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Patagonien 2014

November 2014  Motorradurlaub Argentinien Chile: Patagonien

Erfülle dir deinen Traum. Patagonien steht seit Jahrhunderten für Freiheit und Weite.

Urlaub in Patagonien, die Reise in eine andere Welt. Durch undurchdringlichen Urwald, Gletscher, Fjorde, Seen, endlose Pampa, Guanacos, Nandus, Kondore, Pinguine und Einsamkeit charakterisiert Patagonien, das von Puerto Montt bis zur Magellanstraße über 2300 km weit ist.

Patagonien bis Feuerland über die Panamericana was für ein Ziel. Die endlose Pampa, der ständige Wind, raue Gebirgswelten zum Beispiel Tores Dell Peine Nationalpark, Fitzroy, der Maldivianische Regenwald, Gletscher wie der Perito Moreno, tiefblaue Seen, schäumende Flüsse und blühende Landstriche, das ist unser Abenteuer für fast vier Wochen.

Flughafen Düsseldorf: Madrid

Der Flughafen und das Umsteigen zum nächsten Terminal in Madrid war für uns schon ein Abenteuer, ein Zug brachte uns im Tiefgeschoss zum richtigen Flughafengebäude.

Flughafen Madrid: Santiago de Chile

Der Ausblick während des Fliegens aus dem Flugzeugfenster ist schon fantastisch bei dem Anflug auf Santiagos Flughafen. Die Anden mit ihren schneebedeckten sechstausender Berge, die wilde menschenleere Landschaft wechseln sich ab. Am Horizont sieht man den höchsten Berg Amerikas der 6962 m hohe Aconcagua.

Die Einreise ins Santiago gestaltet sich etwas schwierig, da zur gleichen Zeit mehrere Flugzeuge landen. Zuerst müssen wir durch die chilenische Security und das dauert und dauert. Absperrungen halten die Touristen und Fluggäste in Reih und Glied, damit kein unnötiger Tumult entsteht. Der Gedanke, dass wir dem Schmuddelwetter in Deutschland entgehen und dafür den angenehmen warmen südamerikanischen Sommer vor uns haben, lassen uns die ca. eindreiviertel Stunde Wartezeit bis zur Polizeikabine ertragen.(Nicht ohne Murren). Nach der Zollkontrolle schlagen wir uns zum Schalter der Fluglinie LAN durch. Was für ein Schock, unser Flug nach Osorno ist weg. Nach einigem Hin und Her organisierte der sehr freundliche LAN-Mitarbeiter einen Ersatzflug nach Puerto Montt, 120 km von Osorno entfernt.

Beim Landeanflug auf Puerto Montt können wir den Hafen ausmachen. Melipulli: Ort der vier Hügel nannten die Mapuche- Indianer den sicheren Hafen  von Puerto Montt. Ein Taxi bringt uns wenig später zügig nach Osorno  zurück. Wir sind froh, endlich unser Hotel für die nächsten zwei Tage ohne weitere Zwischenfälle erreicht zu haben. (36 Stunden….)

 

Zweiter Tag: Osorno – Rundgang in der Stadt, abends Motorradübergabe

Wir machen uns auf, Osorno zu Fuß zu besichtigen. Wunderschöne Fachwerkbauernhäuser, schmucke Holzkirchen gedeckt mit mausgrauen Schindeln aus Alerceholz, auf Weiden grast schwarz-weiß geflecktes Rindvieh, was für eine Idylle: kein Wunder das sich die deutschen Kolonisten 1851 (aus Hessen) an den Ufern des Lago llanquihue wie zuhause fühlten. Einzig der hohe Vulkan Osorno (2652 m) passt nicht ganz ins süddeutsche Idyll. Ganz nahe an den weißen Riesen heran führt die ruppige Piste am Westufer des Sees entlang. In Valdivia befindet sich die Brauerei Kunstmann die noch heute nach dem deutschen Reinheitsgebot braut. Sowie die erste Freiwillige Feuerwehr in Osorno gründeten deutsche Auswanderer. Vorbei am Gebäude der zweiten Freiwilligen Feuerwehr von Osorno nehmen wir Kurs auf die City. Von weitem sieht man schon die Kathedrale und auf dem Hauptplatz davor musizieren  und singen einige junge Leute, sehr zur Freude von uns. Atemberaubend sind auch die Stromkabel wie sie verlegt wurden, wie Trauben hängen sie durcheinander, wer kennt sich da noch aus? Dann geht es auf einen großen Markt, da tauchen wir ins südamerikanische Leben ein. Hier ist in den Geschäften auch schon alles weihnachtlich geschmückt, und das bei 25° plus, was für uns doch sehr ungewohnt ist. Nach einer Kaffeepause geht es zurück zum Hotel um die Motorräder zu übernehmen für den nächsten ersten Tourentag.

 

Erster Tourentag: Osorno – Pucon

Die Region die man auch: chilenische Schweiz nennt, beeindruckt uns durch tiefe Seen, Täler, märchenhaften Landschaftsbildern und mit der Kette der schneebedeckten Vulkane der Anden. Der Lake Distrikt erstreckt sich vom Fluss Rio Bueno bis zum nördlichsten Zipfel Patagoniens. Viele deutschgeprägte, malerische Dörfer liegen verstreut an den Ufern der Seen. Auf dem Weg in den Süden fahren wir soweit das Auge reicht an Äckern, gelb blühenden Raps und blauen Lupinien vorbei. Über Schotter geht es auf der T 781 mit einer Autofähre  die, die Männer mit Manneskraft am Seil ans andere Ufer ziehen müssen, über den Fluss Rio Bueno. Die Schönheit des nordpatagonischen  Seendistrikt mit seinen tiefblauen Seen ( Lago Ranco)  übertrifft unsere Erwartungen. Urtümliche Wälder und Farmland umgeben uns. Die weitere Strecke verläuft ( T 775 , T 75) auf kleinen Straßen durch hügeliges Gelände, vorbei am Lago Ranco und dem Fluss Rio Calle Calle. Am Puente Bocatoma legen wir einen Photostop ein. Vom Lago Panguipulli haben wir einen super Blick auf den Vulkan Villarica. Er ist ein 2840 m hoher aktiver Vulkan in Chile, der in der an Argentinien grenzenden Region Araucania liegt. Im El Mirador gibt es fangfrischen Fisch und einen fantastischen Panoramablick auf den Vulkan Villarica. Nach dem Essen fahren wir bei herrlichem Wetter, vorbei am Lago Villarica, in die kleine geschäftige Stadt Pucon zu unserem ersten Hotel in Südamerika.

 

 

Zweiter Tourentag: Pucon – San Martin de los Andes

Am nächsten Tag wollen wir durch den ältesten Nationalpark Chiles hindurch – den Nationalpark Villarica. Auf der genialen Schotterstrecke geht es zügig über die Pass-Straße Mamuil Malal, zum chilenischen Grenzübergang , danach durchs Niemandsland zur argentinischen Grenze. Auf unserem Weg erblicken wir viele urtümliche Araukarienwälder. Diese Araukarien Bäume, die bis zu 1000- 2000 Jahre alt werden und mit ihren krausen Nadelarmen, die gebogen runter hängen, verbreiten sie auf uns eine ureigene Note. Das Zentrum des Parks ist die Linie dreier Vulkane, die sich entgegengesetzt der Andenkette erstreckt. –Villarica, Quetrupillan und Lanin. Tiefe Gletscherseen, valdivianische Regenwälder und der fast überall ins Bild rückende perfekte schneebedeckte Vulkankegel des Lanin (3776 m) machen den Nationalpark Lanin zu einem der schönsten Argentiniens. Lanin bedeutet in der Mapuche Sprache „Tote Steine“. Die Seen und Bäche sind hier glasklar und unsere Route wird bergiger, je näher wir in Richtung San Martin de los Andes kommen. Dann passieren wir die argentinische Grenze bei Kaiserwetter die Sonne lässt die Schotterstraße im grellweißem Licht leuchten. Hier befinden sich viele Dörfer der Mapuche – Indianer. Die Mapuche nennen die Baumriesen in ihrer Sprache “Pehuenes“. Es ist eine grandiose Fahrt durch das argentinische Seengebiet, mit wunderschönem Ausblick auf verschneite Andengipfel und in die unendliche Weiten der Hochebene, mit schroffen und kahlen Berggipfeln. Über den Rio Malleo geht es über eine Holzbrücke weiter zum Lago Quillehue. Das gewundene, schmale Sträßchen führt uns durch dichte Wälder und Berge, zur Stadt San Martin de los Andes. Sie liegt an den Ufern des Lago Lacar. In der 1946 errichteten Holzscheune an der Calle Sarmiento übernachtete einst ein erschöpfter und hungriger Ernesto –Che Guevara- mit seinem Freund Alberto Granado am 31. Januar 1952, auf seiner legendären Motorradtour durch Südamerika. Langsam geht die Sonne unter und das schwindende Licht taucht die Berge in ein mystisches Szenario. Unmittelbar an unserem Hotel, gehen wir geschlossen in ein Restaurant. Ja, hungrig sind wir  und somit gibt es auch heute ein super argentinisches T-Bonesteak und ein kühles Bier zum Abschluss unserer Tour. (Argentinien und seine Rinderzucht: Fleisch ist das bessere Gemüse!!!)

 

 

 

Dritter Tourentag: San Martin de los Andes-El Bolson

San Martin de los Andes liegt an der Ostspitze des Lago Lacar. Die RN 234 ist eine atemberaubend schöne, wenngleich auch staubige Route, durch die wilde Berglandschaft  die, die sieben Seen berührt. -Ruta de los Siete Lagos-. Entlang des Flusses Rio Hermoso kommen wir zum“ Passo de Corboda“. Am Mirador Cascada Vulignanco legen wir einen Photostopp ein, wo sich ein Wasserfall lautstark die Felsen hinabstürzt. Weiter bringt uns unsere Fahrt auf  die  7- Seen – Route  zum Lago  Villarino und zum Lago Falkner. Das Wasser der Seen glänzt in den Farben von Grün bis Türkis an diesem sonnigen Tag, dabei spiegeln sich die schneebedeckten Berge in den Seen traumhaft wieder. Die plötzliche Veränderung der Vegetation und die Majestät der Berge sind es absolut wert, dass ein oder andermal anzuhalten und zurück zu blicken. Die Kiesstraße pudert uns ordentlich ein. Der Fluss Rio Ruca Malen verbindet die Seen Lago Espejo und den Lago Correntoso. Wir erkunden eine alte Holzbrücke, die über dem Fluss schon halb verfallen ist, dann bestaunen wir noch die alte Hacienda, die am Lago Espejo steht. Graukopfgänse suchen im Gras nach Nahrung, der rotblühende Notrobaum kündigt als Frühlingsbote die beste Zeit in Patagonien an. Wir fahren weiter zum See Nahuel Huapi, mit seinen Wäldern aus Zypressen und Buchen. Die Strecke ist  kurvig und asphaltiert ,außerdem können wir die Insel Huemul sehen. Am „Mirador Inalco“ bestaunen wir den Lago Nahuel Huapi mit seinen Seitenarmen. Gelbblühender Ginster, das grün der Wiesen, das Blau des Sees ist ein Spiel von Sonne und Schatten, das hinterlässt starke Impressionen. Wir verlassen die Provinz Neupuren und begeben uns in die Provinz Rio Negro. Am Denkmal- Republica Argentina- (1872- 22- Enero 1976) weht heute keine argentinische Fahne. (Paso Internacional Cardenal Samore RN 40). In der Taverne „El Boliche Viejo“ gibt es für uns alle ein frisch gegrilltes argentinisches Steak, was für ein Geschmack, umwerfend. Frisch gestärkt sausen wir zum kleinen Skiort Villa La Angostura, das mit seinen argentinischen verspielten Holzkonstruktionen und den Arkaden zum Verweilen einlädt. Durch den Parque Nacional Nahuel Huapi geht es nach Bariloche am See Nahuel Huapi entlang. Der See ist kristallklar, kalt und an manchen Stellen fast 500 m tief und die Lagunen leuchten wie Schlangenzungen in der Sonne. Bariloche liegt inmitten des gleichnamigen Nationalparks und hat eine überaus beeindruckende Lage. Betuchte Chilenen und Brasilianer fühlen sich in Argentiniens Wintersportort sehr wohl. Mit rustikalen Holzchalets, Seilbahnen, Schokolade und noblen Hotelkästen versprechen sie sich hier eine gute Erholung. Wir legen eine Kaffeepause in der Konditorei Cucu Schutlz ein. (Ehemalige Schweizer Auswanderer). Auf der Straße der sieben Seen fahren wir vorbei am Lago Lacar, Lago Falker, Lago Filo Hua-Hum, Lago Espejo und dem Lago Correntoso. Die Ruta 40 ist die Traumstraße Argentiniens und eine der spannendsten der Welt. Für uns ist die teils geschotterte, teils gepflasterte 5224 km lange Strecke ein Abenteuer. Doch vor Bariloche ging es für uns durch eine dramatische Canyonlandschaft. Mit seinen Fjorden, Gletschern und schroffen Granitmassiven erinnert die Seen- und Berglandschaft ans europäische Voralpenland. Der Rio Azul begleitet unsere Tour bis El Bolson. El Bolson liegt im fruchtbaren Flusstal des Rio Quemquemtreu und wird gesäumt von den hohen Bergen des „Cerro Nevado“ und des“ Cerro Piltriquiton“. Äpfel, Birnen, Erdbeeren, Kirschen und Himbeeren werden hier zur leckeren Konfitüren verarbeitet. Auch wächst hier guter Hopfen, so ist die Stadt als Zentrum der Bierbrauer bekannt, sehr zur Freude von Harald. Am Wochenende treffen sich noch immer viele angegraute Hippies auf dem Kunsthandwerkermarkt an der Plaza Pagano, um ihre Waren anzubieten. Betuchte Leute und sogar Hollywood Schauspieler haben hier im Hinterland ihre Ferienhäuser.

 

Vierter Tourentag: El Bolsen – Futaleufu

Patagonien steht seit Jahrhunderten für Freiheit und Weite. Nach Epuyen verlassen wir die Ruta 40 und fahren Richtung Cholila. Am Lago Cholila werden zuerst kleinere Schäden an zwei Motorrädern inspiziert. Während wir den schlechtesten Cappuccino bekommen von der ganzen Reise. Vorbei am Lago Rivadavia steuern wir den“ Parque Nacional Los Alerces“ an. Der große Park verdankt seinen Namen der unter Artenschutz stehenden immergrünen Alerce, auch patagonische Zypresse genannt . Die feuchten, pazifischen Winde dringen hier über die niedrigen Gebirgsketten der Anden vor und lassen dadurch einen üppigen grünen valdivianischen Regenwald gedeihen. Die Alerce kann eine Höhe bis zu 60 m und einen Stammdurchmesser von 5 m erreichen. Der höchste Berg hier ist der Cerro Situacion (2307 m) . Die Seenlandschaft beheimatet hier viele Vögel z. B. Gelbschnabel- Blässhuhn, Sturzbachente usw. Die Tour bringt uns weiter Richtung Süden zur Kleinstadt Trevelin. Fauna und Gräser säumen unseren Weg. Vorbei an den größeren Seen (Lago Verde, Lago Futalaufquen, Lago Amutui Quimei) ist der Schotter für uns einige Tage treuer Begleiter. Ein Wasserfall hat die Schotterpiste überspült, also es nützt nichts, wir müssen dadurch. Bei der Fahrt spritzt das Wasser links und rechts an uns vorbei. Gut gemeistert, weiter geht‘s, denn diese 70 km lange Strecke wollen wir genießen, denn in absehbarer Zeit wird sie wohl auch geteert werden. Über den Rio Percey, Rio Grande und entlang des Rio O Futaleufu geht es weiter zur Grenze.

(Lago . Futalaufquen heißt in der Sprache der Mapuche-Grosser See-).

Durchs Valle Futaleufu (Fin de Pavimento) gelangen wir zurück nach Chile. Die verschneiten Berggipfel Runden das märchenhafte Gesamtbild dieser Landschaft ab. In Puente Rio Grande verlassen wir die R259. Die Behörden auf der argentinischen Seite sind nicht so bürokratisch wie die chilenischen Kollegen, welche einige Kilometer entfernt auf uns warten (keine Lebensmittel darf man einführen). Der Zöllner kontrolliert unsere Seitenkoffer und sogar den Tankrucksack. Alles o.k., ein kleines Lächeln und wir dürfen weiterfahren. Im Hotel El Barranco haben wir eine gemütliche Unterkunft und bei ein paar Bierchen, lassen wir die einmaligen Eindrücke Revue passieren.

 

 

Fünfter Tourentag: Futaleufu – Puyuhuapi 190 – 190 km

Die Schotterpassstraße von Futaleufu bringt uns wieder vorbei an Felswände, Wasserfälle und dichter regenwaldähnlicher Vegetation. Sie prägen das Landschaftsbild. Hier beginnt nun das chilenische Patagonien. Entlang des Rio Futaleufu geht es endlich auf die berüchtigte „Carretera Austral“. Der Rio Futaleufu ist eines der besten Wildwasser Ressourcen der Erde. Er fließt weit unterhalb der Turmspitzen und schneereichen Kronen der Anden, dass türkisfarbene Wasser schäumt sprudelnd durch Granitwände und an Felsen entlang. Der Fluss liegt im spektakulären“ Las Escalas Tal“ und entspringt im Nationalpark “ Los Alerces.“ Vorbei am Lago Lonconao und Pte. El Azul (Rio Azul)folgen wir der „Carretera Austral“, weiter durch die unberührte Landschaft, die uns mitten durch tropenähnliche Vegetation bringt. Entlang des Lago Futaleufu geht es weiter über den „Paso Futaleufu“, dabei verläuft die weitere Strecke durch die Comuna de Palena. Viele kleine Bauerngehöfte mit frei laufenden Schweinen und Hühnern kreuzen unseren Weg. Also hier läuft unser Abendessen herum. Es gibt genügend Schlaglöcher und  die dichte Vegetation entlang der Straße verbirgt Kühe und Schafe. So sausen wir am Lago Yelcho entlang und unsere Sicht auf die Straße wird immer  schlechter, Nebel taucht die Landschaft in ein mystisches Bild. Eine abenteuerliche Holzbrücke bringt uns über einen Bach, geduldig wartet der LKW-Fahrer bis wir darüber sind, mit einem freundlichen Gruß geht es weiter. (Carretera Austral Ruta 7). Über den Rio Palena (Pte. Exequiel Gonzales) kommen wir zu einer Baustelle. Nichts geht mehr, d.h. für uns zweieinhalb Stunden Wartezeit. Die“ Carretera Longitudinal Austral President Pinochet“ oder kurz Ruta 7, beginnt in Puerto Montt und führt 1200 km parallel zur argentinischen Grenze und endet in Villa o` Higgins, am Fuße des südlichen Eisfels.Pinochet hatte militärische Gründe für ihren Bau. Nun wird immer mehr von dieser Straße geteert, darum die große Baustelle. Heute haben wir den ersten Regen- und Nebeltag, dadurch ist die Straße feucht und die vielen Schlaglöcher schütteln uns heftig durch. Hüfthohe Farne, die Blätter des rhabarberartigen“ Pangue“ und Flechten überwuchern rechts und links die Straße. Vollkommen verdreckt kommen wir in Puyuhuapi an. Das abgelegene Dorf gründete im Jahre 1932 die ostpreußischen Pioniere Walter Hoppendietzel und Ernst Ludwig. Wir haben das große Glück im ältesten Haus von Puyuhuapi im Casa Ludwig dass am Lago Puyuhuapi liegt zu übernachten. Die Dame des Hauses gehört als Nachfahre der Familie Ludwig an und begrüßt uns im bestem Deutsch. Es ist hier so freundlich, gemütlich und schön warm, dass wir uns sofort wie zuhause fühlen.

Puyuhuapi: heißt in der Mapuchensprache- Sumpfland.

Sechster Tourentag: Puyuhuapi – Coihaique 235 – 60 km

Entlang des Puyuhuapi- Fjords verlassen wir unsere freundlichen Gastgeber im Hause“ Casa Ludwig“. In Puyuhuapi sind die Holzhäuser mit den dazugehörigen Gärten stille Zeugen der deutschen Kolonialisierungsgeschichte. Die friedliche Natur bietet uns einen beeindruckenden Einblick in den patagonischen  Regenwald, mit seinen Wasserfällen und Gletschern. Am Ufer des Sees wuchern die riesigen Blätter des rhabarberartigen „Pangue“, aus dessen Stängel ein süßsaures Kompott gemacht wird. Da es den Tag vorher viel geregnet hat, ist aus der Schotterpiste eine Schlammpiste geworden. Kurzzeitig stoppt uns wieder mal eine riesige Baustelle, dadurch müssen wir durch hoch aufgeworfenen Matsch, (entstanden durch LKWs und Baufahrzeuge) tiefe Pfützen, an Steinmoränen oder Bergrutschen vorbei. Der Nebel hängt tief über den Puyuhuapi- Fjord, die Luft ist feucht und dadurch ist das  Fahren eine einzige Rutschpartie und verlangt von den Motorradfahrern höchste Konzentration. Die Bauarbeiter die dick in roten Regensachen gehüllt sind, winken uns freundlich zu, trotzdem sind wir froh den normalen, feuchten, festen Schotter unter die Räder zu bekommen in Serpentinen auf recht weichem Schotter fahren wir den Pass-Queulat hinauf, dabei befinden wir uns im Nationalpark Queulat. Unsere Strecke verläuft zunächst durch das weite Hügelland im Tal des Rio Cisnes. Auf der Carretera Austral Richtung Coihaique kreuzen berittene Gauchos unseren Weg, um mit ihren Hunden zur nächsten Arbeit in eine nahe gelegene Hacienda zu kommen. (Vorbei am Piedra El Gardo zum Lago Las Torres). Schließlich erreichen wir die Ufer des Rio Manihuales. Dort sitzen Angler mit ihren Angeln und warten auf einen großen Fang. Am Wasserfall Pte. Pedro Duran halten wir kurz an. Mit Getöse und aufschäumender Gischt stürzte er sich den Berg hinab. Nebenan steht eine kleine improvisierte Kapelle. Einige Reisende zünden Kerzen an und beten. Auf dem Weg nach Coihaique passieren wir eine Region, die durch Viehzucht geprägt ist. Der Aussichtspunkt “Marthant Gonzales“ verschafft uns einen Überblick auf Coihaique, der Regionshauptstadt von Aysen, gegründet 1929. Auf der Höhe selbst weht ein frischer Wind und unser Blick schweift weit  über das Land. Schließlich erreichen wir die Stadt und kehren in unser Hotel ein. Abends gibt es wieder das obligatorische Steak ,mit dem Nationalgetränk „Pisco Sour“, na dann Prost !!!

 

Siebter Tourentag: Coihaique – Hacienda Tres Lagos 287/191 km

Wir verlassen Coihaique fahren durch die Schlucht Piedra El Conde im “ Reserva Nacional Cerro Castillo“. Auf der Ruta 7 durchqueren wir eine beeindruckende Canyonlandschaft, mit einem tief eingeschnittenen Tal, dessen Gestein in einer Vielfalt von Farben in der Sonne schimmert. Wir bestaunen den Rio Pollux, der als Wasserfall in die Tiefe der Landschaft rauscht. Die Straße die uns weiterbringt, ist ein schmales Asphaltband mit  unvorhersehbaren Kurven. Am „Mirador Cuesta Del Diablo“ schauen wir hinunter ins wunderschöne Tal. Die Serpentinen bringen uns zügig weiter. Wir befinden uns im „Lustre Municipalidad De Rio Ibanez“. In zwei alten, bunten und ausgebauten Bussen ( La Cocina Sola) gibt es erstmal einen Snack. (El Blanco- Kaffee). Dann sehen wir das sagenhafte Panorama des Massiv des „Cerro Castillo“ und die Lagune Verde. (Reserva Nacional Co. Castillo) 1990 brach der Vulkan Hudson aus und erstickte mit seinem Aschenregen die Vegetation, staute Flüsse und hinterließ ein Geistertal, voll toter Bäume und weiten Sümpfen. Baumstümpfe ragen aus dem Flussbett des Rio Ibanez heraus. Es sieht schon sehr surrealistisch aus und die dunklen Wolken die schwer an den Bergen hängen, sowie der starke Wind lassen die Landschaft düster aussehen. Unsere weitere Tour bringt uns an der Lagune Cofre vorbei. Die Carretera Austral ist die unbefestigte reizvolle Verlängerung der chilenischen Panamericana, mit z. Teil Schlaglöchern und Spurrillen übersät. Sie rüttelt uns kräftig durch, leider wird sie immer mehr asphaltiert. Bei Gegenverkehr (durch Pickups und Lkw)  wird der Staub der Schotterstraße stark aufgewirbelt, kleine Steine fliegen an den Motorrädern und an uns vorbei. Im Tal des Rio Murta beginnen die endlosen Südbuchenwälder und von weitem leuchtet das türkisfarbene Wasser des “Lago General Carrera“ auf. Eingerahmt von den kahlen, rötlich schimmernden Hügel der Pampa, den wuchtigen Massiven der Eisfelder und dem blauen Himmel, liegt dieser gigantische See mit seiner ständig wandelnden blau- grünen Wasseroberfläche vor uns. Das kräftige gelb des blühenden Ginsters, sowie ganze Felder mit blühenden Lupinien beherrschen auch weiterhin die Landschaft. Der Lago General Carrera ist der ( 2240 Quadratmeter ) zweitgrößte See Südamerikas nach dem Titicacasee. Wir folgen der Schotterstrecke bis zum Dorf Puerto Rio Tranquilo um eine Bootsfahrt zu unternehmen. Wir wollen die „Capillas de marmol“ ( Marmorkapellen ) besichtigen. Es sind Steinformationen die wie Kirchtürme aus dem Wasser ragen, eine perfekte Harmonie und ein einzigartiges Schauspiel der Natur. Die Boote jagen über das Wasser des Sees und die Gicht spritzt uns ins Gesicht. Der Fahrtwind und das Wasser sind eiskalt. Wir sind von diesem Naturschauspiel mächtig beeindruckt und setzen danach unsere Fahrt fort. Auf geht’s durch die farbenfrohe, hügelige  Seenlandschaft weiter nach Tres Lagos . Eine orange Hängebrücke, die aussieht wie die“ Golden Gate Bridge“ in Kleinformat, bringt uns über den Rio Baker, der den Lago Generl Carrera und den Lago  Bertrand verbindet Es ist ein Paradies für Fliegenfischer. Die Hacienda Tres Lagos liegt im Herzen des chilenischen Patagonien. Sie ist umgeben von drei Seen. Lago General Carrera, Lago Bertrand und Lago Negro. Nach der staubigen Fahrt erwartet uns eine Wohlfühloase. Von unserer Lodge aus haben wir einen Panoramablick auf den Lago Negro. Hier sind wir im wahrsten Sinne im Paradies.

 

Achter Tag: Ruhetag und Relaxtag. Vor unserer Terrasse aus beobachten wir Graukopfgänse. Sie suchen Nahrung und kommen dabei uns sehr nahe. Ein Gaucho hatte für uns alle ein Lamm zur Begrüßung geschlachtet und 5 Stunden gegrillt. Das Festessen kann beginnen, danke.

 

 

Neunter Tourentag: Hacienda Tres Lagos-La Angostura 420 / 260 km

Chile bedeutet auf Aymara in der Indianersprache: „das Land wo die Welt endet“. Am Lago General Carrera ist die an der Steilwand geschlagene Schotterstraße eine abenteuerliche Streckenführung, mit atemberaubenden Ausblicken auf den See und die Anden. Sie ist wohl mit einer der schönsten Routen in ganz Patagonien. Über den Passo Roballo, fahren wir vorbei am Lago Verde  und über den Rio San Alfonso, so steuern wir das “Mirador de Verde“ an. Teils geht es in abenteuerlichen Kurven, steilen Anstiegen und Abfahrten über ca. 120 km am Ufer des lang gestreckten Sees entlang. Dabei eröffnen sich immer wieder tolle Panoramablicke auf dessen blaugrüne Buchten, mit den Gipfeln des patagonischen  Eisfeldes dahinter. Der Lago General Carrera heißt in Argentinien“ Lago Buenos Aires“, die Grenze geht durch den See hindurch. Dann geht es nach  Chile Chico, sie wird auch als chilenisches Sun City bezeichnet. Hier gedeihen durch das milde Klima Kirschen und andere Früchte. Wir überqueren die Grenzen nach Argentinien. Die Grenzformalitäten gestalten sich diesmal schneller als erwartet. Wir folgen nach der Grenze der Abenteuerstraße“ Ruta 40“. Weiter geht es auf der argentinischen gen Süden. Die grünen Berghänge  verwandeln sich schnell zur   trockenen Pampa. Unsere Tour bringt uns vorbei am Lago Posadas weiter, in die typische Steppenlandschaft Argentiniens. Einige landestypische Tiere können wir ausmachen, Guanakos, Füchse und Rheas, diese sind fluguntaugliche Vögel, die aussehen wie kleine afrikanische Strauße. So ist die Ruta 40 eine der trostlosesten und einsamsten Straße auf unserer Reise. Die Wellblechpiste

bringt uns nach Bajo Caracoles. Das Dorf  liegt in der Ebene der patagonischen Pampa. Pampa stammt aus der  Quechua – Sprache und bedeutet: baumlose Ebene. Fast jeder Reisende hält hier an, es ist die einzige Tankstelle im Umkreis von ca. 500 km. Schnell wird ein Kaffee geschlürft und im Tante-Emma-Laden noch eine Notration gekauft. Wir verlassen das kleine Dorf im nirgendwo und begeben uns wieder auf die Ruta 40 Richtung La Angostura, über den Rio Pinturas hinweg. ( Die Pampa Del Asador ) So reich die Tierwelt Patagoniens auch ist, so karg ist seine Vegetation. Viele Teile liegen im Schatten der Anden, so dass es durch die Pazifikstürme fast ausschließlich in Chile regnet. Deshalb sind die argentinischen Savannen trocken und außer Gras und Sträucher kaum bewachsen. Der steinige Boden lässt nur die Schafwirtschaft zu. Ab und zu sieht man einen windschiefen Ombusbaum, der den Tieren etwas Schatten bringt. Die Zaunpfähle der zum Teil sehr heruntergekommenen Haciendas fliegen an uns vorbei. Einige Skelette von Guanakos liegen am Straßenrand. Entweder starben sie durch einen Unfall, oder haben den Sprung über die Zäune bei Gefahr nicht geschafft. Da unsere Estancia in La Angostura  restauriert wird übernachten wir in einem anderen Hotel! Das Essen ist Scheiße und das Bier alt und nicht zu genießen. Hoffentlich, ist morgen unsere Unterkunft attraktiver und gemütlicher.

 

Zehnter Tourentag: La Angostura  – El Chalten 285 / 160 km  

Es umgibt uns eine unendliche Weite, mit einer schnurgeraden Schotterpiste rechts und links nur Steppe. Kein Mensch, kein Auto ist über weite Strecken zu sehen. Der Schotter ist mit tiefen Spurrillen und riesigen Kiesbetten übersät, Schlaglöcher hier und da, man muss schon aufpassen, nicht in ein tiefes Loch zu geraten. Immer wieder wechselt sich die hügelige Landschaft mit der Steppenebene ab und der Wind zerrt an uns mit ca. 80 km/h. Um bei dem kalten, böigen Wind nicht umgeweht zu werden und das auf dem losen Schotter, ist wohl eine Herausforderung. Die Ruta 40 zeigt uns nun ihr wahres Gesicht. Bei diesem Wind verbrauchen die Motorräder mehr Sprit. Gut dass Viktor in seinem Pickup Sprit mit dabei  hat. Unsere ADV hat durch ihren großen Tank keine Probleme damit. Dann  erscheint am Horizont der „Cardiel – See“,  mit seinem milchig – türkisfarbenen Schmelzwasser . Damit bringt er etwas Farbe in die gerade wegen ihrer Eintönigkeit so beeindruckenden Landschaft. Wir verlassen die Ruta 40 und fahren auf die RP 23, somit nähern wir uns wieder den Anden. Schon bald erkennen wir die fantastischen  Felsformationen des „ Fitz Roy„ Massivs. Vorbei am Lago Viedma  und seinem Gletscher geht es in den“ PARQUE NACIONAL LOS GLACIARES ARGENTINA“. Die einsame Landschaft des nördlichen Abschnitts wird von der Bergwelt  rund um den „ Cerro Fitz Roy“ (344 5 m) und dem „ Cerro Torre“ (312 8 m) beherrscht. El Chalten ist die Treckerhauptstadt für Elitekletterer und wurde erst am 12. Oktober 1985 gegründet. Viele Wanderlustige und Rucksacktouristen kommen aus aller Welt hierher. Einen ersten unvorstellbaren Blick auf den Ort und der eisverkrusteten Granitnadeln vom „Cerro Fitz Roy“ (344 5 m) und vom „Cerro Torre“ (312 8 m) haben wir am Eingangsschild vom Nationalpark. Der Berg „ Fitz Roy“,  heißt bei den Tehuelche- Indianer“ Rauchende Berge“, obwohl der Fitz Roy kein Vulkan ist, ist aber die Spitze des Berges oft sichtbar in Wolken eingehüllt. Ziemlich müde und durchgefroren kommen wir im Hotel an. Jetzt schnell eine heiße Dusche, ein Bier und Wärme, Mensch was willst du mehr. Unser Zimmer ist schon fast zu warm beheizt und das Fenster lässt sich leider nicht öffnen. Manch ein Außenstehender fragt sich, warum fährt man in diese Pampa, bei diesem Wind ,der eiskalt von den Bergen und Gletschern herunterweht und uns ordentlich durschüttelt. Vom grünen chilenischen Patagonien ins steppenartige argentinischen Patagonien zu fahren, ist jedoch für uns ein phantastisches Erlebnis.

Dazu sage ich: wer die Türme des „ Fitz Roy Massiv“ sieht und die Kondore wie sie im eleganten Segelflug über die Bergspitzen dahingleiten, der weiß warum wir hier sind.

 

 

 

Elfter Tourentag: El Chalten – El Calafate 220 km  Unsere Tour geht entlang des „ Viedma – Sees um dann der Ruta 40 weiter Richtung Süden zu folgen. Der Rio La Leona verbindet den Viedma – See  mit dem Lago Argentino. Die scheinbar unendliche Straße zieht sich über ebenes Land mit niedrigen, runden Büschen und absoluter Stille, außer dem ständigen, heulenden Wind. Immer wieder passieren wir auf unserer Fahrt  Seen und Flüsse aus Gletscherwasser, majestätische Gipfel mit Schnee, grüne Täler und Flussufer mit Viehweiden. Wir fahren durch karge, bunte und schillernde Canyons, sowie durch plattes Land, soweit das Auge reicht. Ruta 40 wird auch: Alaska Highway: genannt. Wir haben selten Gegenverkehr, dafür mit etwas Glück teilen wir die Straße mit Guanacos, Nandus, Hasen, Gänse und einigen Vogelarten. Es ist eine menschenleere Gegend. Die Ruta führt uns durch die Patagonische Meseta, wo sich Steppe, Täler und Hügel abwechseln. Der Lago Viedma ist eine der vielen türkisblauen Gletscherseen nahe der Grenze zwischen Argentinien und Chile. Bei der Weiterfahrt Richtung  El  Calafate geht es am Rio La Leona entlang, der aus dem Lago Viedma gespeist wird. Der Rio La Leona verbindet den Viedma – See mit dem Lago Argentino. Von der Ruta 40 aus haben wir eine wunderbare Sicht auf den See, mit dem Glacier Viedma und den verschneiten Bergen. Heute bläst der Wind recht ordentlich in der Patagonischen Pampa. Schräglage geht fast gar nicht auf dem losen Schotter, nur wenn man eine feste Spur von vorher fahrenden Fahrzeugen erwischt. Hinweisschilder mit gebeugten Bäumen zeigen uns auf, was uns weiterhin erwartet. Zwar keine Bäume, aber dafür umso mehr Wind-starker Wind! Die Kiesbettpassagen mit den Spurrillen verlangen eine gute Voraussicht von dem Motorradfahrer. Von weitem sieht man den Rio Santa-Cruz, der in den Lago Argentino fließt, dabei erstrahlt der See in der Sonne in seinem fantastischen türkis. Am Ende des Tals findet sich der Gletscher „Perito Moreno“ der hier in den Lago Argentino hinein kalbt. Vor Jahren war El Calafate gerade mal ein staubiges Nest in der kargen, Patagonischen Steppe . Durch den Tourismus und die Nähe zum Naturwunder „Glaciar Perito Moreno“ wird hier überall gebaut. In unserem Hotel, das weit außerhalb des Zentrums liegt, sind die Straßen und Gassen noch im Bau. Nach dem Einchecken fahren wir weiter zum Nationalpark. Der Wind wirbelt ordentlich den Staub auf und nachdem wir den Eintritt bezahlt haben, wird die asphaltierte Straße bergiger und kurviger. Erste Nadelbäume tauchen auf. Die Straße endet an einem Parkplatz und ein Pendlerbus bringt uns hinauf zu einem Restaurant. Auf Holzbohlenwege und Treppen geht es hinunter zum „Perito Moreno Gletscher“ . Blühende Sträucher, Blumen und Bäume stehen im Kontrast zu dem See und dem Gletscher. Von den Aussichtsplattformen (es gibt mehrere in verschiedenen Abständen) haben wir einen idealen Blick auf den „Perito Moreno Gletscher“ . Er ist schon gewaltig mit seiner 60 m hohen und 5 km breiten weiß-blauen Eiswand. Der Wind bläst uns die Kälte des Gletschers ins Gesicht . Die Sonne taucht die Eisfelder und Eisschollen in ein märchenhaftes Bild. Der immer noch langsam wachsende „Perito Moreno“ fasziniert mit seinen spektakulären Rupturas, die so genannten Abbrüchen. Bei den Abbrüchen (Rupturas) stürzen riesige Eisbrocken mit Grollen und Getöse in den „ Canal de los Tempanos“ den Eisbergkanal. Das Eiswasser treibt abschmelzend in unwirklichen Blautönen dahin. Nach diesem faszinierenden Schauspiel fahren wir zurück nach El Calafate, dort werden  aus den Beeren des Sauerdornstrauch Konfitüren, Eiscreme und Liköre hergestellt. Der Legende nach kehrt jeder, der diese leckeren Beeren  probiert nach El Calafate zurück.

El Calafate – Schifffahrt

Am frühen Morgen werden wir von einem Bus abgeholt und nach Punta Bandera gebracht. Heute unternehmen wir einen Bootsausflug mit einem großen Katamaran, auf dem Lago Argentino, um die großen Gletscher in den zahlreichen Buchten und Nebenarmen zu bewundern. Wie zum Beispiel der „ Onelli-, der Spegazzini- und der Upsalagletscher“. Der Katamaran fährt zügig durch die windgepeitschte See. Einige gefährlich driftende Eisberge machen die Fahrt zu den Gletschern oft unpassierbar, doch die Kapitäne kennen Ihr Revier und manövrieren die Katamarane gekonnt durch den Lago Argentinio. Schon der Anblick dieser blau schimmernden, futuristischen Eismonster, die oft die fünffache Größe des Bootes erreichen, ist unvergesslich. Der Gletscher Upsala ist nicht nur der größte Gletscher im Nationalpark, (60 km lang, 5 bis 7 km breit) sondern auch der längste Südamerikas. Seine Abbruchkante ragt 60 m hoch empor. Durch den Klimawandel im letzten Jahrzehnt ist er erheblich geschrumpft. Der Kapitän nimmt die Fahrt wieder auf schippert zur Laguna Onelli. In einem von Bergen gesäumten Theater verschmelzen die Gletscher“ Onelli (45 m²),Bolado (16 m²) und Agassiz (31 m²)“ und münden in einen mit weißen und blauen Eisbergen übersäten See. Ein Mitarbeiter holt einen kleinen Eisbrocken aus dem Wasser, so dass ein jeder, der es möchte mit dem kleinen Eisblock ein Erinnerungsphoto machen kann. Anschließend wird der Eisblock klein gehackt und zur Cola oder Whiskey gereicht. Prost! Auf der Fahrt zum Glacier “Spegazzini“ entdecken wir ein paar Kondore, die in den Bergfelsen Nester haben. Sie zu beobachten wie sie sich elegant von der Thermik in die Lüfte erheben sieht schon majestätisch aus. Der Glaciar “Spegazzini“ ist ein besonders schöner Eisberg, der von zahllosen in allen Blau und Grautönen schimmernden Eis umgeben ist. Seine Abbruchkante ist zwischen 80 und 135 m hoch . Dann endet unsere große Gletscherrundfahrt und der Kapitän steuerte den Katamaran zurück nach Punta Bandera an , wo unser Busfahrer schon auf uns wartet. Tief beeindruckt von so viel Schönheit und Faszination geht es zurück zu unserem Hotel.

 

  1. Tourentag: El Calafate –Puerto Natales

Wir verlassen das weite Tal von El Calafate , die Hauptstadt ,des Despartamento Lago Argentino. Über den Fluss Rio Bote geht es zurück auf die Ruta 40. Der Wind drückt uns regelrecht auf die Schotterstrecke, mit groben Schotter und einer Straßenoberfläche die an ein Kopfsteinpflaster erinnert. Es wird immer kälter und der Wind“ ist-mein-Freund“, macht es uns auch nicht leichter. Der Weg vom Parque Nacional  Los Glaciares nach Feuerland führt uns in die chilenische“ Südprovinz Magellans“. Wir wollen uns morgen den “ Parque Nacional Torres del Paine“ anschauen. So geht es Richtung El Cerrito weiter. Die Straße steigt allmählich an und man hat genug Musse sich die Veränderung der Natur anzuschauen. Am Aussichtspunkt „Mirador Tec. Julio Heredia El  Monito“ legen wir einen Fotostopp ein. Die menschenleere Weite ist einmal mehr beeindruckend. Da schwebt plötzlich über unseren Köpfen auf der Suche nach Nahrung ein Adler. Elegant nutzt er die Thermik um gekonnt davon zu schweben. Die Straße mit den Ausblicken in die patagonische Wüste ist schon ernüchternd, oder,  sie hat ihren eigenen Reiz?!  Weder Baum noch Strauch, nur riesige umzäunte Weiden, meist ohne Tiere, sieht man hier ,dann taucht doch auf  einmal eine kleinere Schafherden auf. Sonst nur endlose Weidezäune und spärliches dürres Gras. In Esperanza wird noch mal schnell vollgetankt und im Hotel La Esperanza ein Kaffee  geschlürft. Der Himmel meint es gut mit uns, die Sonne verwöhnt die Seele, trotzdem Jagd der Wind durch die kleinen Gassen. Hier und da klappert ein lockeres Blechdach und einige Plastiktüten haben sich auf den wenigen großen Büschen verfangen und sehen im Wind wie Wetterfahnen aus. Dann geht es weiter, dabei befahren wir die Provincia Santa Cruz. Trotzdem uns der Wind entgegen peitscht, machen wir noch schnell das obligatorische Ruta 40 Foto an dem Straßenschild . Überraschend schnell schaffen wir dann die letzten Kilometer zur argentinischen Grenze Station „Rio Turbio“. Nach einigen Kilometern Niemandsland sehen wir schon die chilenische Grenze. In Richtung Puerto Natales wird es langsam gebirgiger, erste schroffe Felsformationen werden sichtbar. Gritzegrüne Wiesen, weich geformte Hänge und der Lago Esperanza dokumentieren uns, dass wir wieder im chilenischen Patagonien sind. Es ist ein bezauberndes Fleckchen Erde. Puerto Natales liegt am“ Fjord  der letzten Hoffnung“ . Wir fahren an der Küstenpromenade ( Ruta 9 ) „Costanera“  entlang und haben einen  überwältigenden Ausblick auf schneebedeckte Berge und den hängenden Gletscher „ Balmaceda“  im Norden. Das Wahrzeichen von Puerto Natales ist das „ Milodron  =  Riesenfaultier“  . Das Hotel Altiplanica ist für zwei Tage unser  Zuhause.

 

  1. Tourentag: Puerto Natales – Torres del Paine

Da es die ganze Nacht geregnet und gestürmt hat, was hier wohl häufiger der Fall ist, sind wir uns zuerst nicht ganz schlüssig, ob wir zum „ Torre del Paine“ fahren sollen. Ein paar ganz harte Jungs  ( und ich ) trauen sich das. Der „Nationalpark Torre del Paine“ ist der bekannteste Nationalpark Chiles und ein Teil Patagoniens, um die Berggruppe“ Cordillera del Paine“. Paine heißt in der Sprache der Tehulche/Aonikenk-Indianer „ himmelblau“ , also heißt der Nationalpark Torre del Paine  „ Türme des blauen Himmel“  . Hier finden wir alles was die raue Schönheit Südpatagoniens  ausmacht. Türkisblaue-, aquamarinfarbene – und mintgrüne Gletscherseen, reißende Bergflüsse, üppige Südbuchenwälder, Pampa und Tundra, bizarre Felslandschaften, Hochgebirge und Gletscher. Er ist auch die Heimat von vielen Tierarten z.B. verschiedene Lamaarten – Guanacos, Nandus, Kondore, Pumas und Graufüchse. Am Sarmintsee legen wir den ersten Fotostopp ein. Das Paine Massiv ist noch etwas von Wolken verhangen. Bei der weiteren Tour läuft uns ein großer Wolf vor die Räder, überall laufen Guanacos herum, an einer Stelle sogar eine ganze Herde mit vielen Jungtieren. Die Landschaft ist unbeschreiblich schön, trotzdem die Straße in den Park eine technisch nicht einfache Schotterpiste ist. Einige Kleinbusse und Busse lassen uns die Tour mit Vorsicht angehen, da auch plötzlich einige Guanacos über die Straße laufen. Vorbei am“  See Lago Pehoe ,Nordenskjold und Sarmiento“ geht es zum Wasserfall „ Salto Grande“ . Er ist  nur zu Fuß erreichbar. Der Fluss stürzt mit lautem Getöse in den“ Lago Pehoe“ . Ein Schild mit einer Warnung vor Windböen sieht einfach grandios aus. Schwindelerregend steil ragen die drei Granitspitzen des „Torre Central (280 0 m), des Torre Sur (285 0 m) und desTorre Norte (260 0 m)“ in den Himmel. Der höchste Berg ist aber der “ Cerro Paine Grande“  mit 3050 m Höhe, dessen Hänge von subarktischer Flora bedeckt ist. Entlang der staubigen Schotterstraße geht es kreuz und quer weiter durch den Nationalpark. Völlig unbeeindruckt vom Motorradlärm und Staub  grasen derweil „ Guanaco-Herden“  am Straßenrand, während ein paar Pampastrauße lieber Reißaus nehmen. Am Aussichtspunkt  „Mirador Condor“  kreisen einige“  Andenkondore“  am Himmel. Der Kondor ist der „ König der Patagonischen Lüfte“ und mit 3 m Flügelspannweite eine majestätische Erscheinung. Mit einigen wenigen kräftigen Schlägen schwingen sie sich in die Lüfte, kreisen über uns und gleiten dahin, was für ein Anblick . Im “Caverna del Milodon“ ( Restaurant ) legen wir eine Mittagspause ein und bei einer heißen Suppe und einem Café wärmen wir uns wieder auf. Dann machen wir noch einen kurzen Abstecher zum Lago Grey. Im Wasser treiben von den Eisbergen des Greygletschers kleine Eisschollen herum. Zum Gletscher selber geht es nur noch zu Fuß weiter. Dann brechen wir auf und es geht zurück zu unserem Hotel in Puerto Natales, wo die restlichen Teilnehmer traurig sein werden dass sie nicht mitgekommen sind, denn das Patagonische Gebirge gilt als kaum kalkulierbare Wetterküche. Schnell verändert sich die Wolkenbildung hier und dies liegt an dem fast ständig herrschenden Wind, der diese stimmungsvollen Kompositionen in den Anden kreiert.

 

  1. Tourentag: Puerto Natales – Cerro Sombrero 385 / 70 k

Immer weiter treibt uns unsere Reise Richtung Süden. Wir verlassen die Ruta 40 und fahren auf der Ruta 255 weiter. Es blöckt überall in Chile und Argentinies Süden. Trotz Bergbau-, Öl-und Gasförderung ist die Wolle der Schafe noch das wichtigste Produkt in Patagonien und Feuerland. Viele Estancias sehen wir bei unserer Tour und die Gauchos haben alle Hände voll zu tun, die Schafe zum Scheren zusammen zu treiben. Der treueste Freund des Gauchos ist sein Hund, er folgt ihm blind. Die chilenischen Grundbesitzer verfügen über eine unvorstellbare Fläche des trockenen, unfruchtbaren Weideland, welches nur noch zur Schafhaltung genutzt werden kann. Außer zahlloser Schafe, Nandus und Guanacos gibt es nicht viel zu sehen in der Einöde der Pampa. Die Fluchtmanöver der Guanacos sind schon sehenswert, wenn sie auf der Flucht über die Zäune springen. Hier und da hängen Skelette an den Zäunen von den Tieren, die den Sprung über diesen nicht geschafft haben. Vorbei an den endlosen erscheinenden Farmland führt uns die schnurgerade Straße zu unserem heutigen Ziel. In der Luft liegt der süßliche Duft der chilenischen „ Paramela-Büsche“ . Mittlerweile befahren wir Straße  „ Fin del Mundo“,   in der Comuna Laguna Blanca. In Servi Aiken wird nochmal vollgetankt und Kaffee getrunken, was man so Kaffee nennt!!!  Über den Rio Ciaike steuern wir Feuerland an  „ das Ende der Welt“  . Auf dem Weg dorthin legen wir einen Fotostopp ein, an der ehemals größten Schafsfarm Chiles. Es ist die  „ Estancia San Gregorio“,  die 1876 gegründet wurde. Neben Wolle wurden auch Hammelhäute und gefrorenes Talg produziert. Die Gebäude gleichen einer Geisterstadt. Am Strand liegen zwei Schiffswracks, die vor sich hin rosten. Es ist das Wrack der  „Ambassador“ ,  dass durch Schiffbruch gesunken ist, sowie das Wrack der  „Vapor Amadeo“.  Die “ Vapor Amadeo“ war ein Dammschiff und gehörte zur großen Flotte des Schafsbaron Jose Mendez. Zügig kommen wir zum „ Estrecho de Magallanes“.  Keine Meerenge der Welt, hat so eine dramatische Vergangenheit wie die Magellanstraße. Dieser Wasserweg, der die große Feuerland –  Insel vom amerikanischen Kontinent trennt, wird auf seiner 410 km lange Strecke von Hungerhäfen, Indianerfriedhöfe, verlassenen Goldminen, über 1000 Schiffswracks und von Millionen von Pinguinnestern gesäumt. Am 1. November 1520 entdeckte Fernando de  Magalhas diese Ost-West-Passage und veränderte somit die Weltgeschichte. Wir warten auf die Autofähre, die uns über die Magellanstraße Straße bringen soll. Über dem Cordillera Darwin – Gebirge ( 2500 m ) hängen bleischwere Wolken, wie ein graues Band. Auf der 30 km langen Meerenge zwischen Patagonien und Feuerland weht fast  immer ein heftiger, feuchter  und kalter Wind. Auf der Fähre  bei unserer Überfahrt verfolgen die Route des Schiffes,  einige  „Commerson-Delphine“ , die sich mit der Autofähre ein Wettrennen leisten. Es ist schon überwältigend wie pfeilschnell sie durchs Wasser gleiten. Dann erreichen wir „Cerro Sombrero“. Die Stadt erhielt ihren Namen nach einem nahe gelegenen Hügel. ( Cerro Sombrero –  Huthügel ). Der Ort liegt in der Kommune Primavera und in der Provinz  „Tierra del Fuego“.  Wir befinden uns in der  „Region de Magallenes de la Antartia Chilena“.

 

  1. Tourentag: Cerro Sombrero – Ushuaia 435 / 120 km

Heute beginnt unsere Tour mit einer 120 km Schotterstrecke die bis zur argentinischen Grenzstation in San Sebastian geht. Der Schotterabschnitt ist grottenschlecht, Schlaglöcher riesige Kiesbetten und Spurrillen, und der ständig anhaltende Wind zerrt an uns herum. Die  Windgeschwindigkeit  von 80 km, ist heute unser ständiger Begleiter. Die Steppenebene wechselt sich mit der hügeligen Landschaft ab. Dann stoppt uns wieder eine riesige Baustelle, denn auch hier wird die Ruta 40 asphaltiert. So müssen wir eine Umleitung befahren. Diese Umleitung die mit Kies, Sand und Dreck mehr schlecht als recht planiert ist, ist einfach grauenhaft, da macht Motorradfahren keinen Spaß. Die endlose Weite und die Pampa ist flach, staubig, sodass sich nur einige Büsche behaupten können. Von entgegenkommende Lkw

werden wir wieder zur andern Seite geblasen. Knapp vor San Sebastian an der Atlantikküste, passieren wir die Grenze nach Argentinien. Auf der argentinischen Seite ist die Straße wieder asphaltiert und so sausen wir vorbei am“ Rio Chico“  Richtung“ Rio Grande“. Dann öffnet sich das Tal und der Fluss schlängelt sich hindurch. Die Vegetation wird wieder grüner und der Wind lässt etwas nach. Bevor wir zur Fähre kommen erreichen wir wieder Asphalt unter den Rädern. Rio Grande liegt an Atlantikküste und ist die Stadt der Schafzüchter auf Feuerland. Sein Hafen wird hauptsächlich industriell durch die Erdölraffinerie genutzt.   Hässlich überall stehen Ölpumpen und Pipelines an der Straße. In dieser kargen Ebene werden große Mengen Öl und Gas gefördert. Nördlich des „Paso- Garibaldi“  wird das Wetter wieder milder und sonniger. Inmitten dieser sanften Hügellandschaft liegt der 150 km lange „Lago Fagnano“, der Feuerland in zwei Hälften teilt. Nur einige wenige Kilometer breite Landbrücke trennt den See von dem chilenischen Meeresarm“ Seno del Almirantazgo“. Der westliche Teil des Sees gehört zum „ Parque Nacional Tierra del Fuego“. Die Berglandschaft zwischen “Ushuaia“ und dem „Lago Fagnano“ entlang der Ruta N3, verläuft durch Wälder, Moore und durch kleine Hochtäler. Die RN3 folgt dem Südufer des Sees und bringt uns nach „Tolhuin“. Der Ort Tolhuin hat die beste Bäckerei und Konditorei auf ganz Feuerland. Ein Muss sind hier die weit bekannten „Churros con Dulce de Leche“. 1984 kam Ein Bäcker aus Malaga / Spanien nach Tolhuin. Also wird erstmal kräftig genascht. Vorbei am“ Lago Escondido“ steuern wir Ushuaia an. Die Ureinwohner nannten Argentiniens einzige Stadt jenseits der Anden „ Bucht in das Land des Westens“. Nur selten unterbrechen historische, bunte Häuser den Wildwuchs moderner Betonbauten. Missionare, Häftlinge, Goldgräber und Schafzüchter kamen hierher. So lassen sich die frühen europäischen Jahre am „Beagle –Kanal“ zusammenfassen. Die Ankunft europäischer Siedler im Jahre 1884, löste eine Massenepidemien aus, der die meisten Überlebenden „Yamana – Indianer“ zum Opfer fielen. Die brutale Landnahme der weißen Siedler, die sogar Kopfgeld auf jeden getöteten Yamana aussetzten, tat ihr Übriges.

1883 = 3000 Yamana

1911 =   100 Yamana

Bei der Durchfahrt nach Ushuaia steht auf dem Schild „ Las Malvinas son Argentina“.

 

17.Tourentag: Rundgang durch Ushuaia

Schön ist die Stadt nicht, dafür aber traumhaft gelegen. Am Ufer des“ Beagle – Kanal“ schweift der Blick nach Süden , hinüber zu den schneebedeckten Gipfeln der zu Chile gehörenden “Isla Navarino“. Im Norden steigen die Bergketten von“ Codon Vinciguerra und und Sierra Alvear“ über der Stadt auf. Sie sind meist verschneit. Warmes, sanftes Licht wie man es sonst nur aus Skandinavien kennt, sorgt an langen Sommerabenden für eine geradezu magische Atmosphäre, bis wieder Sturmböen und Regenschauer durch die Straßen Ushuaias  peitschen. Das ehemalige Gefängnis erzählt von der Vergangenheit der Stadt als Strafkolonie. Ende des 19. Jahrhunderts verfrachtete Argentinien seine schlimmsten Kriminellen, aber auch viele sozial unerwünschte ans „ Ende der Welt“. Die Häftlinge, deren Familien in der Nähe wohnen durften, fälten Holz, legten Piers an, erlernten so manches Handwerk  und sorgten so für den wirtschaftlichen Aufschwung von Ushuaia. Einige Bauten von der Stadt, die aus der Gründerzeit stammen findet man auch westlich der“ Muelle Turistico“. Vorbei an zahlreichen Shops, lokalen,Hostels und Banken laufen wir zum Hotel zurück.. Liebling der feuer- ländlichen Gastronomie ist die Centolla,“ die Königskrabbe „. Ihre langen Scheren kann man getrost ignorieren. Das leckere Fleisch zieht man aus dem Körper und hat  bis zu 300 g pro Krabbe. Es ist schon ein Genuss.

Ushuaia gilt als:“ Tor zur Arktis“, deren Küste von hier nur 1000  km entfernt liegt. Kreuzfahrten über die stürmische Drake – Passage an die eisige Küste des sechsten Kontinents werden immer beliebter. Die verschneiten Eisberge  und Pinguine sind das Geld wohl wert, was so eine Passage kostet.

 

  1. Tourentag: Ushuaia / El fin del Mundo _Rio Grande

Auf Feuerland blüht es üppig trotz der spektakulären Landschaft und der niedrigen Temperaturen. Wir unternehmen eine kurze Wanderung im „Parque Nacional Tierra del Fuego.“ Er erstreckt sich entlang der chilenischen Grenze Feuerlands von der Küste des „Beagle-Kanal“ bis zur“ Sierra Inju Goyen“ nördlich des „Lago Fagnano“. Hier muss man die Einsamkeit und das sehr raue Klima mögen und der Wald mit den vielen Bart- Flechten sind eine echte Augenweide. Eine Stille liegt über den“ Lago Fagnano“ und die Sonne taucht die Berge und Vegetation in ein bunten Licht. Wildblumen, Ginster und jede Menge Tiere können wir beobachten. Ein wenig gespenstisch wirken die vielen tot in den Himmel ragenden Bäume. Daran sind die 1948 aus Kanada zur Pelzgewinnung eingeführten Biber schuld, die hier mächtige Dämme bauen, aber keine natürlichen Feinde haben. Dann noch schnell ein Gruppenbild am „Fin del Mundo“ Schild, sodann schwingen wir uns wieder auf die Motorräder, um zum südlichsten Postamt der Welt zu fahren, damit wir einen Stempel in unserem Reisepass bekommen. Am Ufer des „Beagle – Kanal“ schweift unser Blick nach Süden, hinüber zu den schneebedeckten Gipfel der zu Chile gehörenden  „Isla Navarino“. Im Norden steigen die Bergketten von“ Cordon Vinciguerra und Sierra Alvear“ über der Stadt auf, auch sie sind meist verschneit. Dann unternehmen wir eine Bootsfahrt auf dem“ Beagle-Kanal“, der von verschneiten Bergen gesäumt wird. Ein absolutes Muss ist die „Estancia Harberton“. Es ist die älteste Estancia im argentinischen Teil von Feuerland. Gründer war „Reverend Thomas Bridges“, errichtet wurde sie 1886 an einer von grasbewachsenen Hügeln und windgeschützten Bucht des“ Beagle-Kanals“. Die Estancia ist nach dem Dorf  Haberton im englischen Devonshire benannt, aus dem die Frau von Bridges stammte. Für seine Verdienste um die Sprache der “Yamana“ und um 1870 die anglikanische Mission in Ushuaia zu gründen, schenkte ihm Präsident Julio A. Roca das Land. Bis zur Gründung von Haberton hat man auf Feuerland nur Seelöwen und Wale gejagt, oder Gold gesucht. Bei dem Bootsausflug auf dem “Beagle-Kanal“ steuern wir die „Isla Martillo“ an, deren “Reserva Yecapasela“ Kolonien von Magellan- und Eselspinguinen beheimatet. In den warmen Monaten zieht es viele Pinguine hierher zum Brüten. Hunderte der kleinen Tiere leben dort in Gängen, die sie in den Sand gegraben haben. Die Eselspinguine dagegen brüten mit ihren Nestern auf dem Erdenboden. Sie heißen Eselspinguine, weil sie schnarrende Geräusche von sich geben. Der „Beagle-Kanal“ wurde nach dem Schiff der Darwin Expedition benannt. Dann geht es mit dem Ausflugsboot zügig zurück zur „Estancia Harberton“. Hier sieht man dass die Bäume täglich gegen den Wind ankämpfen, denn die Wuchsrichtung der Äste zeigt exakt die Hauptwindrichtung an. Auf der Estancia bestaunen wir eine alte Karte wo über 70 Schiffe mit Namen eingezeichnet sind, denen die Route um“ Kap Horn „zum Verhängnis wurde und untergingen. Dann geht es zurück nach Ushuaia. Auf der Rückfahrt lassen wir uns es nicht nehmen nochmals die feine Bäckerei in Tolhuin aufzusuchen. Die Ruta N3 bringt uns zügig nach Rio Grande unserer vorletzten Unterkunft. Der windzerzauste Hafen liegt in einer braunen Steppenlandschaft. Rio Grande ist die zweitgrößte Stadt Feuerland. Unsere heutige Unterkunft ist ein schrecklich hässliches Hotel , mit jeder Menge Spielcasinos“ Las Vegas“ lässt grüßen.

 

  1. Tourentag:Rio Grande –Punta Arenas

Nun geht heute unser Abenteuer zu Ende, darum wollen wir den letzten Tag nochmal   genießen. “On the road again“. Wiederum verändert sich die Landschaft, zwischen den gelben Gräsern stehen jetzt überall Baumgruppen. Die meisten davon tragen keine Blätter, aber verleihen dadurch der Landschaft, durch ihre große Anzahl eine interessante Atmosphäre. Die 140 km lange Schotterstrecke von“ Rio Grande“ nach “Cerro Sombrero“ müssen nochmals in Angriff genommen werden. Die riesige Baustelle, wo die neue Straße schon asphaltiert ist, dürfen wir auch jetzt noch nicht befahren. So sausen wir durch die improvisierte Umleitung, mit groben Schotter, Sand und Kies. Dann öffnet sich das Tal und ein Fluß schlängelt sich gemächlich hindurch. Grüner wird jetzt auch die Vegetation und der Wind lässt etwas nach. Bevor wir zur Fähre kommen, erreichen wir wieder Asphalt unter den Rädern.

So geht es zügig zur Überquerung der „Magellanstraße“. Dort tauschten wir die Motorräder gegen eine schwankende Fähre ein. Wieder hängen bleischwere Wolken über dem grauen Band der „Magellanstraße“ und ein feucht kalter, heftiger Wind weht vom Wasser zu uns herüber. Das Boot wird wieder von den kleinen verspielten “Commerson-Delphinen“ begleitet, pfeilschnell springen und schwimmen sie mit uns mit, dabei glänzt der weiße  Rumpf und die schwarzen Flossen im Wasser. Magellan ist auch das Land der Gauchos. Oft ziehen die Rinderhirten monatelang von Weidegrund zu Weidegrund, es ist ein tierisches Konzert, wenn Sie unter lautem HO- und He-Rufen ihr Vieh über eine Straße treiben, ihre Hunde bellen und die Rinder murren aufmüpfig. Zügig streben wir Punta Arenas an.

Auf dem Weg dorthin ,kommen wir nochmal an der ehemals größten Schaffarm von Chile vorbei, der „Estancia San Gregorio“. Mein letzter Blick gilt den beiden Schiffswracks, der „Ambassador“ und der „Vapor Amadeo“. Die Sonne taucht die beiden Wracks in einem skurrilen Licht. So erreichen wir zügig und mit etwas Wehmut „Punta Arenas.

-Punta Arenas- die einstige Perle der Magellanstraße.

Punta Arenas ist die einzige echte Stadt des tiefen Südens. “Sandy Point“ , wie der Ort auf englischen Seekarten hiess, entstand 1848 als Strafkolonie mit übelstem Leumund. Die Gunst der Stunde Null nutzten ein paar mutige Investoren, allen voran ein spanischer Auswanderer namens “Jose Menendez“. Der geschäftstüchtige Asturier erwarb für eine Hand voll Pesos ein paar 1000 ha offener Grassteppe und ließ sich hier nieder. An den alten Wohlstand aus Zeiten des Woll-Booms kann Punta Arenas heute wieder durch die Entdeckung fossiler Rohstoffe anknüpfen. Frei nach dem „Menendezschen Motto“ –Das Ende der Welt – erträgt man nur im Luxus, gibt es hier ein buntes Nachtleben, gemütlich, aber nicht ohne Charme.

 

Nachdem wir die Motorräder übergeben haben wurden diese auf Schäden inspiziert.. Unsere Koffer standen in der Garage und warteten darauf, dass wir die wasserdichten Säcke leerräumen und alle Sachen  in unsere Koffer verstauen. Unsere Tour Guides orderten Taxis an, die uns zügig ins Hotel brachten. Da wir sehr viel Zeit gebraucht haben um hier hin zu kommen, war keine Zeit mehr für uns vorhanden, die Stadt näher zu inspizieren, denn es gab ja noch ein Abschiedsessen.

Nun verlassen wir Patagonien: das Land der einsamen Pisten und des rauhen Windes, auch im Sommer. Hier gilt: wer nicht wetterfest ist, kann kalte Füße kriegen. Der Lohn für unsere Mühe und Entbehrungen war dieses einmalige Naturschauspiel und die vielen Endurostrecken, entlang der südlichen Anden. Ginster und Lupinien verwandelten die Landschaften im Norden in ein Blütenmeer in Gelb und Blau, aber auch die Pantoffelblume wiedersteht dem patagonischen Wind.

 

  1. Tourentag: Punta Arenas-Santiago de Chile –Madrid-Düsseldorf

Nach dem Frühstück warten wir auf unser Taxi, das uns zum Flughafen nach Punta Arenas bringen soll. Auf dem Weg dorthin geraten wir sowie auch andere Verkehrsteilnehmer in eine große Demonstration. Sch…… Gottlob löste die örtliche Polizei diese Demonstration schnell auf, so dass wir doch noch pünktlich zum Flughafen kamen. Bei dem südamerikanischen Temperament (was vielleicht gerecht war für diese Demo) muss man schon viel Geduld aufbringen.

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