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Spanien 2002

1.Tag  –  Freitag,den 24.05.02

Mittags geht es zum Hauptbahnhof Düsseldorf,  zum Verladen unserer BMW. Dort angekommen, sahen wir schon sehr viele Motorräder und Autos, die auch auf das Verladen warteten. Ein Biker meinte sofort zu Harald: Mit der Maschine brauchst du doch keinen Autoreisezug. Da hatte Harald schon einen dicken Hals. Gegen abend haben wir im Speisewagen mit 4 Düsseldorfern Bikern viel Gaudi und das Bier floß in Strömen, so daß die DB schon Probleme mit dem Nachschub hatte.

2. Tag  –  Samstag, den 25.05.02

Ankunft in Narbonne / Frankreich gegen 10:00 Uhr morgens. Mit Bussen wurden wir zur Entladestation der Autos und Motorräder gebracht. Etwas umständlich, aber es klappte trotz der Hitze sehr gut. Wir fragten uns, wie es erst in der Hochsaison sein muß? Alles wird wieder verpackt und es kann losgehen. Über die Autobahn, die in Narbonne sehr gut ausgeschildert ist, geht es schnurstracks nach Spanien / Llagostera. Die Straße zu unserer Ferienwohnung stellte für Harald und die BMW eine Herausforderung dar. Tiefe Löcher, dicke Steine, Sand und Rollsplit hielten Harald in Atem. Er schaffte es aber mit Bravour. Nachdem Auspacken und Frischmachen ging es sofort wieder los, zum Großeinkauf. Da wir keine Lebensmittel dabei hatten, mußte vor Ort alles beschafft werden. Ute meinte beim Einkaufen ein Auto dabei zu haben. Wir hatten auf jeden Fall große Mühe, das Eingekaufte in und auf der BMW zu verstauen. Aber auch das haben wir gemeistert. Nachdem unser Schwertransport angekommen ist, war nur noch Abendbrot angesagt und erschöpft fielen wir in die Betten.

3.Tag  –  Sonntag, den 26.05.02

Heute fahren wir Richtung Tossa del Mar nach Port de la Selva, an der Küste der Costa Brava entlang. Die Küstenstraße hinunter nach Cadaquès bringt die Hüften schon richtig in Schwung. In Llanca geht es kurz ins Landesinnere. Überall blüht der Ginster, Klatschmohn und die Wiesenblumen. Bei Vilajuiga geht die Straße zum Kloster Sant Pere de Rodes ab, das wie eine Burg im Felsen steht. Dahinter stürzt sich die Straße spektakulär zum Küstenstädtchen Port de la Selva hinunter. In St. Feliu de Guixols ist eine der schönsten Küstenstrecke des Landes. Das Meer mit den zerklüfteten Felsen, glänzt in der Sonne von blaugrün bis azurblau. Hoch in den Bergen, die steil in ein tiefblaues Meer abfallen, schlingern sich die Kurven am Meer entlang. In Lloret de Mar sehen wir die Touristenhochburgen links und rechts der Straße. Furchtbar! Nur schnell weg hier. In Blanes fahren wir zu den Ausläufern der Pyrenäen. Sie garantieren einen schwungvollen Umweg weit um Barcelona herum, zum Gebirge von Montserrat, daß wie der Rücken eines Drachen aussieht. Versteckt in den Bergen liegt das Kloster Montserrat. Da es ein Wallfahrtsort ist, ist hier jede Menge los. Jetzt geht es zu Fuß weiter. Nachdem Besuch der Basilika, dem Kauf einer Kerze, vielen Fotografien und Trinken eines guten Kaffee`s geht es weiter nach Manresa( Parc natural de Sant Llorenc del Munt). Dort liegt das Castell Cardona Medieval. Nach Vic (C25) durch den Park del Montseny über den Col de Revell (820m) nach Arbucies. Dort verweilen wir, da hier gerade ein Frühlingsfest stattfindet. Auf einer Seitenstraße wurde aus Getreide und Blütenblättern ein Bild gelegt, bestehend aus Menschen, der katalanischen Fahne und Blumenmotiven. Super, so was Schönes habe ich noch nie gesehen. Die Leute hatten verschiedenfarbige Jacken an und zogen große Männer und Frauen aus Pappmachè mit viel Musik durch prächtig geschmückte Straßen. Alles war auf den Beinen, jung und alt. Das nenn ich Anfängerglück. Der Magen meldet sich und der Hintern qualmt, so das wir beschließen nach Llagostera zurückzufahren. Auf der C35 sehen wir noch ein paar Damen auf Klappstühlen, die auf Freier warten. Und so etwas im katholischen Spanien.

4. Tag  –  Montag, den 27.05.02

Von Videres fahren wir nach Sils, weiter über Riudarens nach Santa Coloma de Farnes. Auf dem Berg vor uns sehen wir das Castell de Farnes. Dort nehmen wir die alte Straße nach Sant Hilari Sacalm. Die Umgehungsstraße zufinden bedarf es wenig Mühe. Die alten, kleinen Straßen findet man aber nur durch konsequentes Suchen im Ortskern. Trotz Warnung, das die Straße sehr schlecht wäre, entschlossen wir diese trotzdem zu befahren. Anfangs war es recht holprig, wurde aber nach einigen Kilometern besser, so daß Harald die kurzen, engen Kurven recht zügig fahren konnte. Ein Hochgenuss !!! Enge Schluchten, kleine Bergflüßchen winden sich durch die Berge und die Erde, die Pinien und den Ginster riecht man förmlich durchs Visier. Es geht hoch zum Sant Miguel de Salterra (1202 m) und weiter nach Osor, wobei uns der Fluß Riera d`Osor begleitet. Die Berge sind bis obenhin bewaldet. Wie mag es wohl im Juli / August hier aussehen? Die Fahrt geht nun nach Anglès über Amer nach Olot. Vielen Katalanen ist Olot wegen der Landschaftsmalereien ein Begriff. Hier gibt es eine Kunsthochschule, die im 18. Jahrhundert gegründet wurde. Besonders das Vulkangebiet La Garrotxa ist sehenswert. Weiter geht es nach Santa Pau, das an der GE 524 liegt. Der Ortskern steht unter Denkmalschutz, so daß wir dort nur zu Fuß rein dürfen. Der mittelalterliche Ort thront majestätisch auf einem kleinen Hügel. Mit dem Castell aus dem 14. Jahrhundert, einer gotischen Pfarrkirche, den schmalen Gassen und der Stadtmauer bildet Santa Pau eine attraktive Einheit. Von Banyoles geht es nun nach Besalü. Das gräfliche Städtchen liegt an den Flüssen Fluvià und Capellada. Besalü war mal für seine Jagdgründe berühmt und besitzt auch heute noch bedeutende Jagdreviere. Hier gibt es für uns erstmal eine ausgiebige Kaffeepause. Danach geht es weiter nach Figueres, wo wir dem Dali-Museum einen Besuch abstatten. Ein unbedingtes Muß. Nun fahren wir über Roses nach Cadaquès. Wau, mal glaubt plötzlich man wäre in den schottischen Highlands. Die Berge sind mit Natursteinen terassenförmig eingefasst. Sehr wahrscheinlich zum Schutz gegen Erosion. Kurve um Kurve gleitet unsere BMW über die Straße, um dann den Blick freizugeben auf den wunderschönen Ort Cadaquès und das Meer. Wir schlendern durch den Ort, um Postkarten zu kaufen. Da es nach Regen aussieht machen wir uns schnell wieder vom Acker Richtung Ferienwohnung. Auf dem Weg dorthin überrascht uns ein dicker Regen- und Hagelschauer und es wird mächtig kalt. Nach fünf Minuten ist der Spuk wieder zu Ende und die Sonne kommt wieder durch.

5. Tag  –  Dienstag, den 28.05.02

Von Hostalric aus fahren wir nach Sant Celoni. Abwechslung pur bieten die katalanischen Pyrenäen. Weiter geht es über Campins nach Viladrau ( Parc Natural del Montseny) vorbei am Col de Revell (820 m) nach Taradell, Moia, L`Estany und schließlich Vic. Nun über die C 17 bis Campedevànol nach Combrien vorbei am Col de Meralla. Der Park, der beiden Massive Cadi und Moixerò dehnt sich auf einer Fläche von mehr als 41342 ha aus. Es wird von einem 30 km langen Hauptkamm durchzogen. Sicher ist er weniger spektakulär als die großen Nationalparks der Pyrenäen, dafür aber nicht so überlaufen. Nun geht es nach Castellar N`Hug, daß in einem schroffen, hügeligen Gebirge etwas versteckt liegt. Es ist ein liebevolles, schmuckes restauriertes Dörfchen und die Leute sind sehr freundlich zu uns. Sie schauen uns wie Außerirdische an, da wohl kaum ausländische Besucher sich hier verirren. Hier entspringt auch die Quelle des Llorbregat, der bei Barcelona ins Mittelmeer mündet. Symbol von Cadi und Moixerò ist der Schwarzspecht, aber auch der Steinadler, der Pyrenäenmolch und die ungiftige Zornnatter. Nun geht es nach la Creueta zum Collada de Toses (1800m). Hier oben ist es kälter und man sieht hier und da noch einige Schneeflecken. Die N 152 ist sehr steil und kurvig, wenn eine Fahrt in den Pyrenäen wirklich anstrengend ist, dann diese. Weiter geht durch Nadelholzgebiet kurvenreich am Schild Molina vorbei und halten uns Richtung Ripoll, da es schon sehr spät geworden ist und wir noch einkaufen wollen. Vor 1000 Jahren herrschte in den Schreibstuben von Ripoll reger Betrieb. Mönche fertigten handschriftliche Bücher über Antikes und arabisches Wissen an. Sie kopierten Werke zu juristischen, literarischen, philosophischen und historischen Themen an und malten farbenfrohe Illustrationen dazu. Die Kleriker müssen sich wohl bewußt gewesen sein, in einem der bedeutenden, intellektuellen Zentren der Welt zu leben. Auf der Schnellstraße geht es nun nach Hause.

6. Tag  –  Mittwoch,den 29.05.02

Von Tossa de Mar fahren wir die Küstenstraße nach St. Feliu de Guixols. Ein Genuß ist diese kurvenreiche Strecke nur in der Nebensaison, aber dann gehört sie zum Feinsten. Hoch in den Bergen, die steil in ein tiefblaues Meer abfallen, schlingert sich die Straße an die Form der Buchten entlang. Wir fahren in Richtung Palamòs und genießen die unsagbare Duftvielfalt des Meeres und der Gegend. Von Palafugell fahren wir bis La Bisbal de Torroella nach La Escala über Castello d`Empuries. Während es viele Urlauber in das nahe, moderne Ferienzentrum Empuriabrava mit seinem großen Yachthafen zu Bier und Würstchen zieht, zeigt sich die Altstadt von Empuries von einer ganz anderen Seite. Die einstige Grafenresidenz hat eine gotische Kirche (Santa Maria), um die herum einige hübsche Patrizierhäuser stehen. In Empuries gibt es auch bedeutende, archäologische Funde Kataloniens. Der alte Hafen, die griechischen und römischen Städte bildeten das Eingangstor für die klassischen Kulturen auf iberischen Halbinsel. Nun geht es über Roses in Richtung Cadaquès, fahren dann aber links ab nach La Selva de Mar. Weit weniger turbulent als in Cadaquès, geht es in dem malerischen Hafenort Port de la Selva zu, der wegen der offenen Bucht auch bei den Surfern sehr beliebt ist. Über Llanca geht nach Port Bou. Eingezwängt liegt Port Bou zwischen den engen Bergen der schroffen Felsküste. Der Grenzort hat sich sein altes Ortsbild bewahrt, da es keinen Sandstrand gibt und darum für Touristen nicht so interessant ist. Zurück geht es über Figueres nach Girona, wo wir uns die Altstadt anschauen wollen.

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