Auvergne 2022

Motorradurlaub in die Auvergne 2022

Unsere heutige Motorradreise beginnt in die Auvergne. Sie liegt in der Region Zentral Frankreich und ist eine wunderbare und vor allem noch relativ unbekannte Urlaubsregion. Vulkane, Seen, Sightseeing, Wanderungen und tolle Motorradstrecken und vieles mehr erwarten uns. Durch unsere Motorradtour nach Santiago de Compostela 2015, sind wir auch einen Tag durch die Auvergne gefahren. Also war unser Entschluss schnell gefasst, etwas mehr über diese Region zu erfahren und zu erleben. Die Auvergne ist interessant, naturnah und abwechslungsreich.

Über Clermot-Ferrand gelangen wir in einen der größten Naturparks Europas dem – Parc Regional des Volcans Auvergne. Man kann sie kaum zählen, die Kegel der erloschenen Vulkane aus der grauen Vorzeit, aber sie gehen in die Tausende. Bis über 1800 Meter hoch sind die alten“ Höllenschlunde“, einst der Lavaschlot, heute ein grünes Gesteinsgebilde. Viele Wanderwege schlängeln sich durch Täler, Wälder und über die Bergkegel. Das hier vor 100.000 Jahre die Hölle los war, Lava die Berghänge herabflossen, Steine durch die Luft flogen, Gas und Staub, ist unvorstellbar. Die Berge sind traumhaft, die Täler stimmungsvoll und die Kühe scheinbar glücklich, denn nicht umsonst stammen einige der besten Käsesorten Frankreichs von den Almen des Vulkanlandes.

Anreise: Clermont-Ferrand

Nach langer Anreise taucht Clermont-Ferrand am Horizont vor uns auf. Die Stadt liegt auf einem Hügel mit einer alles überragenden Kathedrale. Mit ihren Häusern aus Vulkangestein, erinnert sie uns an die Eifel, nur größer. Sie ist eingebettet in einer Vulkanlandschaft mit Vulkan- Kegeln, Kraterseen, heißen Quellen und mit Thermalbädern. Auch die Kathedrale an der “Place Royale“ ist aus dem schwarzen Vulkangestein, entsprechend düster sieht sie aus. Baubeginn 11.Jahrhundert und verlangte den damaligen Steinmetzen eine große Anstrengung ab, da das schwarze Vulkangestein extrem hart ist. Die Figur „ Papst Urban“ steht als Statue vor der Kathedrale. Er hat am 27. November 1095 auf der Synode von Clermont-Ferrand die französischen Ritter zum ersten Kreuzzug aufgefordert. Auf der Suche zu unserem Campingplatz (Dagmar sei Dank) sehe ich die 2. Statue, die in dieser Stadt eine Rolle spielt:“ Vercingetorix“. Man glaubt, dass das Schlachtfeld nicht weit von hier entfernt ist, auf der „Vercingetorix“ dem großen Cäsar eine Schlappe zugefügt hat.

Nun geht es immer weiter hinauf und die Straßen gleichen schmalen Gassen bei  8% bis 10% Steigung. Unser Fiat Ducato lässt uns nicht im Stich, trotz enger mit der BMW, schnurrt er wie eine Katze die Steigung hinauf. Schon die Einfahrt zum Campingplatz verlangt mit so einem Gespann dem Fahrer einiges ab.

Willkommen im Camping  „Huttopia  Royat

1. Tourentag: Puy de Dome, Le Mont Dore

Von Royat geht es Richtung „Le Mont Dore“. Die Landschaft ändert sich laufend, kleine verschlafene Nester wechseln sich ab mit großen Feldern und mit lieblichen Flusstälern. Kaum haben wir die letzte Kuppe hinter uns gelassen, erhebt sich eindrucksvoll der „Puy de Dome“, heiliger Berg der Gallier, erloschener  Vulkan und Wahrzeichen. Er ist der Namensgeber für das Departement im Zentrum der Auvergne, an dessen Fuß sich die Hauptstadt Clermot-Ferrand erstreckt. Die Römer bauten einen riesigen Tempel aus 50 Steinsorten für „ Merkur Viola“. Nun sind wir angekommen im „Parc de Volcans“.  Weiter geht unsere Fahrt auf der D983 über den  „Col de Guery“.  Er ist ein kleiner Pass und liegt nahe des  Hochplateaus  rund um den „Lac de Guery“. Von hier oben genießen wir einen Ausblick auf die Basaltsnadeln (Zuckerhüten) „Roche Tuiliere und Roche Sanadoire“ – eingerahmt im scheinbar unendlichen Gletschertals. (Vallee du Chausse) Es geht durch dichte, kurvige Wälder, entlang des Sees „Lac de Guery“ weiter nach “Mont Dore“. Dann tauchen wir in die Bergwelt der Auvergne ein. Es macht Spaß die kurvenreichen Strecken zu fahren. Mitten auf den Bergweiden liegen riesige Vulkansteine. Die Natur ist beeindruckend und das  „Massif du Sancy“ (Mont Dore) überwältigend. Das „Massif du Sancy“ ist eine schroffe, aber dennoch tiefgrün leuchtende Hochgebirgslandschaft. Unser Blick fällt ins Tal der Dordogne (Fluss), zu der sich die Bäche Dore und Dogne am Fuße des „Puy du Sancy“ (1886m) vereinen .Als munterer Bergbach erreicht der Fluss dann „Mont Dore“. Der Ort erstreckt sich am Fluss Dordogne und die Bergriesen umranden den Ort. Auch hier sind die Häuser aus dem schwarzen Lavagestein gebaut. Er ist ein Höhenluftkurort mit eigenen Quellen und Thermalbad. Die „Therme du Mont Dore“ stammt aus dem 1817 Jahr. Bereits die Kelten und Römer kannten die Quellen und ihre heilende Wirkung. Im Winter ist der Ort ein Mekka für Skiliebhaber. Das den verblichenen Charme der „Belle Epoque“ verströmende Thermalbad, hat auch die besten Jahre hinter sich. So schroff der „Puy du Sancy“ ist, so zackig ist die Piste über den „Col de la Croix Robert“ hinunter nach Besset-et-St.-Anastaise. Das Dorf liegt mitten im „Sancy-Massiv“ und ist umgeben von einer außergewöhnlichen Naturlandschaft. Mit seinen gepflasterten Gässchen, den kleinen Kramläden und den Häusern aus Lavagestein, sowie die Dächern aus Schiefer, lädt es zum Verweilen ein. Dann nehmen wir die D26 unter die Räder und sausen durch die wild, geschlängelte „Gorges de Courgoul“ am „La Roche Nite“ (1254m) vorbei. Der Fluss „Couze de Valbeleix“ versinkt in der „Courgoul Schlucht“. Die Strecke führt uns am Ufer des Flusses entlang. Dabei entdecke ich die alte Römerbrücke und eine außergewöhnliche Flora. Schnell einen Fotostop  dann geht es weiter. Richtung  Valbeleix wird der Straßenverlauf zunehmend fließender, denn vor uns liegt der Pass „Col de la Chaumoune“ (115m). Der Pass liegt in den „Monts du Cezallier“, einem  Massiv das durch eine weite Hochebene geprägt ist, durch die schmale, tief ein geschnittene Täler liegen, dazwischen immer wieder Seen vulkanischen Ursprung. „Parc  Naturel Regional des Volcans Auvergne“. Über Montgreleix biegen wir ab Richtung Condat. Die Kleinstadt liegt zwischen den Vulkanbergen „Mary und Sancy“ im Herzen eines satt grünen und bewaldeten Tals. (Foret de Hubert Heitre) Außerhalb der Ortschaft geht es auf der schmalen Nebenstrecke  am Fluss entlang. Dabei fließt der Fluss „Ruhe“ gemächlich entlang der kleinen Schluchtstraße. Die Strecke bringt uns durch die grandiose Schlucht „Gorges de la Rhue“. Mit ihren bewaldeten Hängen indem vor allem Tannen und Buchen wachsen. Mit einem Mix aus Kurvenorgien und fantastischen Perspektiven erreichen wir Bort-les-Orgues. Im Westen der Stadt sehen wir die „Orgeln von Bort“. Es sind gigantische Felsen die majestätische über den Ort ragen. Es sind beeindruckende Basaltssäulen, die vor ca. 15 Millionen Jahren entstanden sind, als ein dicker zähflüssiger Lavastrom erkaltete. Die schmale Straße folgt für viele Kilometer in einem steten Auf und Ab, mit engen Kurven und Kehren hinauf in den alten Bergwerksort Messeix. Wie ein Lavastrom überziehen die kurvigen Motorradsträßchen die Auvergne. Von Messeix geht es zunächst über eine kleine Hochfläche und dann in vielen Kurven steil hinunter an die Dordogne. So gelangen wir in die „Gorges d`Aveze“. Entlang der Straße strotzt der dichte Wald nur so vor Kraft. Die stete Feuchtigkeit hier sorgt für üppige Moose und Flechten an den Stämmen der Bäume. Dunkelgrüne Fichten und Tannen teilen sich mit Buchen den Wald. In Tauvers angekommen fahren wir Richtung Murol. Zwischen Wäldern, Bächen und in der Nähe des wunderschönen Sees von Chambon, etwas außerhalb der Stadt liegt das riesige Schloss „Chateau de Murol“. Das Bauwerk aus dem 13.Jahr. sieht aus wie ein uneinnehmbarer Vulkanstock. Nach der Ruhe und Einsamkeit deutet es sich schon an, dass uns die Zivilisation allmählich wieder aufzusaugen scheint. Wenig später haben uns die Klauen der Hauptstadt der Auvergne, Clermont-Ferrand in das hektische Treiben wieder eingeholt. So geht es zurück zum Camplatz  Huttopia Royat.

2. Tourentag: Pas de Peyrol (1589m),Dorf Salers

Frisch gestärkt für neue Taten setzen wir unseren 2. Tourentag zum Dorf Salers fort. Dabei lassen wir uns den Sommerwind um die Nase wehen, während unsere  Blicke immer wieder über die hochgebirgsähnliche Szenerie schweifen, über baumlose Berggipfel, tief eingeschnittene Täler, zackige Felskämme, Weiden und Wasserfälle. Die Tour bringt uns zügig Richtung „Departement Cantal“ Die kleinen Orte fliegen nur so an uns vorüber. In Condat mit dem „Lac des Moines“ nehmen wir Kurs auf den „Col d`Entremont“ (1203m). Dabei kommen wir durch das „Vallee de Cheylade“ und durch das weite, offene Tal der „Petite Rhue“. Der Pass verbindet Murat mit dem Santoire Tal hinauf zum „Pas de Peyrol“ (1589m). Die Straße ist erstklassig ausgebaut, so dass wir ordentlich Speed haben. Auf einer wieder mal begeisternden Verbindungsetappe treiben wir die BMW ADV 1250 via „Col de Serre“ (1385m). Die Tour bringt uns über ein sanftes Hochtal weiter zum „Col d`Eylac“ (1460m). Rote Verbotszeichen sperren LKWs, Wohnwagen und andere rollende Hindernisse aus. Bei der Bergfahrt mit Kurven und Serpentinen, machen wir uns auf dem Weg zum höchsten Straßenpass des Zentralmassives, zum „Col de Peyrol“ (1589m). Oben auf dem Pass sieht man die höchste Erhebung, den „Puy  Mary“ (1783m). Er ist ein erloschener Vulkan-Kegel und ist an seiner pyramidenförmigen Silhouette zu erkennen. Hier oben auf der Passhöhe, am Fuße des „Puy Mary“ (1783m) tummeln sich deutlich mehr Menschen. Der Verkehr hat Mühe an der Engstelle durchzukommen. Im ersten Abschnitt ist die Straße schmal und mit –passing-places – wie in Schottland. Das Sträßchen schlängelt sich hoch zum „Col de Neronne“ (1242m). Bis zur Passhöhe  zum  „Col de Neronne „(1242m) ist die Fahrt ein Genuss und die Panoramaausblicke überwältigend. Die Straße verläuft immer ansteigend, teilweise am steilen Hang klebend und bietet Tiefblicke ins Tal der Maronne vom Feinsten. So steuern wir Salers an, auf der so genannten „Route de Fromages A.O.P. Auvergne. In Salers dann ist ein Stop unumgänglich. Die Kleinstadt ist ein einziges Freilichtmuseum. Man könnte meinen, die Zeit sei hier stehen geblieben. Gepflegte, gut erhaltener Basaltmauern, graue Steindächer und in den Gassen und auf den Plätzen viele Restaurants und Souvenirläden. Die Stadt liegt 1000 Meter hoch an der Bruchkante eines Höhenzuges. Sie gehört mit zu den schönsten Dörfern Frankreichs. Sie ist nicht nur Namensgeber der dortigen Rinderrasse, sondern auch des aus Enzian gewonnenen gleichnamigen, schmackhaften Likörs und des Käses. Die Produktion darf nicht industriell sein, sondern geschieht auf kleinen Höfen mit eigener Käserei. Wir fahren die Strecke zurück und nehmen die Abfahrt ins Tal der „Jordanne“, über den „Col de Rendondet“ (1531m). Die Folge der Fahrt sind herrliche Aussichten über das Tal und auf die kargen Kämme des Cantal. (Cirque du Falgoux) Wälder, Hügel und viele Kurven begleiten uns und so kommen wir über den “Col du Perthus/Pertus“ (1309m)Bekannt wurde der „Col du Perthus/Pertus“ (1309m) durch eine Etappe der Tour de France. Die Strecke liegt im „Vallee de Cere“ und bringt uns nach Saint-Jacques-des-Blats.  So fahren wir weiter über den einsamen, kurvenreichen und verkehrsarmen „Col de Cere“ (1294m).Hier erleben wir das ruhige und erholsame, tief eingeschnittene Tal mit seiner grünen Landschaft. Einige Kühe weiden auf einer mit Bäumen umgebenden Wiese. (Foret du Lioran) Über Murat, Saint-Bonnet-de-Condat geht es nach Clermont-Ferrand zurück.

3. Tourentag: Viaduc de Garabit

 Heute wollen wir zum „Viaduc de Garabit“. Von Clermont-Ferrand geht es südöstlich nach Vic-le-Comte, weiter über den “Col de la Croix des Gardes“ (654m). Die Tour bringt uns durch das breite Tal des Allier. Die Landschaft hat hier nicht den umwerfenden Charme des Zentralmassives. Mit seinen vielen einsamen Straßen, die uns durch dichten Wald führen, ist es ein Paradies für Motorradfahrer. In St.Babel fahren wir weiter nach Sauxillanges. Vorbei an St.Florine. Die Stadt liegt zwischen den Flüssen Alagon und Allier. Um zur „Gorges d I`Alagon „ zu kommen fahren wir an der „Halle des Lempdes sur-Allagnon“ vorbei. Was für ein schönes Fotomotiv. Der Fluss Allier hat sich tief in die Schlucht gegraben. Den Wasserfall kann man nur zu Fuß erreichen. In Schleifen umfließt der Fluss die Schlucht. In der Landschaft des Tals von Alagnon wechseln sich Obstgärten, Weinberge und Äcker ab. An der Kapelle „Saint-Madeleine“ (12.Jahr.) mit der wunderschönen Basaltsfassade haben wir einen fantastischen Blick auf das „Alagnon Tal“. Über kleine und kleinste Straßen fahren wir zügig Richtung Massiac. Von dort aus steuern wir St.Flour an. Die Strecke über den „Col de la Fageole“ (1114m) erleben wir in betörender Einsamkeit. Es ist ein nahezu autofreier Pass. Nach einer kurzen Kaffeepause führen wir unsere Tour fort und ziehen weiter. An der Bergkette “La Margeride“ und dem dicht bewaldeten Granit-Massiv, schmiegt sich die „Planeze de Saint Flour“ an. Hoch erhebt sich schon von weitem die Altstadt von „Saint –Flour“ aus dem dunklem Vulkangestein. Der Anblick der mittelalterlichen, schmalen Gässchen und die sich eng an den Berg anschmiegenden kleinen Steinhäuser ist faszinierend. Ich versuche etwas von der Atmosphäre dieser historischen Gemäuer und Gassen einzufangen. Ein beeindruckendes Erlebnis, das wegen der tollen Ausblicke und des gebotenen Fahrspaß zur Weiterfahrt drängt. Ein Abstecher zum „Viaduc de Garabit“ bei Ruynes-en-Margeride ist ein muß. 13 Kilometer von “Saint-Flour“ zieht sich das Monument aus 3250t Stahl und Eisen über den aufgestauten Fluss Truyere. Harmonisch fügt sich die rote Eisenbahnbrücke in die schroffen, bewaldeten Ausläufer des Zentral massiv ein. Kurz vor dem Bau des Eiffelturms hat „Gustav Eiffel“zwischen1880 und 1884 mit dem Ingenieur „Leon Boyer“ ein gewagtes Bauwerk aus Metall geschaffen, das  sich über die „Schluchten der Truyere“ spannt. Damals galt der „Viaduc de Garabit“ als eine Meisterleistung in Sachen Technik und Architektur. Das 565 Meter lange Bauwerk ist schon von weitem sichtbar, nicht zuletzt wegen seiner roten Farbe. Noch schnell einige Fotos gemacht dann geht unsere Tour weiter. Die kleine Straße bringt uns durch die „Gorges de la Truyere“. Auf der D13 gelangen wir an den großen Parkplatz des „Belvedere de Mallet“. Es ist ein idealer Ort, um das Panorama des künstlichen Sees zu bewundern. Der Stausee des „Grandval Dam“, ist der schönste Stausee der Auvergne. (Pont de Treboul). Nachdem uns die kleine, ruhige Straße weiter durch die „Gorges de la Truyere“ bringt, blicken wir auf eine Ruine einer mächtigen, befestigten Burg. Die uns von der Spitze ihres Hügels aus zu trotzen scheint. „Chateau d` Alleuze“.(14.Jahr.) Das „Chateau d`Alleuze“ steht an einer zauberhaften Stelle , im Herzen der malerischen Schlucht der Truyere und hat aus seiner Vergangenheit als mittelalterliche Festung majestätische Überreste auf einem Felsvorsprung bewahrt. Einst war

 es im Besitz der Bischöfe von Clermont und während des hundertjährigen Kriegs diente es Räubern als Unterschlupf. Die denkmalgeschützte Burg aus dem 14.Jahr. besitzt vier Rundtürme. Weiter fahren wir durch die wunderschöne Hügellandschaft. Anschließend nehmen wir die Autobahn zurück nach Clermont-Ferrand/Royat.

4.Tourentag: Vichy 

Heute wollen wir zur Stadt Vichy. Unsere Tour bringt uns wieder über wunderschöne Nebenstraßen dorthin. Grüne Landschaften, Kurven ohne Ende und die Abwesenheit von Verkehr bescheren uns den reinsten Motorradgenuss. Die Landschaft ist sanft gewellt, mit riesigen landwirtschaftlichen Flächen soweit das Auge reicht, nur ab und zu zeugen einzelne Gehöfte oder kleinere Dörfer von Menschen. Ca. 10 Kilometer vor Vichy wird es wieder etwas hügeliger und wir tauchen in den „Foret de Montpensier“ ein. Die Stadt Vichy liegt am Fluss Allier. Sie war der ehemalige Sitz der französischen Regierung während des Zweiten Weltkriegs. (Niederlage der französischen Armee und Waffenstillstandsabkommen vom 22.Juni 1940) Von Vichy aus wurde die Südzone kontrolliert und verwaltet. (Marschall Petain regierte im Hotel du Parc) Obwohl Sie offiziell als neutral galt, kollaborierten die Funktionäre des Vichy- Regimes mit den Nazis, vor allem bei der Verfolgung und Deportation von Juden und anderen ethnischen Minderheiten.

Vichy, die Königin der Heilbäder ist Frankreichs bekanntester Kurort. Hier kurte schon Europas Aristokratie, linderte Rheuma, traf Napoleon III. seine Geliebte und schenkte die spätere Modemacherin Coco Chanel das Wasser der „Celestins- Quelle“ aus.  Vollgepackt mit wertvollen Mineralien und leicht salzigen Geschmack, so sprudelt sie in die Anlagen des „Thermes de Vichy“. Mondän präsentiert sich Vichy mit seinen prachtvollen Boulevards, den stattlichen Bauwerken aus der „Belle Epoque“, der Oper und den Casinos. Doch der damalige Glanz ist längst verblasst. Doch beeindruckend ist die „Domes-Therme“. Der orientalische Komplex (erbaut 1903) erinnert mich mit seiner golden-blauen Kuppel und den schlanken weißen Türmchen an eine Moschee. Dann fahren wir am rechten Allier-Ufer entlang des „Parc Napoleon III. Er ließ den Park für seine Spaziergänge anlegen. So gelangen wir zum „Place d`Allier“ wo die“Englise Saint-Blaise“ mit ihrem grauen Turm in die Höhe ragt. (erbaut 15.Jahr.vergrößert 1925/37) Die Wände und Decke im Inneren der Kirche zieren faszinierende Malereien. Dargestellt sind u.a. ein großer doppelter Jesus mit französischen Herrschern und Heiligen zu seinen Füßen. Außerdem schöne Mosaike, ein Art-deco- Taufbecken und eine schwarze Madonna. (Notre-Dame-des-Malades). Sie gehört zu einem der bedeutenden Gotteshäuser in Frankreich. Um die Kirche liegt die Altstadt, hübsche Sträßchen mit netten Backsteinhäuschen. Die Gegend hier um Vichy ist sanft zwischen Hochebenen mit Wiesen und bewaldeten Bergen. (Vallee du Sichon) Nun geht es zurück nach Clermont-Ferrand/Royat.

5. Tourentag: Lac de Fades, Chateau de Chouvigny

Gut gestärkt durchs Frühstück nehmen wir die nächste Tour über reizvolle, mächtig gewundene Asphaltbänder unter die Räder. Auf der Michelin- Karte in Gelb für Regionalstraßen und fast ausnahmslos mit der grünen Zusatzmarkierung für landschaftlich besonders reizvolle Abschnitte versehen, starten wir den Tag. So geht es in die gefühlt  1000 Kurven weiter und erreichen St.-Ours. Tolle grüne Straßen, strahlender Sonnenschein und die Glocken der durchs Dorf getriebenen Kühe, machen unsere Route perfekt. Durch eine schmale, enge Straße geht es steil hinab in die Tiefe. Herrlich fährt es sich im „Sioule-Tal“, vorbei an Les-Ancizes- Comps geht es weiter. Dann sehen wir am Fluß Sioule das „Viaduc des-Fades“ der das Tal überspannt. Das „Viaduc des-Fades“ ist das höchste Eisenbahnviadukt Frankreichs. Es ist eine eingleisige Eisenbahnlinie = Volvic -Lapeyrouse =, erbaut 1901-1909. Es handelt sich bei der Brücke um eine Fachwerkbrücke mit einer Gesamtlänge von 470,25m. Die beiden 92m hohen Pfeiler sind aus Granitstein gemauert. Nur wenige hundert Meter weiter fahren wir über die Krone einer Staumauer, die die Sioule zu einem See werden lässt. Zuerst am Seeufer entlang geht unsere Tour und später im weiten Bogen über St.-Gervais d`Auvergne weiter. Dort kurven wir auf einer wunderbar geschwungenen Route entlang. In Chateauneuf-les-Bains, bekannt durch sein Mineralwasser, tauchen wir in die „Gorges de la Sioule“ ein und folgen den Schleifen des Flusses, vorbei am „Chateau Rocher“. Sie ist eine verfallene, mittelalterliche Burg mit Blick auf das „Sioule-Tal“. Die Burg wurde im 13.Jahr. zum Schutz der Brücke von Menat, der einzigen Flussüberquerung zwischen Ebreuil und Chateaneuf-les- Bains, von den Bourbonen erbaut. In Pont de Menat quert neben der modernen, die mittelalterliche Brücke das ruhige fließende Wasser. Viele Ausflügler machen Picknick am Ufer der Sioule. Auf der schmalen Bergstraße mit bestem Asphalt geht es weiter hoch hinaus. Romantische schroffe Felsformationen kündigen die nahe „Gorges de Chouvigny“ an. Die enge Felsdurchfahrt mit einem Tunnel stellt den Höhepunkt der „Sioulschlucht“ da. Unten auf dem Fluss paddeln ein paar Amateur- Kanuten mit ihren Booten entlang. Dann fahren wir hinauf zum „Chateau de Chouvigny“. Sie überragt seit mehr als 8 Jahr. die „Gorges de la Sioule“. Einst militärische Festung der Herren von Chouvigny dann Residenz von Lafayette, später vom Herzog Morny. Er wandelte es in ein Jagdschloss um. Nun gehört es einer Familie, die dort während der Sommersaison Shows und Besuche organisieren zum Erhalt des Schlosses. Nach der kurzen Pause fahren wir weiter und die Schlucht geht langsam in ebenes Gelände über. Unser Blick gleitet über sanft geschwungenen Höhen. Weiter geht es Richtung Ebreuil. Über die Hügel am Rande des hier breiten Alliertals fahrende wir Achterbahn. In Charbonnieres-les-Vieilles kommen wir am “Gourde Tazenat“ vorbei. Die Landschaft im Vallee Sans Souci gleicht einem wogenden Meer aus Grün, Gelb und Braun. So geht es zügig zurück nach Clemont-Ferrand/Royat.

6.Tourentag: Volvic

Es ist schon ein geheimnisvolles Land zwischen Vulkane, die Auvergne. In zahlreichen Abenteuern hat Asterix das heimatliche Gallien durchstreift. Die Strecken die wir fahren und fuhren möchten wir nicht mit dem Auto befahren, denn die Sträßchen sind eng und haben auch noch nicht viele Touristen gesehen. Einsame Bauernhöfe links und rechts säumen unseren Weg. Die Kühe schauen uns neugierig nach und in der nächsten Kurve stoben Scharen erschreckter Vögel auf. Auf der Ausfallstraße kommen wir kurz vor Volvic am auf der Höhe thronenden „Chateau de Tournoel“ (10.Jahr.) vorbei. In der Werbung wirkt das Land bei Volvic wie eine grüne Idylle. Uralte Vulkane prägen die Landschaft rund um die kleine Gemeinde, aus der das Volvic- Mineralwasser stammt. Der Konzern Danone lässt es hier fördern und in Flaschen abfüllen und verspricht dabei stets nur so viel Wasser zu entnehmen, wie es die Natur erlaubt………… Wir stellen die BMW ADV 1250 in der Altstadt von Volvic ab. Danach laufe ich zur Stätte der „Volvic-Quellen“ mit dem Informationszentrum, das ganz dem berühmten natürlichen Mineralwasser gewidmet ist, dass durch dicke Schichten aus Vulkangestein gefiltert wird. „Grotte de la Pierre de Volvic“. Die Basaltshöhle gibt nicht viel her, aber die Geschichte darum wird audiovisuell gut erzählt. Dann geht es zum „Office de Tourisma Terra Volcano“ um uns gegenüber die Kirche „Saint Priest“, mit seinem romanischen Chor mit Kapellenkranz anzuschauen. Sie ist dem „Heiligen Priester“ (Projectus) gewidmet, der hier 676 n.Chr. getötet worden sei. Danach schauen wir uns die altertümliche Stadt mit ihren verwinkelten Gassen ein wenig an. Nach einer wohlverdienten  Kaffeepause fahren wir hoch zum „Chateau de Tournoel“. Das Schloss ist teilweise eine Ruine und befindet sich auf einem felsigen Bergsporn (594m), am Fuße des „Puy de la Bamiere“, der die Ebene der Limagne beherrscht. Um 1200 war sie im Besitz von Guy III. De la Tour Conte d`Auvergne. Danach bis 1306 im Besitz König Philipp. Während der Hugenottenkriege wurde sie durch Kanonentreffer schwer beschädigt. Heute ist sie im Privatbesitz. Von hier oben aus, kommen wir bei unserer Wanderung zur Statue „Notre-Dame de la Garde“, die hoch oben über das Tal wacht. Nun geht es zügig zurück nach Clemont-Ferrand/Royat, denn morgen wollen wir in die Vogesen unseren Urlaub fortsetzen.

Schlußwort:

In Frankreich läuft alles etwas gemütlicher ab. Eine Gemütlichkeit, die vielen von uns verloren gegangen ist und die wir schnell wieder finden sollten. Was neben den zumeist leeren Strecken und der grandiosen Landschaft hinzukommt, ist die Freundlichkeit der Menschen und der perfekte Grip auf den Straßen. Die Auvergne ist ein tolles Reiseziel nicht nur für uns Motorradfahrer, sondern auch für Feinschmecker. Bekannt ist die Region vor allem für Ihre Käsesorten.