tarn“ zurück. Am Felssturz „Pas de Soucis“ vorbei sausen wir weiter zum „Cirque des Baumes“, mit kurz hintereinander, mehrere kurzen Tunnel. Auf der schmalen Straße geht es nun auf die D 996 nach Le Rozier, an dem Fluss „La Jonte“ entlang. Unbekannter als die benachbarte Schlucht des „Tarn“ sind die „Gorges de la Jonte“. Über dem „Belvedere des Vautours“ ziehen  die hier wieder angesiedelten Geier ihre Kreise. Das Tal eignet sich für die Raubvögel besonders gut, da sie hervorragende Segelflieger sind. Es bieten sich uns wunderbare Ausblicke auf die „Jonte“. Sie entspringt am „Mont Aigoual“. Von Le Rozier Richtung Meyrueis wird  der Canyon zwischen der „Causse Mejean und der Causse Noir“ immer tiefer und enger. Die Drehzahlen steigen, der Blick durch das Visier wird luftiger und grüner. Wir durchstreifen die „Cevennen“. Abrupt steigen die dicht bewaldeten, geheimnisvollen „Cevennen“ aus der Ebene auf. Ihre zerklüftete Landschaftsstruktur macht die abgelegene Region für uns  zur idealen Motorradtour. So steuern wir das Dorf  Florac an. Florac ist ein typisches Cevennendorf, leicht verwittert, aber sympathisch und mit knorrigen Alleenbäumen, denen man ansieht, dass sie sich oft unter den Böen der heftigen Fallwinde verbiegen müssen. Die weitere Ebene der Causse ist bewachsen mit Heide, Lavendelbüsche, Disteln und Wacholder. Schafe ziehen umher die mit der kargen Vegetation zufrieden sind. Hoch aufragenden Felsen scheinen über Florac zu wachen, da es unterhalb der Abbruchkante des „Causse Mejean“ liegt. Wir verlassen den nördlichen Teil der „Cevennen – Höhenstraße und folgen nun der N106, die einige Kilometer an dem Fluß „La Mimente“ entlang führt. Dann zweigen wir ab auf die D 35 und fahren auf der „Route des Cretes“ weiter. Mild, grün und fruchtbar ist es in den Flusstälern und auf weiten Strecken menschenleer. Nicht selten sucht das Auge vergeblich nach einem Weiler ( Dorf ).  ( Montagne du  Bouges ). Hinter St.-Anedeol-de Clerguemort nehmen wir den Abzweig auf die D 52 bis nach La Tavernoles. In L`Affenadou sausen wir auf die D 59 wieder mal über den „Col de Trelis“ (415m) (D 162). Der Pass verbindet die kleinen Flüsse I`Auzonnet und La Ceze. Es ist eine gut ausgebaute Straße bei mäßiger Steigung mit engen Kurven und liegt komplett im Wald. Die D 130 bringt uns nach Sauvas zurück. Dort kommen wir beim Abstieg noch in den Genuss eines Bauernmarktes. Hier werden frische regionale Produkte angeboten wie Oliven, Salami, Käse, Obst, Nüsse und die so genannten bekannten Kastanien. Alles sieht sehr appetitlich aus und darum decken wir uns ein für unser nächstes Picknick. Beim Durchstreifen der Landschaft kommen wir nun an überschaubaren Orten mit z. Teil  Bruchsteinhäusern vorbei. Auf schmalen Wegen ziehen wir unsere Kurven durch die wilde Hügellandschaft, dabei bringt uns die D104 zurück nach St.Paul-le-Jeune und die D 111 zum Campingplatz nach Ruoms. Unsere Etappe durch die „Cevennen“ zeigte uns die Bergwelt von einer rauen Schönheit. Jedes noch so kleine Fleckchen im Schutz der Täler, verstehen die Menschen der Region seit alters her zu nutzen.

  1. Tourentag : Lac de Villefort

Von Roums führt unsere Tour uns Richtung „Notre-Dame-de-Bon-Secours“. Dann biegen wir ab zum Dorf Lablachere, so geht es durch den „Parc Monts d` Ardeche“. Er ist ein waldreicher Naturpark. Im Schiefergestein und den von kleinen Schluchten durchfurchten Tälern dieser Landschaft, bahnen sich unzählige Wildbäche unter steilen Felsen ihren Weg. Macchia wie auch Buchen, Tannen, Eichen und Edelkastanien sind dort heimisch. Die raue Hochebene mit den spektakulären am Hang gelegenen Bergdörfern prägen dieses Bergfeld. Im Herbst findet in den Dörfern des „Mont d` Ardeche“ das große Kastanienfest statt. Fast überall am Straßenrand findet sich die Edelkastanien, der Baum der „Cevennen“ schlechthin. Die kleinen Straßen schlängeln sich unentwegt einen mit niedrigem Buschwerk bewachsenen, steilen Hang entlang. In „Saint-Laurent-les-Bains“ nehmen wir die C 28 nach „Pied-de-Borne“ unter die Räder. Die Schönheit der Landschaft entlang des Flusses „Chazzezac“, lässt uns das Tempo runternehmen. Im Kurvenreich geht es zügig zum „Lac de Villefort“. Er ist ein Stausee des Flusses „Altier“ in der Region „Languedoc-Roussillon“. Wir überqueren den glasklaren See im Zickzack über die drei Brücken. Es ist schon ein Highlight auf unserem Weg durch die „Cevennen“, tolle kurvige Straßen und der intensive Duft nach Lavendel, Kräuter und Gewürze liegt in der Luft. Auf der Nordseite vom „Lac de Villefort“ geben wir uns erneut der Kurvensucht hin und ( D901 ) erstürmen den „ Col des Tribes“ (1132 m). Auf den 1132 Höhenmeter befindet sich die Wasserscheide zwischen atlantischen Ozean und dem Mittelmeer. So kurven wir in Schräglage zum Bergmassiv „Mont  Lozere“. Die schmale Straßenverbindung von „Le Bleymard“ nach „Le-Pont-de-Montvert“ führt uns über den „Col de Finiels“ ( 1541m ), dicht am höchsten Gipfel, dem „Sommet de Finiels“ ( 1699m ) vorbei. Ein kurzer Halt muss genügen, viel lieber wollen wir die Kurven genießen und rollenden im Tanz der Schräglagen durch die Landschaft. Zufrieden fahren wir durch die Natur mit Feldern aus Klatschmohn. In „Le-Pont-de-Montvert“ kann man schon den Duft des Südens einatmen. Die Stadt war Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen zwischen Protestanten und Katholiken, Anfang des 18. Jahr. Protestantische Aufständige, unter Leitung „Seguier“ stürmten das Pfarrhaus von „Abbe du Chaila“ und befreiten Gefangene aus den Verliesen der Katholiken. Den Abbe fand man auf dem Marktplatz am nächsten Morgen erstochen auf. Viele protestantische „Cevennendörfer“ wurden bei dem 2 jährigen Krieg niedergebrannt. Die schmale D 20 bringt uns bei unserer Tour durch die „Montagne du Bouges“. Es ist ein Karstgebirge mit engen, steilen Schluchten und eine Hochebene prägen hier die Landschaft mit mediterraner Flora und Fauna. So kommen wir nach „Saint-Julien-d`Arpaon“. Es ist eine kleine Ortschaft am Südrand der „Cevennen“ und liegt im Tal des Flusses „Mimente“, er ist ein Nebenfluss des „Tarnon“. Weiter geht es über die N 106. Sie ist durchgehend breit und sehr gut ausgebaut und animiert dazu mal heftig am Hahn zu drehen. So genießen wir trotzdem die herrlichen Panoramablicke auf die wunderbare schöne Landschaft mit dem Fluss „Gardon“. Schneller als gedacht kommen wir in „La-Grand-Combe“ an und legen eine Kaffeepause ein. Von der D 59 kommen wir nach „Le Martinet“, D 130 nach „Ribiac“ und dann zurück zum Campingplatz.

 

  1. Tourentag : Auf den Spuren der Römer 250 Km

Unter dem Siegel „ Villages de caractere“ sind 19 typische mittelalterliche Dörfer vereint, eines davon ist „Labeaume“. In den Felsen am Ufer des Flusses „Beaume“ wurden einst Wohnhöhlen gegraben, später baute man aus Flusskieseln Häuser, die sich entlang  gewundener  Kopfsteinpflastergassen drapieren. Felsigen Schluchten werden als „Defile“ bezeichnet, denen eine gleich hinter „Ruoms“ beginnt. Im Bereich der Felsüberhänge ist die D 4 so schmal, dass die Fahrbahn per Ampelregelung jeweils nur in eine Richtung freigegeben wird, dabei fällt unser Blick auf die tosende „Ardeche“. Der Fahrtwind weht uns um die Nase und die D 249 lässt uns das kleine Dorf „Balazuc“ erreichen. Auf der schmalen Brücke rollen wir langsam über den Fluss. Kanus paddeln gegen Stromschnellen im Fluss an. Malerisch thront der Ort auf der Spitze eines steilen Berghanges oberhalb der „Ardeche“. Der historische Dorfkern besteht größtenteils aus mittelalterlichen Häusern, gepflasterten Gassen und Arkaden, liebevoll mit unzähligen blühenden Blumen bepflanzt. Reizvoll ragt die Burg „Chateau de Balazuc“ in den Himmel, wie auch die romanische Kirche „Sainte-Madeleine“. Auf der D 1 geht es vorbei am Dorf „Rochecolombe“ dass auf eine Bergrücken liegt, zwischen den Tälern der „Ardeche und der Ibie“. Im Dorf „Sarrazin“ zweigen wir auf die D 558, dann auf die D 263 ab Richtung „Alba-la-Romaine“. Am Fuße des „Coiron-Massivs“ in der südlichen „Ardeche“, erstreckt sich der Ort „Alba-la-Romaine“, der berühmt dafür ist, in der Antike die Hauptstadt der „Helvier“ gewesen zu sein, einem relativ kleinen „Kelten-Volk“. ( 1.-5. Jahr. ) Unter „Kaiser Augustus“ wurde das Dorf im römischen Stil prachtvoll verschönert. Ist dieser glorreichen Vergangenheit sind noch heute die Überreste eines römischen Theaters, eines Heiligtum und eines momentalen Zentrum erhalten. „Alba-la-Romaine“ besteht nicht nur aus der ehemaligen „gallo – römischen“  Stadt „Alba-Helviorum“, sondern auch aus einem mittelalterlichen Dorf, mit Kopfsteinpflaster und Steinhäusern aus weißem Kalk und schwarzen Basalt. Das Dorf erbaut 15. Jahr. wird von einem imposanten, feudalen  Schloss überragt. (Chateau d`Alba ). Über den „Col de Fontenelle“ (703m) rauschen wir am „Plateau du Coiron“ vorbei. Es ist eine vulkanische geprägt  Hochebene. Die D 7 bringt uns über „St.-Priest“ kurz auf die D 104. Über den „Col de I`Arenier“ (682m) fahren wir weiter auf die D 122. Die D 122 sieht nicht nur auf der Landkarte viel versprechend aus, ungehindert von jeglichem Verkehr schwingen wir über die kurvige Straße durch die hügelige Landschaft. Der „Col des Quatre  Vios“ (1149m) bringt uns zum Dorf „Mezilhac“. Die „Volane“, ein Zufluss der „Ardeche“, entspringt auf dem Gebiet der Gemeinde. Etwas enger geht es dann auf der D 578 zu Richtung „Antraigues-s-Volane“. Ein menschenleeres Hügelmeer mit Wäldern, Ginster- und Heidehängen, klaren Bergbächen und winzig verstreuten Weilern, schlängelt sich das kleine Sträßchen so dahin. Dann erreichen wir den kleinen charmanten Badeort „Vals-les-Bains“ ,in der „Ardeche“ liegt. Mitten im Herzen der satt grünen Landschaft des regionalen Naturparks der Berge der „Ardeche“ liegt an den beiden Flussufern der „Volane“ dieser Ort, dessen kohlensäurehaltiges, natronreiches Mineralwasser sehr geschätzt wird. Jetzt aber los, auf der schönen, kurvigen Nebenstrecke D 323 machen wir uns auf dem Weg zur D 5 und fahren dabei über den „Col de la Cr de Millet“ (776m). Da halten wir uns nicht lange auf, sondern düsen gleich die kurvenreiche Abfahrt hinab nach „Largentiere“. Die im „Ligne-Tal“ gelegene Stadt „Largentiere“ bietet uns mit ihren Häuserfassaden am Flußufer der „Ligne“, ihrem Justizpalast und dem Schloss der Bischöfe, (erbaut 12. – 15. Jahr.) sowie den Überresten der einstigen Stadtmauer einen wunderschönen Anblick. Die Straße ist zugestellt mit vielen Ständen, Obst, Gemüse, bunte Stoffe, Gardinen, Bücher, Messer, Spielsachen, Schmuck, CDs sowie vielerlei liebliche Genüsse suchen ihrer Abnehmer. Die Bauern bieten die verschiedensten Sorten Ziegenkäse aller Art an und dann diese würzigen leicht scharfen, luftgetrocknete Würste. Außerdem ist die Küste ja nicht weit und es gibt reichlich, frischen Fisch. Wir kaufen hier und da etwas Käse, Wurst, Obst und Brot, denn Morgen wollen wir die Heimreise antreten und so brauchen wir diesen Proviant. Dann setzen wir unsere Tour fort und folgen der  D4 und gelangen so über diese kleine Nebenstrecke wieder zu unserem Ausgangspunkt Roums zurück.